Tristan da Cunha gilt als abgelegenste bewohnte Insel der Welt. 220 Menschen leben heute auf dem 98 Quadratkilometer kleinen Eiland, das mitten im Südatlantik liegt und zum Vereinigten Königreich gehört. Nach Brasilien sind es 3200 Kilometer, nach Südafrika 2800 Kilometer. Die einzige Möglichkeit, sie zu verlassen, sind für die Bewohnerinnen und Bewohner die Schiffe, die gelegentlich vor der Küste ankern.
Kein Flugzeug kann landen, kein Hubschrauber hinkommen
Auf Tristan da Cunha gibt es zwar ein Krankenhaus mit zwei britischen Ärzten, die einen 24-Stunden-Dienst gewährleisten. Zudem arbeiten zwei ausländische und vier einheimische Krankenschwestern dort sowie zwei Zahntechniker, ein Krankenhausleiter und Hilfspersonal. Doch sollte es auf dem kleinen Eiland zu einem Ausbruch des Hantavirus kommen, wäre es überfordert. Und Patienten kann man nicht mit dem Flugzeug in ein großes Krankenhaus transportieren, weil Tristan da Cunha keinen Flughafen besitzt und kein Hubschrauber eine Reichweite hat, die ausreicht die Insel zu erreichen.
Deshalb sprang nun die britische Armee ein. Sie schickte einen Airbus A400 M von der 3200 Kilometer entfernten Ascension Island los, einer ebenfalls britischen Insel im Südatlantik, wo sie eine Basis betreibt. An Bord befanden sich sechs Fallschirmjäger der 16. Luftangriffsbrigade, ein auf Notfallmedizin spezialisierter Arzt sowie eine auf Notfallmedizin spezialisierte Pflegerin. Sie sprangen über Tristan da Cunha ab, um die Insel zu unterstützen.
Eine Premiere für Tristan da Cunha
Der A400 M warf zudem nach deren Ankunft in der Nähe der Siedlung Edinburg of The Seven Seas - der einzigen auf der Insel - in drei Abwürfen 3,3 Tonnen medizinisches Material ab, darunter vor allem Sauerstoff. Gemäß der Regierung von Tristan da Cunha war es das erste Mal, dass ein Flugzeug im Tiefflug über die Insel geflogen ist.