Der große rote Kreis markiert das Flugzeug, der kleine das Fahrzeug: Kurz danach kam es zur Kollission.

Zusammenstoß von CRJ900 und FeuerwehrtruckWarnsystem am Flughafen LaGuardia gab keinen Alarm

Vor der tödlichen Kollision einer Bombardier CRJ900 mit einem Feuerwehrtruck am New Yorker Flughafen LaGuardia schlug ein Warnsystem im Tower nicht an - auch, weil das Fahrzeug nicht über einen entsprechenden Transponder verfügte, wie die Ermittler erklären.

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Hätte Technologie den tödlichen Zusammenstoß verhindern können und sollen? Am späten Sonntagabend (22. März) kollidierten eine gelandete Bombardier CRJ900 von Air Canada Express und ein Feuerwehrfahrzeug am New Yorker Flughafen LaGuardia. Das Cockpit des Flugzeuges wurde völlig zerstört, die beiden Piloten überlebten das Unglück nicht.

Das National Transportation Safety Board, kurz NTSB, untersucht den Unfall nun. NTSB-Chefin Jennifer Homendy sagte auf einer Pressekonferenz am Dienstag (24. März), im Tower gebe es ein System namens ASDE-X, das die Position jedes Flug- und Fahrzeugs anzeigen soll. Allerdings habe dieses System in diesem Fall nicht geholfen, da der Feuerwehrtruck nicht mit einem entsprechenden Transponder ausgestattet gewesen sei, so Homendy.

FAA hatte Transponder für Fahrzeuge empfohlen

Zudem befanden sich hinter dem Feuerwehrtruck laut der NTSB-Chefin weitere Einsatzfahrzeuge, die rechtzeitig anhielten. Auch der geringe Abstand zwischen den Fahrzeugen habe verhindert, dass das System einen Alarm ausgelöst habe.

Erst im vergangenen Mai hatte die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA Flughäfen mit modernen Bodenüberwachungssystemen wie LaGuardia aufgefordert, ihre Fahrzeuge mit Transpondern auszustatten, und erklärt, dass Bundesmittel zur Kostenbeteiligung zur Verfügung stünden, wie die Nachrichtenagentur AP berichtet.

Unklar, ob eine Warnung das Unglück hätte verhindern können

Obwohl das NTSB Transponder für Fahrzeuge auf dem Flughafengelände nicht explizit empfohlen hat, sollten diese laut Homendy zur Standardausrüstung gehören. «Fluglotsen müssen wissen, was sich vor ihnen befindet, ob auf dem Flughafengelände oder im Luftraum. Diese Informationen sind für die Sicherheit unerlässlich», so die NTSB-Chefin. Die Port Authority of New York and New Jersey wollte sich laut AP unter Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht zum nicht vorhandenen Transponder im Feuerwehrwagen äußern

Homendy betonte aber auch, es seien weitere Untersuchungen nötig, um festzustellen, ob eine Warnung das Unglück überhaupt hätte verhindern können. Denn viel Zeit blieb nicht.

Ermittler zeigen zeitlichen Ablauf des Unglücks

Das Feuerwehrfahrzeug beantragte laut den Ermittlern 25 Sekunden vor dem Zusammenstoß die Erlaubnis, die Landebahn zu überqueren, für die das Flugzeug knapp zwei Minuten zuvor zur Landung freigegeben worden war. Fünf Sekunden später, als sich das Flugzeug nur noch etwas mehr als 30 Meter über dem Boden befand, erteilte ein Fluglotse dem Fahrzeug, das sich auf dem Weg zu einem Flugzeug von United Airlines befand, laut NTSB die Freigabe zur Überquerung der Landebahn. Nur neun Sekunden vor der Kollision wies der Tower den Feuerwehrtruck an, anzuhalten, eine Sekunde bevor das Fahrwerk des Flugzeugs aufsetzte.

Homendy sagte, dass die Beleuchtung der Start- und Landebahn offenbar funktionierte. Dies hätte den Fahrer des Feuerwehrfahrzeugs möglicherweise davor gewarnt, die Piste zu überqueren, selbst wenn die Fluglotsen dies erlaubt hätten. Denn die in den Belag eingelassenen Leuchten werden automatisch rot, wenn eine Start- und Landebahn belegt ist. Die Ermittler haben die verletzten Feuerwehrleute noch nicht befragt und konnten auch nicht feststellen, ob diese gebremst oder ausgewichen sind, um die Kollision zu vermeiden.

Sind zwei diensthabende Lotsen womöglich nicht genug?

Die NTSB-Chefin betonte: «Wir untersuchen nur selten, wenn überhaupt, einen schweren Unfall, bei dem es nur um einen einzigen Fehler ging. Wenn etwas schiefgeht, bedeutet das, dass viele, viele Dinge schiefgegangen sind.» Homendy erklärte zudem: «Ich möchte davor warnen, den Fluglotsen die Schuld zuzuschieben und von Ablenkung zu sprechen. Es herrscht eine hohe Arbeitsbelastung.» Dass nur zwei Fluglotsen im Dienst waren, sei zwar typisch für eine Spätschicht, bereitet dem NTSB allerdings schon lange Sorgen.

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