Falsche Signale: GPS Jamming wird zunehmend zum Problem.

DLR forscht an Air-MopsyWenn GPS versagt: Deutsche Forschende tüfteln an Plan B für die Navigation

GPS-Störungen häufen sich – besonders über Konfliktgebieten. Forscher des DLR deshalb eine bodengestützte Alternative. Ihr Ziel: ein System, das auch dann funktioniert, wenn Satellitensignale lügen oder ganz ausfallen.

Top-Jobs

DERTOUR Logo

Reiseleiter (m/w/d) am Flughafen Mallorca

Mallorca
Feste Anstellung
Reiseveranstalter
DERTOUR Destination Services AG
Spanien
Top jobs
Hahnair

Kapitän C680A (all genders) mit Zusatzaufgaben

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair

Deputy Continuing Airworthiness Manager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Aero Bildungs Logo

Ausbilder / Technischer Trainer (m/w/d) für Fluggerätelektronik / Avionik / Cat B2 – Luftfahrttechnik

AERO-Bildungs GmbH
Oberpfaffenhofen
Feste Anstellung
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

GPS-Störungen sind in der Luftfahrt inzwischen zu einem ernsthaften Problem geworden. Immer wieder berichten Crews davon, dass gerade bei Flügen über Konfliktregionen die Navigationsdaten im Cockpit manipuliert werden. Man spricht dabei von GPS-Spoofing und -Jamming. Beim Spoofing werden absichtlich falscher GPS-Signale gesendet, um Empfänger zu täuschen. Beim Jamming werden GPS-Signalen geblockt oder gestört, sodass Empfänger keine gültige Positionsbestimmung mehr vornehmen können.

Zwischen 2021 und 2024 hat sich die Zahl der Beeinträchtigungen globaler Satellitennavigationssysteme nach Angaben des Airline-Dachverbandes Iata mehr als verdreifacht. Hinzu kommen andere mögliche Interferenzen - etwa durch Sonnenstürme. Deshalb arbeitet das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR seit Jahren an einer robusteren, unabhängigen Ergänzung zum satellitengestützten Navigationssystem - mit einem bodengestützten Ansatz.

GPS-Alternative ist unabhängig von Satelliten

Bereits seit 2016 entwickeln Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des DLR-Instituts für Kommunikation und Navigation das sogenannte Ranging-Mode-System (kurz: R-Mode) im Ostseeraum. Dabei werden bestehende Mittelwellensender für die Positionsbestimmung umgenutzt. Der Vorteil: Die Technik ist unabhängig von Satelliten. Allerdings ist sie nicht ganz frei von Schwächen.

Denn atmosphärische Einflüsse können das Signal und damit die Genauigkeit tageszeitabhängig beeinträchtigen. Das DLR nennt die untere Ionosphäre. Sie ist ein Teil der Erdatmosphäre, der sich auf zwischen etwa 60 und 1000 Kilometern Höhe befindet und durch Sonnenlicht ionisierte Gasteilchen enthält

Kooperation aus fünf Forschungseinrichtungen

Genau hier setzt das neue Forschungsprojekt Air-Mopsy an, das am 30. Juni offiziell gestartet ist. Ziel ist es, die Ursachen dieser Signalstörungen besser zu verstehen – und das R-Mode-System so weiterzuentwickeln, dass es auch unter schwierigen atmosphärischen Bedingungen zuverlässig funktioniert.

Prototyp des R-Mode-Empfängers.

Was klingt wie der Name eines Airline-Maskottchens steht für Atmospheric Impact on the R-Mode Positioning System und ist das Ergebnis einer Forschungskooperation zwischen fünf Einrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern. Unter Koordination der Universität Greifswald arbeiten zwei Institute des DLR eng mit den Leibniz-Instituten für Atmosphärenphysik und Ostseeforschung zusammen.

Ergänzung zum GPS für mehr Zuverlässigkeit

Während das DLR-Institut für Kommunikation und Navigation seine langjährige R-Mode-Expertise und Messtechnik einbringt, liegt der Schwerpunkt des Instituts für Solar-Terrestrische Physik auf der Modellierung atmosphärischer Einflüsse. Erstmalig soll dabei ein umfassendes Modell der unteren Ionosphäre entstehen, das sowohl geomagnetische als auch atmosphärische Faktoren berücksichtigt. Ziel ist es, die Signalqualität des R-Mode-Systems auch nachts stabil zu halten – bisher eine Schwachstelle.

Die Ergebnisse sollen direkt in bestehende R-Mode-Empfänger des DLR einfließen. Langfristig könnte daraus ein System entstehen, das auch in anderen Verkehrsträgern – einschließlich der Luftfahrt – als ergänzende Navigationsquelle dient und die Sicherheit erhöht.

Mehr zum Thema

Blick aus einem Flugzeugfenster: Künftig soll GPS durch ein neues Navigationssystem abgelöst werden.

So will die Luftfahrt Jamming und Spoofing unmöglich machen

longyearbyen spitzberg svalbard

Nördlichster Verkehrsflughafen der Welt von GPS-Störaktionen betroffen

ticker-iata

Easa und Iata legen Aktionsplan gegen GPS-Störungen vor

Video

Tecnam P2012 VIP von außen: Der Innenraum ist neu.
Tecnam will mit der P2012 als VIP-Version einen neuen Markt erobern - dank italienischem Design, Alcantara-Interieur und Espressomaschine an Bord. Doch es gibt einen Dämpfer.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
lufthansa neue uniformen 23
Sie wurde gemeinsam mit Hugo Boss entworfen: Zum ersten Mal seit 24 Jahren präsentiert Lufthansa eine neue Uniform. aeroTELEGRAPH war bei der Vorstellung in Frankfurt dabei.
Timo Nowack
Timo Nowack
Saab Global Eye: Basis ist eine Bombardier Global 6000/6500.
Wie kann eine rohstoffreiche und strategisch immer wichtigere Region wie die Arktis überwacht und im Ernstfall verteidigt werden, angesichts klirrender Kälte und riesiger Ausdehnung? Hersteller wie Boeing, IAI und Northrop Grumman buhlen mit ihren Systemen um Kunden. Ihr härtester Konkurrent kommt aber aus Europa: Saab GlobalEye.
gerard al fil
Gérard Al-Fil