Airbus A400M der Roal Air Force nach der Landung in Jan Mayen: Mit dem Transporter wurden Nato-Kontingente in die Arktis verlegt.

Jan MayenAirbus A400 M landet am Ende der Welt - und im Zentrum der Geopolitik

US-Marines, britische Royal Marines und norwegische Soldatinnen und Soldaten üben auf Jan Mayen. Airbus A400 M und Lockheed C-130 brachten für die Manöver neben Truppen auch Material auf die abgelegene Arktisinsel.

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Die Nato verstärkt ihre Präsenz im hohen Norden – und dafür landen schwere Militärtransporter auf einer der abgelegensten Inseln Europas. Mit Airbus A400M Atlas und Lockheed C-130 Hercules hat sie Truppen auf die norwegische Insel Jan Mayen verlegt. Landungseinheiten der US-Marines, britische Royal Marines und norwegische Soldatinnen und Soldaten sollen dort die strategisch wichtige Lücke zwischen Großbritannien, Grönland und Island schließen.

Die laufenden Operationen unter dem Namen Atlantic City begannen am 29. August und dauern noch bis zum 4. September. Neben den Einheiten wurden auch zwei leichte taktische Fahrzeuge in die klirrendkalte Einöde in der Arktis gebracht. Die Transporte werden von Oslo, London und Washington gemeinsam koordiniert.

In etwa so lang wie ein Airbus A320

Mit dem Airbus A400M Atlas rückt die britische Armee dabei in einem außergewöhnlichen Militärtransporter an. Denn er kombiniert die Kapazitäten eines strategischen mit denen eines taktischen Transportflugzeugs. Mit einer maximalen Nutzlast von rund 37 Tonnen kann er deutlich mehr Fracht aufnehmen als eine Lockheed C-130 Hercules. Bis zu 116 Soldatinnen und Soldaten kann der A400 M transportieren. In einer gemischten Konfiguration sind 54 Truppenmitglieder plus neun Militärpaletten möglich. Mit einer Länge von 45,1 Metern ist der Flieger ungefähr so lang wie ein Airbus A320.

Angetrieben wird der A400 M von vier Europrop-TP400-D6-Turboproptriebwerken mit jeweils rund 11.000 PS. Bei einer Reisegeschwindigkeit von etwa Mach 0,72 ist er für ein Flugzeug seiner Kategorie überdurchschnittlich schnell. Bei geringer Nutzlast fliegt er bis zu 8700 Kilometer weit – theoretisch also von Frankfurt bis nach Peking. Damit liegt der A400M leistungsmäßig zwischen einem taktischen Transportflugzeug wie der C-130J und einem strategischen Schwerlasttransporter wie der Boeing C-17 Globemaster III.

Abgelegene Insel im Brennpunkt der Weltpolitik

Seinen Erstflug absolvierte der A400 M 2009. Zum Einsatz kam das europäische Gemeinschaftsprodukt seitdem in Afghanistan, Irak und Syrien, Mali und in der Sahelzone, im Sudan, Libyen und in Marokko. Verwendung fand er auch nach dem Erdbeben 2018 im indonesischen Palu. Die Endmontage erfolgt bis heute im Airbus-Werk San Pablo in Sevilla. Die dreiköpfige Besatzung besteht aus zwei Pilotinnen und Piloten sowie einem Ladungsmeister.

Jan Mayen, 1000 Kilometer westlich vom norwegischen Festland entfernt, liegt auf etwa 71 Grad nördlicher Breite und damit nördlicher als der größte Teil Alaskas. Im Winter kann es dort bis zu minus 20 Grad kalt werden. Die Vulkaninsel hat keine permanente einheimische Bevölkerung, sondern für gewöhnlich bis zu 35 Saisonarbeiter, die die Radar- und meteorologischen Stationen besetzen. Doch ihre Abgeschiedenheit macht Jan Mayen militärisch keineswegs bedeutungslos. «Wer den Norden kontrolliert, der kontrolliert den Atlantik», lautet eine alte Militärweisheit. Denn von hier aus lassen sich Truppen und Material schnell zwischen den transatlantischen Partnern in Europa und Nordamerika hin- und hertransportieren.

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