Airbus A330 von Sir Lankan Airlines in Colombo: Die Fluglinie will mehr Langstreckenjets.

Colombo auch als ZwischenstoppSri Lankan Airlines will forsch wachsen - doch es fehlen Flugzeuge

Die staatliche Fluglinie des Inselstaates hat große Pläne, in denen neben Europa auch Australien eine zentrale Rolle spielt. Doch alles wird nur möglich, wenn Sri Lankan Airlines weitere Flugzeuge bekommt.

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Sri Lankan Airlines ist trotz ihrer wirtschaftlichen Bedeutung inzwischen eine schwere Belastung für den Staatshaushalt des Landes. Mehrfach haben verschiedene Regierungen versucht, die Fluggesellschaft zu privatisieren. Erst wurde Qatar Airways als Investor gehandelt, später kam die indische Tata Group ins Spiel. Abgeschlossen wurden die Deals nie. Die Airline ist weiterhin Staatseigentum.

Statt des Verkaufs ist das Ziel, Sri Lankan Airlines in ein profitables, effizientes und modernes Staatsunternehmen umzuwandeln. Über den aktuellen Stand und die Zukunftspläne hat aeroTELEGRAPH mit Chinthaka Weerasinghe, Regional Manager von Sri Lankan Airlines für Europa, Amerika und Großbritannien, gesprochen.

Nur Sri Lankan Airlines fliegt direkt nach Europa

Sri Lankan Airlines hat ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal: Sie ist die einzige Fluglinie, die Colombo direkt mit Europa verbindet. Aktuell habe keine europäische Airline Flüge nach Sri Lanka im Flugplan, erklärt Weerasinghe. Und das würde seine Fluggesellschaft nutzen, wenn sie könnte. Das Problem jedoch: Es fehlt an zusätzlichen Langstreckenflugzeugen.

Die Regierung sei derzeit auf der Suche nach Leasing- oder Kaufoptionen für weitere Flugzeuge. «Wir konzentrieren uns so weit wie möglich auf weitere Airbus-Flugzeuge», so Weerasinghe. Sri Lankan Airlines hat aktuell zehn Airbus A330 in der Flotte. «Unsere Absicht ist, sobald wir die Flugzeuge organisiert haben, zwei Mal täglich nach London sowie täglich nach Frankfurt und Paris zu fliegen», so der Europa-Chef. Aktuell steht London-Heathrow täglich im Flugplan, Paris und Frankfurt jeweils drei Mal wöchentlich.

Colombo als Umsteigeflughafen auf dem Weg nach Australien?

Neben Europa spielt auch Australien eine wichtige Rolle. Sri Lankan Airlines würde zu den Zielen Sydney und Melbourne gerne ausbauen, erklärt Weerasinghe. Australien sei zum einen aufgrund des wachsenden Tourismus interessant, zum anderen aber auch für Menschen, die ihre Freunde und Verwandten in Sri Lanka oder Indien besuchen möchten.

Weerasinghe kann sich auch vorstellen, dass Colombo eine Drehkreuzfunktion auf dem Weg von Australien nach Europa einnehmen könnte. «Es gibt beträchtlichen Verkehr auf der Känguru-Route. Menschen, die von London nach Melbourne oder Sydney und umgekehrt reisen.» Ein Zwischenstopp in Sri Lanka wäre für viele attraktiv.

Indien wichtigster Markt mit 80 Flügen pro Woche

Neben dem Tourismus hat die Fluggesellschaft ein weiteres wichtiges Standbein: den Verkehr zwischen Sri Lanka und Indien, sei es für VFR-Flüge (Visiting friends and relatives) oder Arbeitsmigration. «Indien ist mit Abstand unser wichtigster Markt. Wir bieten 80 Flüge pro Woche an und bedienen alle fünf großen Metropolen», sagt Weerasinghe.

Nach Indien fliegt die Airline mit ihrer Airbus-A320-Flotte. «Mit Ahmedabad nehmen wir ein neues Ziel in Indien auf», erklärt der Europa-Chef. «Eigentlich sind wir eine der wenigen Airlines, die in alle südasiatischen Länder fliegen – mit Ausnahme von Bhutan und Afghanistan, die wir derzeit nicht anfliegen.»

Malediven als strategischer Markt für Sri Lankan Airlines

Eine besondere Bedeutung haben die Malediven für Sri Lankan Airlines, weil sie dabei Langstrecken- und Kurzstreckenflüge verbindet: Viele europäische Touristen erkunden erst Sri Lanka und fliegen anschließend nach Malé weiter. Um diese Nachfrage zu bedienen, bietet die Airline drei tägliche Verbindungen zwischen Colombo und den Malediven an.

Jetzt braucht die Sri Lankan Airline nur noch neue Flugzeuge, um auch ihre ambitionierten Ausbaupläne umzusetzen.

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