Die amerikanische Luftfahrtbehörde verpflichtet die Betreiber von Dutzenden Boeing 787 zu Inspektionen ihrer Flugzeuge, um mögliche Risse in den Tragflächen zu erkennen. Dazu erlässt die Federal Aviation Administration jetzt eine Lufttüchtigkeitsanweisung (Englisch: Airworthiness Directive oder kurz AD). Im März hatte die Federal Aviation Administration FAA einen entsprechenden Vorschlag zur Kommentierung veröffentlicht hatte. Die neue Regelung tritt zum 1. Oktober 2026 in Kraft.
Auslöser war eine Untersuchung von Boeing zu Fertigungsfehlern und überhöhten Vorspannkräften an Verbindungsplatten, die mit den unteren Außenflächen der Tragflächen verbunden sind. «Die Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass die Spaltmaße der Ausgleichsscheiben möglicherweise die technischen Vorgaben überschritten haben und hohe Zugkräfte auf die Bauteile dazu führen können, dass sich an den Befestigungsbohrungen Ermüdungsrisse bilden», schreibt die Behörde. Blieben solche Risse unbemerkt, könnten sie sich ausbreiten und schließlich dazu führen, dass ein sicherer Flug nicht mehr möglich sei.
Geschichte des Problems geht bis ins Jahr 2019 zurück
Ein Boeing-Sprecher sagte zur Zeitung Seattle Times, die aktuelle Lufttüchtigkeitsanweisung sei der nächste Schritt in einem Prozess, der 2019 begonnen habe, als der Konzern eine veraltete Methode zur Messung von Ausgleichsscheiben (im Jargon: Shims) festgestellt habe. Damals und in den folgenden Jahren ging es dabei vor allem um die Verbindung von Rumpfteilen.
Im August 2025 schickte der Flugzeugbauer die aktuellen Inspektionsanweisungen zu den Tragflächen in einem «Boeing Alert Requirements Bulletin» an die betroffenen 787-Betreiber. Darauf baut nun auch die Anweisung der Behörde auf - macht sie aber zur Pflicht. «Wir unterstützen die Entscheidung der FAA, die Richtlinien mit dieser Lufttüchtigkeitsanweisung verbindlich zu machen», kommentiert ein Boeing-Sprecher gegenüber der Seattle Times:
Wiederholte Ultraschalluntersuchungen bei Boeing 787 nötig
Die vorgeschriebenen Inspektionen bestehen aus wiederholten Ultraschalluntersuchungen und detaillierten Sichtprüfungen der betroffenen Bereiche. Die FAA erklärt in der Anweisung, dass in den USA 17 Boeing 787 davon betroffen sind. Die Behörde nennt zwar keine Flugzeug-Seriennummern oder Betreiber. Doch da United Airlines und American Airlines den Vorschlag der Anweisung vom März kommentiert haben, dürften sie betroffen sein.
Die Seattle Times schreibt, dass international noch weitere 60 betroffene Flugzeuge hinzukommen, insgesamt sind es also 77. Da die weltweite Dreamliner-Flotte im vergangenen Jahr laut Boeing rund 1100 Jets zählte, sind also rund 7 Prozent betroffen.
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