Airbus A220 von Swiss in Genf: Piloten wollten sich alkoholisiert ins Cockpit setzen.

Airbus A220 in GenfAufmerksame Teammitglieder stoppen alkoholiserte Swiss-Piloten vor dem Abflug

Zwei Piloten der Schweizer Lufthansa-Tochter wollten trotz etlicher Drinks am Vorabend einen Airbus A220 auf einem Flug ab Genf steuern – doch dazu kam es nicht. Crewmitglieder schlugen Alarm, der Verdacht bestätigte sich. Swiss hat die Piloten suspendiert und prüft weitere Schritte.

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Die beiden Männer saßen abends noch im Genfer Crewhotel zusammen. Am nächsten Morgen hätten sie gemeinsam einen Airbus A220 von Swiss an ein Ziel in Europa steuern sollen. Doch dazu kam es nicht.

Denn die beiden Piloten tranken deutlich später und deutlich mehr, als sie es vor ihrem Dienst gedurft hätten. Beobachter des Abends bezeichnen ihren Zustand als «deutlich alkoholisiert». In Europa gilt für Cockpitcrews eine Grenze von 0,2 Promille, um Messfehler oder Restalkohol durch Lebensmittel abzufangen. Fluggesellschaften fordern aber in ihren Handbüchern eine strikte 0,0-Promille-Mentalität vor dem Dienstantritt.

Die Piloten von Swiss missachteten gesetzliche und interne Regeln

Zudem gibt es die Achtstunden-Regel, auf Englisch eight hours from bottle to throttle genannt. Viele Fluggesellschaften fordern jedoch zwölf Stunden Abstinenz vor einem Einsatz und fordern Crews sogar auf, 24 Stunden vorher keinen Alkohol mehr zu konsumieren. Alle diese Regeln haben die beiden Swiss-Piloten in Genf missachtet. Und vor allem: Sie haben ihren Zustand nicht erkannt und sich nicht als fluguntauglich gemeldet.

Glücklicherweise waren ihre Crewkolleginnen und -kollegen aufmerksam. Sie meldeten den Zustand der beiden Piloten dem Vorgesetzten. «Die Hinweise waren so konkret, dass wir an der Einsatzfähigkeit der Piloten zweifeln mussten», sagt ein Sprecher von Swiss und bestätigt den Vorfall gegenüber aeroTELEGRAPH. «Die beiden Piloten wurden vor Beginn ihres Dienstes noch im Crewhotel aus dem Einsatz genommen und ersetzt.»

Swiss sieht funktionierendes Sicherheitssystem

Swiss betont, dass die beiden Piloten an jenem Morgen im März 2026 zu keiner Zeit im Cockpit gesessen hätten. Der Fall zeige zudem, dass «unsere Sicherheitsmechanismen funktionieren: Mitarbeitende haben ihre Verantwortung wahrgenommen und ihre Beobachtungen gemeldet. Wir haben sofort gehandelt und die vorgesehenen Prozesse angewendet.» Diese Sicherheitskultur trage dazu bei, dass «wir Risiken erkennen und ausschliessen, bevor sie Auswirkungen auf den Flugbetrieb haben», so der Sprecher.

«Für unsere Crewmitglieder gelten klare und strenge Vorgaben zum Umgang mit Alkohol. Sie dürfen ihren Dienst nicht unter Alkoholeinfluss antreten oder ausüben» so der Sprecher von Swiss weiter. Man stelle höchste Ansprüche an die Flugsicherheit und Crews und toleriere keinen Alkoholmissbrauch.

Swiss hat die beiden Piloten suspendiert

Die beiden Piloten wurden von Swiss bis auf Weiteres vom Dienst suspendiert. «Die involvierten Stellen arbeiten den Fall derzeit auf. Bis dies abgeschlossen ist, werden die betroffenen Piloten nicht im Flugdienst eingesetzt, sie führen also weiterhin keine Flüge durch», so der Sprecher. Er weist daraufhin: Verstöße gegen die internen Sicherheitsgrundsätze würden sehr ernst genommen «und sie können arbeitsrechtliche Konsequenzen haben».

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