Die verunglückte Bombardier CRJ 900: War mit einem Feuerwehrfahrzeug kollidiert.

Unfall einer Bombardier CRJ 900 von Air CanadaFlughafen LaGuardia: Immer wieder kamen sich Flugzeuge und Fahrzeuge zu nahe

Nach dem tödlichen Unfall in New York rückt der Fokus auf ein bekanntes Problem: Am Flughafen LaGuardia kam es auch in der Vergangenheit immer wieder zu gefährlichen Situationen zwischen Flugzeugen und Fahrzeugen.

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Nach dem tödlichen Zusammenstoß einer Bombardier CRJ 900 von Air Canada Express mit einem Feuerwehrtruck laufen die Ermittlungen der Behörde National Transportation Safety Board (NTSB) an. Allerdings sind die Bedingungen alles andere als gut: Teile des Ermittlungsteams trafen erst stark verspätet am New Yorkers Flughafen LaGuardia ein. Grund waren unter anderem massive Warteschlangen an Sicherheitskontrollen und Einschränkungen im Luftverkehr aufgrund des Shutdowns des Heimatschutzministeriums. NTSB-Chefin Jennifer Homendy musste sogar auf eine mehrstündige Autofahrt ausweichen, um zum Unfallort zu gelangen, wie sie bei einer ersten Pressekonferenz berichtete.

Daher müsse man seine Erwartungen entsprechend anpassen, sagte Homendy. Man tue, was man könne, doch die Arbeit sei aktuell zäh und verlange den Mitarbeitenden noch mehr ab als sonst. Immerhin: Beide Flugschreiber konnten geborgen werden.

Der Stimmenrekorder ist laut NTSB unbeschädigt, während Experten prüfen, ob sich die Daten des Flugdatenschreibers vollständig auslesen lassen. Während die Analyse erst beginnt, richtet sich der Blick zunehmend auf die Umstände am Flughafen selbst und auf Vorfälle in der Vergangenheit.

Immer wieder kamen in LaGuardia Fahrzeuge Flugzeugen zu nah

Wie eine Recherche des Portals The Air Current zeigt, passt der Unfall in ein Muster: Daten aus Sicherheitsberichten zeigen, dass es in LaGuardia immer wieder zu kritischen Situationen zwischen Flugzeugen und Fahrzeugen am Boden kam. So kreuzten etwa 2015 Wartungsfahrzeuge ohne Freigabe eine Startbahn, während ein Flugzeug zum Abheben ansetzte. In einem anderen Fall kamen Schneepflüge einer startenden Maschine bis auf wenige Meter nahe. Auch in den Jahren davor und danach gab es ähnliche Vorfälle, von unerlaubten Fahrten über Rollbahnen bis hin zu abrupten Bremsmanövern von Piloten, um Kollisionen zu vermeiden.

Ein besonders eindrücklicher Zwischenfall ereignete sich im Jahr 2000: Damals überflog ein Airbus A320 beim Start ein Fahrzeug in extrem geringer Höhe. Aber auch später ereigneten sich Zwischenfälle: 2014 hatte ein Pilot angegeben, sein Flugzeug zu einem «ruckartigen Stillstand» bringen zu müssen, nachdem ein Fahrzeug der Port Authority of New York and New Jersey vor ihm die Bahn gekreuzt hatte. Ein ähnlicher Vorfall mit starkem Bremsen ereignete sich 2016.

LaGuardia ist anspruchsvoll aufgebaut

2021 berichteten Piloten am Flughafen, dass sie ihr Flugzeug abrupt stoppen mussten, nachdem ein Tankfahrzeug nicht wie vorgeschrieben Vorfahrt gewährt hatte. Eine Flugbegleiterin wurde dabei leicht verletzt. Der Pilot bezeichnete den Vorfall in seinem Bericht als das «schlimmste Beispiel für das Verhalten eines Flughafenfahrzeugs, das ich in 30 Jahren Luftfahrt erlebt habe», berichtet The Air Current.

Der Flughafen selbst gilt als anspruchsvoll. Denn LaGuardia verfügt über zwei sich kreuzende Start- und Landebahnen auf engem Raum und gehört zu den verkehrsreichsten Flughäfen der USA. Die Kombination aus dichter Taktung, begrenzter Fläche und komplexen Abläufen erfordert höchste Konzentration aller Beteiligten.

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