Trägerrakete nach dem Start: Trümmer werden zum Problem für die Luftfahrt.

Ein Jahr späterWenn Raketen den Himmel sperren: FAA zieht Lehren aus Starship-Explosion

Trümmer im Luftraum, Umleitungen im Linienverkehr, steigende Kosten für Airlines: Nach der Starship-Explosion vor einem Jahr verschärft die US-Luftfahrtbehörde ihre Empfehlungen für Raketenstarts – erntet aber auch Kritik.

Top-Jobs

IFFD Flugdienste

Piloten/ First Officer (m/w/d)

IFFD GmbH
Graz/Klagenfurt
Feste Anstellung
NCC-Betrieb
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Flight Operations Officer in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Compliance Monitoring Manager – Flight Operations

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs

Fast genau ein Jahr ist es her: Am 16. Januar 2025 explodierte nach dem Start eine Space-X-Starship-Rakete. Trümmerteile gingen über der Karibik nieder und verursachten erhebliche Störungen im Luftverkehr. Eine Iberia-Maschine musste notgedrungen durch das betroffene Gebiet fliegen. Der Vorfall beeinträchtigte zahlreiche Flüge in der Region.

Die US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) veröffentlicht regelmäßig Safety Alerts for Operators, kurz SAFOs, um Fluggesellschaften, Privatjet-Betreiber, Piloten und Flugsicherungsstellen vor möglichen Gefahren zu warnen. Rechtlich verbindlich sind die SAFOs zwar nicht, sie dienen jedoch als wichtige Leitlinien für die Praxis.

FAA nennt verschiedene Luftraumsperrungen

Am 8. Januar 2026 veröffentlichte die FAA mit der SAFO 26001 aktuelle Empfehlungen zum Umgang mit Luftraumbeschränkungen während Weltraumstarts und Wiedereintritten. Ziel ist es, die Sicherheit des Luftverkehrs vor potenziellen Gefahren durch Raketenstarts, Wiedereintritte und unerwarteten Trümmerfall zu gewährleisten. Die jüngste Info behandelt das Thema Luftraum-Management.

Die FAA sichert den Luftraum mit verschiedenen Maßnahmen. Der Behörde stehen dazu verschiedene Arten von Luftraum-Beschränkungen zur Verfügung. Neben kurzfristigen Flugverbotszonen, den sogenannten Temporary Flight Restrictions, TFRs, auch Aircraft Hazard Areas AHAs. Das sind spezielle Gefahrenbereiche, die besonders bei Weltraumstarts oder Wiedereintritten vor herabfallenden Trümmern oder anderen Risiken schützen sollen.

Pilotinnen und Piloten sollen sich per Notam informieren

Zusätzlich gibt es Altitude Reservations, kurz ALTRVs, dabei handelt es sich um fest reservierte Luftraumblöcke, die für längere Zeiträume zum Beispiel bei Raketentests gesperrt werden, um Konflikte mit dem regulären Flugverkehr zu vermeiden. Zudem erlässt die FAA auch sogenannte Debris Response Area, DRAs. Dabei handelt es sich um kurzfristig ausgewiesene Luftraumsperrgebiete. Diese werden von der FAA aktiviert, wenn es zu unvorhergesehenen Zwischenfällen während Weltraumstarts oder Wiedereintritten kommt.

Die FAA setzt auf klare Vorabinformation für Pilotinnen und Piloten. Über Notams werden mögliche Sperrgebiete bei Weltraumstarts rechtzeitig kommuniziert. Alle Betreiber sind daher aufgefordert, sich vor jedem Flug umfassend über aktive Notams zu den betreffenden Startgebieten zu informieren. Die Behörde rät zudem zur regelmäßigen Teilnahme an ihren Webinaren, um die spezifischen Gefahren durch Raketenstarts besser zu verstehen und Risiken frühzeitig zu erkennen.

Kritik an aktuellen Sicherheitshinweisen

Zudem sollen Betroffene schon in der Flugplanung Pufferzeiten für Verzögerungen, Ausweichflughäfen sowie ausreichend Treibstoffreserven für Warteschleifen berücksichtigen. Um stets auf dem aktuellen Stand zu bleiben, empfiehlt die FAA die Nutzung des Operational Information System (OIS) für Echtzeit-Updates zu Luftraumsperrungen.

Kritiker werfen der FAA vor, mit der SAFO 26001 die Last der wachsenden Weltraumaktivitäten einseitig auf die kommerzielle Luftfahrt abzuwälzen. Die Luftfahrtbranche müsse nicht nur flexibler planen und wachsamer sein, sondern trage durch Umleitungen und Warteschleifen auch höhere Kerosinkosten – während die Raumfahrtindustrie selbst kaum regulatorische Einschränkungen hinnehmen müsse.

365 Tage Luftfahrtjournalismus – fair, fundiert und unabhängig. Damit das so bleibt, brauchen wir Ihre Unterstützung. Schon für den Preis eines Getränks am Flughafen genießen Sie aeroTELEGRAPH werbefrei. Jetzt hier klicken und abonnieren

Mehr zum Thema

Boeing 787: Norse Atlantic Airways setzt ganz auf den Dreamliner.

In Hunderten Boeing 787 müssen Waschbecken umgebaut werden - um Schäden zu vermeiden

Terminal am El Paso International Airport: Der Flughafen wurde ohne Vorwarnung geschlossen.

FAA schließt Flughafen El Paso für zehn Tage - und hebt den Stopp nur kurz darauf wieder auf

McDonnell Douglas MD-81 von Laser Airlines: Die Airline will in die USA fliegen.

Airline aus Venezuela will mit McDonnell Douglas MD-80 in die USA fliegen

Kleinflugzeuge mit N-Registrierungen: Zahlreiche Flugzeuge müssen erstmal am Boden bleiben.

Behörde zieht Registrierungen zurück: 800 Kleinflugzeuge müssen sofort am Boden bleiben

Video

ilyushin il 114 300 kaelte
Das neue russische Turboprop-Flugzeug wird in den eisigen Bedingungen des Fernen Ostens dringend benötigt - auch von Polar Airlines. Doch dafür ist noch eine Anpassung an der Ilyushin Il-114-300 nötig.
Timo Nowack
Timo Nowack
wizz air airbus a321 neo madeira
Es kommt zwar immer wieder vor, dass Flugzeuge aufgrund starker Winde nicht direkt auf Madeira landen können. Die Passagiere eines Wizz-Air-Fluges aus Wien erlebten nun aber eine besondere Warteschleifen-Odyssee.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
airbus a321 lr etihad airways dus
Der Krieg im Nahen Osten sorgt für massive Einschränkungen im Luftverkehr. Auch in Deutschland, der Schweiz und Österreich sitzen daher Flugzeuge von Golfairlines fest. Welche Jets von Emirates, Qatar Airways und Co. an welchen Flughäfen stehen.
Timo Nowack
Timo Nowack