Flugzeuge von Qatar Airways und Air Serbia am Flughafen Moskau-Sheremetyevo (Archivbild 2022): Auch heute fliegen viele internationale Airlines nach Moskau.

Warnung der UkraineMehr ukrainische Drohnen: Russlands Luftraum wird zum Risiko für internationale Airlines

Die Ukraine verstärkt ihre Drohnenangriffe auf Russland. Präsident Volodymyr Zelenskyy warnt deshalb jetzt vor einer Nutzung des russischen Luftraums - in dem noch immer viele prominente internationale Fluggesellschaften unterwegs sind. Für sie könnte das zum Problem werden.

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Seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges im Februar 2022 hat die Ukraine ihren Luftraum für zivile Flüge vollständig geschlossen. Nun hat der ukrainische Präsident auch den russischen Luftraum für faktisch geschlossen erklärt. Natürlich hat Volodymyr Zelenskyy keine Befugnis dazu, das wirklich zu tun - es ist eine Warnung. «Heute wollen wir jede Airline warnen, die den russischen Luftraum nutzt, jeden Versicherer und jeden, der weiterhin zentrale russische Flughäfen nutzt», so der ukrainische Präsident.

«Die Ukraine droht nicht der zivilen Luftfahrt an sich oder irgendeinem zivilen Flugzeug», sagte Zelenskyy in einer Videobotschaft. «Es ist einfach so, dass Drohnen im russischen Luftraum sein werden, und das muss in Betracht gezogen werden.» Zwar würden die russischen Behörden nicht die nötigen Warnungen herausgeben, aber faktisch werde der russische Luftraum schließen müssen, weil er komplett unsicher werde, so der ukrainische Präsident.

Selenskyj warnt vor Luftraum, Putin spricht von Terrorismus

Russlands Präsident Putin wurde bei einer Pressekonferenz in Kirgisistan um eine Reaktion auf Zelenskyys Botschaft gebeten. Er sagte, er habe das Statement selber noch nicht gehört, aber wenn die Wiedergabe des Journalisten stimme, grenze es an Terrorismus.

Zelenskyy hatte Russland schon vor einigen Tagen mit mehr Drohnen gedroht. Derzeit führe man täglich rund 300 Langstrecken-Drohnenangriffe durch, wolle dies aber auf 1000 steigern.

Osprey Flight Solutions, Anbieter von Luftfahrt-Risikoanalysen und Sicherheitsinformationen, erwartet, «dass die Ukraine im Laufe des Jahres 2026 weiterhin mehrmals täglich Drohnen-, Raketen- und/oder Geschossangriffe auf russisches Staatsgebiet durchführen wird.» Während die Mehrheit dieser Angriffe voraussichtlich innerhalb von 300 Kilometern von der Grenze stattfinden werde, seien auch tägliche Angriffe auf weiter im Landesinneren gelegene Gebiete Russlands nahezu sicher, auch in der Nähe von Moskau und St. Petersburg.

Diese Fluggesellschaften fliegen nach Russland

Neben russischen Fluggesellschaften nutzen weiterhin diverse ausländische Airlines den russischen Luftraum. Zum einen fliegen viele Fluggesellschaften nach Moskau - zu den prominentesten gehören Emirates, Etihad Airways, Qatar Airways, Turkish Airlines, Ethiopian Airlines, Vietnam Airlines, Air Serbia sowie alle großen chinesischen Fluggesellschaften.

Zudem nutzen internationale Fluggesellschaften den russischen Luftraum für Überflüge. So mussten beispielsweise etliche große europäische Fluglinien ihr China-Angebot reduzieren, da chinesische Airlines im Gegensatz zu ihnen über Russland fliegen können. Das ermöglicht direkte Routen und somit auch kürzere Flugzeiten und geringere Treibstoffkosten.

Versicherung wird zum Problem

Reaktionen ausländischer Fluggesellschaften auf Zelenskyys Warnung sind noch nicht bekannt. Ein erhöhtes Risiko könnte aber für sie auch bedeuten, dass Versicherungen ihre Flugzeuge für Flüge nach und über Russland nicht mehr versichern. Dadurch würden Flüge unmöglich, sofern nicht eine Regierung die Versicherung übernimmt. Klar ist aber: Sie alle könnten einen Wegfall des russischen Luftraums irgendwie verschmerzen.

Anders sieht es bei den russischen Fluggesellschaften selbst aus. Sie leiden eh unter einem Mangel an Flugzeugersatzteilen aufgrund der westlichen Sanktionen gegen Russland. Zwar konnten russische Fluglinien ihre Passagierzahlen im internationalen Verkehr in den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 steigern, im Inlandsverkehr geht aber sowohl die Zahl der Flüge als auch der Passagiere zurück.

Inlandsflugverkehr in Russland schrumpfte bereits vorher

Von Januar bis Juni sank laut der russischen Flugsicherung die Zahl der Inlandsflüge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7,7 Prozent. Die Passagierzahl von Januar bis Juli sank im Inland um 7,7 Prozent. Die Auslastung von rund 90 Prozent war dabei allerdings hoch.

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