Embraer E2 von Helvetic: Bald nach Tel Aviv unterwegs.

Für Lufthansa-Tochter SwissSo plant Helvetic Airways ihre Flüge nach Tel Aviv

Der Auftrag ist sensibel: Die Wet-Lease-Airline übernimmt Flüge von Swiss nach Tel Aviv. in puncto Sicherheitsbedenken setzt Helvetic Airways auf enge Abstimmung mit Behörden, flexible Einsatzpläne - und eine neue Härtefallregelung für Crews.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Teamleiter Montage & Support (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Leiter Zerspanung Kleinteile / Stv. Abteilungsleiter (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
k5 logo

Captain A320 (m/w/d)

K5-Aviation GmbH
München, Hamburg, Stuttgart
Feste Anstellung
Business Aviation
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
logo-gi-group

Teamleiter (gn) am Flughafen Hamburg

Hamburg
Feste Anstellung
Gi Group Recruiting
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Swiss fliegt seit vier Wochen wieder nach Tel Aviv. Nun baut sie die Frequenzen aus. Im November kommt ein zweiter Flug hinzu. Er stoppt auf dem Rückweg in Athen. Dort steigt die Crew aus und wird abgelöst. So kann die Schweizer Lufthansa-Tochter verhindern, dass ihre Besatzungen in Israel übernachten müssen.

Doch lange wird Swiss den speziellen Flug nicht durchführen. «Infolge der anhaltenden Engpässe bei Pilotinnen und Piloten setzt Swiss weiterhin gezielt Wet-Lease-Partner ein, um das Flugangebot auf der Kurzstrecke zuverlässig aufrechtzuerhalten», erklärt sie. Am 1. Dezember übernimmt Helvetic Airways diese Swiss-Flüge nach Tel Aviv. Sie setzt ihre Embraer E195-E2 auf der Strecke ein.

Mitarbeitende von Helvetic Airways hatten Pläne kritisiert

Die Umsetzung ist allerdings für die langjährige Partnerin eine Herausforderung. Wie Helvetic Airways-Operativchef Nicolas Bachmann im Gespräch mit aeroTELEGRAPH erklärt, sind die betrieblichen Abläufe und Vorbereitungen auf operativer Ebene weitgehend abgeschlossen. «Wir stehen weiterhin in engem Austausch mit den zuständigen Stellen in Israel und innerhalb von Swiss», sagt er. Zuvor hatte es von einigen Mitarbeitenden Kritik an den Plänen gegeben. Über die interne Kommunikationsplattform äußerten sie Bedenken bezüglich der Sicherheit.

Das sei aber nur eine Seite der Reaktionen, so Bachmann. Genauso habe er Rückmeldungen von Crews bekommen, die auf jeden Fall die Flüge nach Tel Aviv in ihrem Dienstplan sehen wollten.

Ein Plan B, falls sich die Lage in Israel wieder verschlechtert

Zudem, so Bachmann, habe die Sicherheitsabteilung von Helvetic Airways laufend mit israelischen Behörden und Partnern der Lufthansa-Gruppe Kontakt. «Wir haben Zugriff auf sämtliche sicherheitsrelevanten Erkenntnisse innerhalb der Gruppe und stehen zusätzlich mit den entsprechenden Geheimdienststellen im Austausch», so Bachmann.

Für den Fall, dass die Lage sich zuspitzt, habe Helvetic Airways zudem verschiedene Varianten erarbeitet, die die Übernachtung in Tel Aviv umgehen. Vorgesehen ist dann etwa ein Night Stop der Embraer E195-E2 wie im November bei Swiss in Griechenland oder Zypern.

Helvetic Airways hat Härtefallregelung entwickelt

Zudem hat Helvetic Airways ein eigenes internes Verfahren entwickelt, falls Mitarbeitende sich nicht in der Lage sehen, die Flüge anzutreten. – nicht nur für Tel Aviv, sondern grundsätzlich für den Fall, dass Flüge in Regionen mit erhöhter Sicherheitslage geplant sind. Es ähnelt der Härtefall- oder Angstklausel, die auch andere Airlines anwenden.

Sollte es für Angestellte einen Konflikt geben, können sie sich melden und der Fall wird geprüft. Die Unternehmensführung entscheidet dann über Einzelfälle. Sollte jemand als Härtefall eingestuft werden, muss die Person sich auch nicht noch einmal deswegen melden und wird für die gesamte Flugplanperiode nicht mehr für die Strecke eingeplant.

Individuelle Gespräche und Unterstützung

Mitarbeitenden von Helvetic Airways, die Bedenken haben, bietet die Airline während der gesamten Einsatzperiode zudem individuelle Gespräche und Unterstützung an. Die Härtefallregelung soll nicht nur für Tel Aviv Anwendung finden, sondern auch, falls die Wet-Lease-Fluggesellschaft einmal Aufträge für andere politisch heikle Regionen erhält.

Eines macht der Helvetic Airways-Operativchef aber auch klar: Politisch unterschiedliche Einstellungen werde man nicht als Härtefall akzeptieren, denn man habe den Auftrag, Reisende aus verschiedensten Kulturen zu befördern. «Wir bleiben neutral wie die Schweiz», so Bachmann.

Wir sind nahe an den Quellen, kritisch in der Sache, fair im Ton. So arbeitet unsere erfahrene Fachredaktion seit Jahren. Mit einem Beitrag, günstiger als ein Cappuccino, helfen Sie, dass das so bleibt – und Sie lesen aeroTELEGRAPH noch dazu werbefrei. Jetzt hier klicken und abonnieren

Mehr zum Thema

ticker-helvetic-airways

Diese Strecken bedient Helvetic Airways für Lufthansa

ticker-helvetic-airways

Nach Wegfall von Cityline: Helvetic Airways stationiert Embraer E195 für Lufthansa in München

Embraer E190 von German Airways: Fliegt künftig für Condor Städtestrecken.

Diese Strecken bedienen German und Helvetic Airways für Condor

Flieger von Helvetic Airways und Swiss: Die Schweizer Lufthansa-Tochter braucht Hilfe

Swiss baut Wet-Lease im Sommer widerwillig auf 27 Flugzeuge aus

Video

condor flughafen zeichnen
Wer am Flughafen warten muss, kann einen künstlerischen Zeitvertreib ausprobieren. Zeichner Kevin Zych gibt eine kurze Videoanleitung dafür.
Timo Nowack
Timo Nowack
erdfall la guardia loch
Am New Yorker Flughafen LaGuardia ist nahe einer Start- und Landebahn ein tiefes Loch im Rollweg entdeckt worden. Viele Flüge mussten am Mittwoch gestrichen werden.
Timo Nowack
Timo Nowack
Snowbirds im Formationsflug: Die Flugstaffel fliegt ab 2030 mit Pilatus PC-21.
Über 50 Jahre setzten die Snowbirds auf heimische Strahlflugzeuge von Canadair. Nach der aktuellen Saison ist damit Schluss. Künftig werden die Pilotinnen und Piloten der kanadischen Kunstflugstaffel mit Flugzeugen von Pilatus begeistern.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies