Trägerrakete nach dem Start: Trümmer werden zum Problem für die Luftfahrt.

Ein Jahr späterWenn Raketen den Himmel sperren: FAA zieht Lehren aus Starship-Explosion

Trümmer im Luftraum, Umleitungen im Linienverkehr, steigende Kosten für Airlines: Nach der Starship-Explosion vor einem Jahr verschärft die US-Luftfahrtbehörde ihre Empfehlungen für Raketenstarts – erntet aber auch Kritik.

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Fast genau ein Jahr ist es her: Am 16. Januar 2025 explodierte nach dem Start eine Space-X-Starship-Rakete. Trümmerteile gingen über der Karibik nieder und verursachten erhebliche Störungen im Luftverkehr. Eine Iberia-Maschine musste notgedrungen durch das betroffene Gebiet fliegen. Der Vorfall beeinträchtigte zahlreiche Flüge in der Region.

Die US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) veröffentlicht regelmäßig Safety Alerts for Operators, kurz SAFOs, um Fluggesellschaften, Privatjet-Betreiber, Piloten und Flugsicherungsstellen vor möglichen Gefahren zu warnen. Rechtlich verbindlich sind die SAFOs zwar nicht, sie dienen jedoch als wichtige Leitlinien für die Praxis.

FAA nennt verschiedene Luftraumsperrungen

Am 8. Januar 2026 veröffentlichte die FAA mit der SAFO 26001 aktuelle Empfehlungen zum Umgang mit Luftraumbeschränkungen während Weltraumstarts und Wiedereintritten. Ziel ist es, die Sicherheit des Luftverkehrs vor potenziellen Gefahren durch Raketenstarts, Wiedereintritte und unerwarteten Trümmerfall zu gewährleisten. Die jüngste Info behandelt das Thema Luftraum-Management.

Die FAA sichert den Luftraum mit verschiedenen Maßnahmen. Der Behörde stehen dazu verschiedene Arten von Luftraum-Beschränkungen zur Verfügung. Neben kurzfristigen Flugverbotszonen, den sogenannten Temporary Flight Restrictions, TFRs, auch Aircraft Hazard Areas AHAs. Das sind spezielle Gefahrenbereiche, die besonders bei Weltraumstarts oder Wiedereintritten vor herabfallenden Trümmern oder anderen Risiken schützen sollen.

Pilotinnen und Piloten sollen sich per Notam informieren

Zusätzlich gibt es Altitude Reservations, kurz ALTRVs, dabei handelt es sich um fest reservierte Luftraumblöcke, die für längere Zeiträume zum Beispiel bei Raketentests gesperrt werden, um Konflikte mit dem regulären Flugverkehr zu vermeiden. Zudem erlässt die FAA auch sogenannte Debris Response Area, DRAs. Dabei handelt es sich um kurzfristig ausgewiesene Luftraumsperrgebiete. Diese werden von der FAA aktiviert, wenn es zu unvorhergesehenen Zwischenfällen während Weltraumstarts oder Wiedereintritten kommt.

Die FAA setzt auf klare Vorabinformation für Pilotinnen und Piloten. Über Notams werden mögliche Sperrgebiete bei Weltraumstarts rechtzeitig kommuniziert. Alle Betreiber sind daher aufgefordert, sich vor jedem Flug umfassend über aktive Notams zu den betreffenden Startgebieten zu informieren. Die Behörde rät zudem zur regelmäßigen Teilnahme an ihren Webinaren, um die spezifischen Gefahren durch Raketenstarts besser zu verstehen und Risiken frühzeitig zu erkennen.

Kritik an aktuellen Sicherheitshinweisen

Zudem sollen Betroffene schon in der Flugplanung Pufferzeiten für Verzögerungen, Ausweichflughäfen sowie ausreichend Treibstoffreserven für Warteschleifen berücksichtigen. Um stets auf dem aktuellen Stand zu bleiben, empfiehlt die FAA die Nutzung des Operational Information System (OIS) für Echtzeit-Updates zu Luftraumsperrungen.

Kritiker werfen der FAA vor, mit der SAFO 26001 die Last der wachsenden Weltraumaktivitäten einseitig auf die kommerzielle Luftfahrt abzuwälzen. Die Luftfahrtbranche müsse nicht nur flexibler planen und wachsamer sein, sondern trage durch Umleitungen und Warteschleifen auch höhere Kerosinkosten – während die Raumfahrtindustrie selbst kaum regulatorische Einschränkungen hinnehmen müsse.

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