Airbus A220-300 von Croatia Airlines: Das Flugzeug mit der Kennung 9A-CAN ist nach der Runway Excursion beschädigt.

Croatia AirlinesWetter nicht schuld am Ausscheren des Airbus A220 beim Start in Split - doch was sonst?

Beim Start in Split scherte ein Airbus A220 von Croatia Airlines plötzlich nach links aus und kam neben der Piste zum Stillstand. Der nun veröffentlichte Zwischenbericht liefert erste Erkenntnisse – und entlastet das Wetter. Nun stehen neue Thesen im Mittelpunkt.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Systems Engineer - Electrical Focus

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Luftfahrzeugmechaniker Flugbetrieb (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Teamleiter Montage & Support (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller

Croatia Airlines steckt mitten im Umbau ihrer Flotte. Die Airline will bis 2027 nur noch mit dem Airbus A220 unterwegs sein. Zwar gehören laut dem Luftfahrtdatenanbieter CH-Aviation noch vier Airbus A319 zur Flotte, mittlerweile aber auch schon neun Airbus A220. Sechs weitere sollen noch dazukommen. Doch seit dem 16. Mai muss die kroatische Fluglinie auf einen Airbus A220-300 verzichten.

Der Airbus A220-300 mit der Kennung 9A-CAN landete am 16. Mai aus Düsseldorf kommend am Flughafen Split. Rund eine Stunde später sollte das Flugzeug, den Croatia Airlines erst im Sommer 2025 übernommen hat, nach Frankfurt fliegen. Um 13.27 Uhr Ortszeit beschleunigte der Flug OU412, doch kurz bevor das Flugzeug die Startgeschwindigkeit erreichte, scherte es nach links aus.

Piloten von Croatia Airlines befragt

Der Airbus kollidierte mit mehreren Signalleuchten sowie einem Schild. Das Cockpitpersonal brach den Start ab. Das Flugzeug kam mit dem linken Hauptfahrwerk und dem Bugfahrwerk neben der Piste zum Stehen. Verletzt wurde niemand. 132 Passagiere und fünf Crewmitglieder konnten den A220 von Croatia Airlines über Treppen verlassen.

Nun hat die kroatische Unfalluntersuchungsbehörde AIN einen vorläufigen Bericht veröffentlicht. Grundlage ist der bisherige Stand der Untersuchung. Die Ermittelnden haben dafür Gespräche mit den Piloten von Croatia Airlines geführt, Wetterdaten analysiert sowie die Daten aus dem Flugdatenschreiber und dem Stimmenrekorder im Cockpit ausgewertet.

Wechsel der Startrichtung

Die Besatzung von Croatia Airlines beantragte beim Rollen, statt der geplanten Piste in die Gegenrichtung zu starten, weil sonst Rückenwind geherrscht hätte. Das wurde erlaubt. Der Wind kam aus 290 Grad mit 28 km/h, Böen bis 43 km/h. Beim Start traf der Airbus A220 ein Seitenwind von rechts mit 24 km/h, in Böen bis 37 km/h. Zulässig sind für diesen Flugzeugtyp Seitenwinde bis 59 km/h.

Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass der Windeinfluss zwar nicht unerheblich war, aber unter den zulässigen Grenzwerten für den A220 lag. Rund 20 Minuten vor dem Startvorgang hatte es einen kurzen Schauer über dem Flughafen gegeben. Doch auch hier kommt der Zwischenbericht zu dem Ergebnis, dass das Wetter nicht der entscheidende Faktor für die Runway Excursion, also das ungewollte Abkommen von der Piste, war. Der wahre Grund für die Streckenüberschreitung wird im weiteren Verlauf der Untersuchung ermittelt.

Airbus A220 kann repariert werden

Damit rücken andere Thesen in den Mittelpunkt. Gab es eine Asymmetrie der Schubkraft? Eine mögliche Erklärung für das Ausscheren ist ein plötzlicher Schubverlust oder ein Zurückfallen des linken PW1500G-Triebwerks, während das rechte Triebwerk weiterhin Startschub lieferte. Eine solche asymmetrische Schubkraft würde eine starke Gierkraft nach links erzeugen. Fehlfunktion des Fahrwerks, der Reifen oder der Lenkung? Ausfälle wie ein Reifenplatzer, ein Blockieren der Bremsen, eine Fehlfunktion der Bugradlenkung oder andere technische Störungen könnten ebenfalls die plötzliche Abweichung von der Mittellinie erklären. Oder Fehlverhalten der Crew?

Der A220 von Croatia Airlines wurde bei Zwischenfall leicht beschädigt, die Schäden gelten aber als reparabel. Das linke Triebwerk wurde durch den Kontakt mit der Pistenrandbefeuerung und den Signalschildern beschädigt. Alle Reifen müssen ersetzt werden, der linke Bugreifen platzte sogar. Die Schubumkehr wirbelte Steinchen auf, die die Verkleidung am Rumpfunterboden und am linken Flügel beschädigten. Nach Daten des Flugverfolgungsdienstes Airnav Radar ist die 9A-CAN bisher nicht in den Einsatz zurückgekommen.

Von der Breaking News bis zur Hintergrundanalyse: Unser Team begleitet die Luftfahrt mit Erfahrung und Leidenschaft. Unterstützen Sie unabhängigen Qualitätsjournalismus – für weniger als einen Cappuccino im Monat. Jetzt hier klicken und abonnieren

Mehr zum Thema

Der Airbus A220 von Croatia Airlines: In Split von der Piste abgekommen.

Airbus A220 von Croatia Airlines kommt in Split von Piste ab

Splits neues Terminal: Nicht nur das Erscheinungsbild wurde aufgefrischt.

Neues Terminal hilft Split aus dem Chaos

Video

Cessna 182 nach der Landung: Der Propeller fehlt.
Nachdem er einen ungewöhnlichen Geruch bemerkt hatte, brach ein Fluglehrer den Flug mit einer Cessna 172 ab. Im Landeanflug spitzte sich die Lage dann dramatisch zu.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Die Alternativroute für Project Sunrise: Sie führt am Nordpol vorbei.
Wenn die australische Fluggesellschaft ab 2027 nonstop zwischen Sydney und London fliegt, führt ein Teil der Flüge über eine der entlegensten Regionen der Erde. Die nördliche Alternativroute über die Polarregion bringt Qantas mehr Flexibilität und den Passagieren außergewöhnliche Ausblicke.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
INNA und Wizz Air: Das Video zu Wizz Away wurde am Flughafen Bukarest gedreht.
Wizz Air bringt mit dem Popstar Inna einen Song heraus. Wizz Away soll zum Sommerhit werden. Die Kombination Fluggesellschaft und Musik ist nicht neu. Ein Überblick von Fantasiesprache über Kerosin im Blut bis zu Mr. Trololo.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies