MD83 von Swiftair: Tragsiches Unglück in Mali.

Mitarbeiter beschweren sichUnhaltbare Zustände bei Swiftair?

Schon vor dem Absturz von Flug AH5017 beklagten sich Angestellte von Swiftair über «physische und psychische Müdigkeit» - vor allem auf der Air-Algérie-Strecke.

Top-Jobs

sunny cars

Customer Service Expert (m/w/d)

München / Remote
Feste Anstellung
Autovermietung
Sunny Cars
Deutschland
30 - 40 Stunden
Top jobs
IFFD Flugdienste

Piloten/ First Officer (m/w/d)

IFFD GmbH
Graz/Klagenfurt
Feste Anstellung
NCC-Betrieb
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Flight Operations Officer in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs

Das Wrack von Flug AH5017 wurde am frühen Freitagmorgen (24. Juli) im Norden von Mali gefunden. Es ist eine schwer zugängliche, weitläufige Wüstenregion, in der die MD83 der spanischen Swiftair abstürzte, die für Air Algérie unterwegs war. 118 Menschen kamen dabei ums Leben. Experten glauben, dass das Wetter Schuld am Absturz gewesen sein könnte. Als die MD83 das Gebiet überflog, stürmte es. Der Pilot hatte deshalb zuvor wiederholt um Erlaubnis gebeten, seinen Kurs ändern zu dürfen.

Oder gibt es noch andere Gründe? Eine Woche vor dem Unglück schrieb der nun verunglückte Flugbegleiter Miguel Angel Rueda eine E-Mail an seinen Chef. Darin beklagte er sich über eine «generelle physische und psychische Müdigkeit» unter den Angestellten, welche auf der Strecke von Ouagadougou nach Algiers eingesetzt wurden. Das schreibt die Zeitung El Economista. Oftmals arbeite man sieben Tage hintereinander.

«Einfluss auf die Fähigkeit, sicher fliegen zu können»

Die täglichen Ruhezeiten seien sehr kurz, beklagte sich Rueda. Der Tag beginne zwischen 6:00 und 7:30 Uhr und ende zwischen 18:30 und 20 Uhr, schrieb Rueda. Oftmals gebe es Verspätungen. Zudem erschwerten Spezialfaktoren wie der Ramadan die Erholung der Besatzung. «Das summiert sich und hat einen Einfluss auf die Fähigkeit, sicher fliegen zu können.»

Nicht nur vor dem Hintergrund des nun Geschehenen wirken Ruedas Worte dramatisch: «An den letzten Tagen eines Einsatzzyklus ist es schwierig, sich bei Start und Landung zu konzentrieren», wie der mit AH5017 abgestürzte junge Mann schreibt. Er rief seinen Chef dazu auf, eine Lösung für das Problem zu finden. «Zum Vorteil aller.»

Nicht fertige ausgebildete Studenten als Kopiloten

Auch die spanische Pilotengewerkschaft Sindicato Español de Pilotos de Líneas Aéreas Sepla beklagt sich über Swiftair. Die Fluglinie sorge für ein «fliegendes Prekariat». Ein Kopilot verdiene in der tiefsten Stufe gerade mal 842 Euro im Monat. Zudem müssten angehende Piloten dafür zahlen, das Fliegen erlernen zu dürfen und auf die nötigen Flugstunden zu kommen. Oftmals säßen solche nicht fertig ausgebildete Studenten als Kopiloten im Cockpit. Das sei ein Sicherheitsrisiko, so die Gewerkschaft gemäß der Agentur Europa Press.

Swiftair wehrt sich gegen die Vorwürfe. Man erfülle alle Sicherheitsvorschriften. Das Personal sei sehr gut ausgebildet. Die Piloten arbeiteten nicht länger als anderswo und seien auch gleich gut ausgebildet wie bei den großen Fluglinien. Der Ausweis der Fluggesellschaft sei daher «lupenrein».

Unfall in Afghanistan

Die Airline sieht damit allerdings elegant über einen Unfall im Jahr 2012 hinweg. Damals landete eine MD83 der Airline im afghanischen Kandahar und drehte sich dabei plötzlich nach rechts. Die rechte Tragfläche berührte die Landebahn. Passagiere wurden nicht verletzt, das Flugzeug aber erlitt massiven Schaden. Die Untersuchung ergab, dass die Crew nicht den firmeneigenen Vorschriften gefolgt war. Zudem haben weder die Piloten noch Swiftair selbst die Genehmigung besessen um das an jenem Tag erforderliche Anflugverfahren durchzuführen.

Mehr zum Thema

Ryanair Malta Air Boeing 737-800 Landung

Können Sie diese Falschaussagen über die Luftfahrt aufdecken?

Flieger von Air Canada: Kanada erlebt einen Tourismusboom.

USA sind out - noch nie gab es so viele Flüge aus Europa nach Kanada

Die Golden Gate Bridge am Eingang der San Francisco Bay: Beide Flughäfen in der Nähe.

Sommerflaute: Nachfrage für Flüge zwischen Europa und USA erholt sich kaum

Platz 7: Barcelona
55 Millionen (+10,3 Prozent vs. 2023, +4,4 Prozent vs. 2019)

Europas beliebteste Flugrouten im Sommer 2025

Video

amboseli airstrip under water
Ein Video aus dem Amboseli-Nationalpark in Kenia scheint einen See zu zeigen. Aber nein: Es ist die Start- und Landebahn des Park-Airports. Sie ist vollständig im Wasser verschwunden.
Timo Nowack
Timo Nowack
air canada bridgetown umkehr
Am Flughafen Bridgetown ging auf einmal gar nichts mehr. Flüge von Air Canada und Jetblue mussten auf dem Weg zum internationalen Flughafen von Barbados plötzlich umkehren. Grund war ein spontaner Streik.
Timo Nowack
Timo Nowack
Dassault Falcon 10X: Die Franzosen haben am 10. März das Rollout gefeiert.
Die Entwicklung verzögerte sich immer mehr. Nun hat Dassault endlich ihren neuesten Ultralangstrecken-Businessjet erstmals öffentlich präsentiert. Die Falcon 10X soll mit Geräumigkeit, Reichweite und Geschwindigkeit punkten.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies