Airbus A220 von Croatia Airlines: Die Fluggesellschaft muss sparen.

Nachhaltig unprofitabelCroatia Airlines schaltet in den Krisenmodus und streicht fünf Prozent aller Flüge

Kerosinschock, Millionenverluste und steigende Flughafengebühren: Die kroatische Nationalairline steckt in einer Krise. Croatia Airlines streicht deshalb fünf Prozent der Flüge und warnt vor höheren Ticketpreisen.

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Croatia Airlines steht seit Längerem unter finanziellem Druck und es wird nicht besser. Das vergangene Jahr schloss die staatliche Fluglinie mit einem Verlust von 38,8 Millionen Euro ab, trotz eines deutlichen Passagierwachstums von rund elf Prozent auf knapp zwei Millionen Passagiere.

Im vergangenen Dezember ist die kroatische Regierung mit einem rund 156 Millionen Euro schweren Rettungspaket eingesprungen - ein weiteres Mal. Sie bezeichnet die Millionenhilfe als wirtschaftlich begründete Investition, nicht als staatliche Beihilfe. Croatia Airlines hat seit 2018 allerdings nur ein einziges Mal schwarze Zahlen geschrieben. Das Kernproblem: Die Kosten steigen, vor allem durch die Flottenumstellung auf den Airbus A220, während die Einnahmen nicht gleichwertig wachsen.

Croatia Airlines streicht Flugplan zusammen

Nun trifft der Kerosinpreisschock infolge des Iran-Kriegs die angeschlagene Airline mit voller Wucht. «Die derzeitigen Kerosinkosten werden allen Fluggesellschaften, einschließlich Croatia Airlines, in diesem Zeitraum Verluste in Millionenhöhe bescheren», sagte Slaven Žabo, Kommerzchef von Croatia Airlines, gegenüber dem TV-Sender RTL Croatia. Die Airline kündigt an, ihr Streckennetz straffen zu müssen.

Konkret bedeutet das: Croatia Airlines wird in den kommenden drei Monaten rund 900 Flüge streichen und damit etwa fünf Prozent des Angebots. Man müsse die Kapazität an die aktuelle Nachfrage, die Betriebskosten und die Einnahmen auf den einzelnen Strecken anpassen, was natürlich auch Flugausfälle einschließe, so der Manager.

Airline leidet unter weiteren Problemen

Dazu kommt ein weiterer Kostentreiber: Der Flughafen Zagreb hat ab 1. Juni eine Erhöhung der Flughafengebühren um 20 Prozent angekündigt. «Das wird sich über die Passagierabgabe direkt auf die Ticketpreise auswirken», so Žabo. Ob und wie stark die Preise steigen werden, sagte der Kommerzchef nicht.

Žabo betont, Croatia Airlines wolle trotz der schwierigen Lage wettbewerbsfähig bleiben und die Flugverbindungen in Kroatien stabil halten. Als Zeichen dafür verweist er auf das Wachstum der ersten Monate: 23 Prozent mehr Passagiere, knapp 100.000 zusätzliche Reisende. Ob das angesichts explodierender Kosten und eines Schuldenbergs von fast 40 Millionen Euro aus dem Vorjahr reicht, bleibt offen.

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