Ein ukrainischer General (rrechts) lässt seine Ausrüstung von einem US-Air-Force-Servicemann überprüfen.

Ausrichtung auf westliche KampfjetsLuftwaffe der Ukraine will sowjetisches Erbe über Bord werfen

Lockheed Martin F-16 und Saab Gripen statt Mikojan-Gurewitsch MiG-29: Die ukrainische Luftwaffe wechselt nicht nur von sowjetischen auf westliche Kampfjets. Sie muss auch ihre Infrastruktur und Organisation entsprechend neu ausrichten.

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Neben sowjetischen Mustern setzt die ukrainische Luftwaffe auch westliche Militärjets wie die Lockheed Martin F-16 Fighting Falcon ein. Künftig sollen diese den Kern einer modernisierten Flotte bilden.

Yurii Ihnat, Sprecher des ukrainischen Luftwaffenkommandos, erläuterte die Pläne am 26. Oktober 2026 gegenüber der Nachrichtenagentur RBC-Ukraine. Zu der Neuordnung der «Luftkräfte der Ukraine» (so ihr offizieller Name: Повітряні Сили України oder Powitrjani Syly Ukrajiny) zählen fliegerische Verbände nach dem sogenannten Wing-Prinzip sowie universell nutzbare Luftwaffenbasen. Ein erster Schritt ist bereits erfolgt: Die Luftwaffe stellte die Facebook-Seite des 107. F-16-Fliegergeschwaders vor. Auch Mirage 2000-5 gehören inzwischen zur ukrainischen Flotte.

Aus Schweden kommen Gripen-Kampfjets von Saab

Für Anfang 2027 sind zunächst 16 Saab Gripen C/D als schwedische Militärhilfe vorgesehen. Am 30. Juni 2026 vereinbarten die Ukraine und Schweden zudem die Beschaffung von 16 Saab JAS 39E Gripen. Die Auslieferung dieser Flugzeuge soll Anfang 2029 beginnen.

Als Kern der Reform will Kyiv seine Luftwaffeninfrastruktur an westliche Kampfflugzeuge anpassen. Bislang sind manche ukrainischen Flugplätze und ihre technische Ausstattung auf alt-sowjetische Muster zugeschnitten, etwa die Mikojan-Gurewitsch MiG-29 (Nato-Code: Fulcrum). Yurii Ihnat nennt den Flugplatz Iwano-Frankiwsk als Beispiel für eine Infrastruktur, die auf die MiG-29 ausgerichtet ist. Die künftigen Stützpunkte sollen mehrere Flugzeugtypen aufnehmen, warten und versorgen können.

Voraussetzungen für parallelen Betrieb von F-16 und Gripen

Damit schafft die Ukraine Voraussetzungen für den parallelen Betrieb von US-amerikanischen F-16 und möglicherweise schwedischen Gripen. Die neue Struktur soll die Einsatzfähigkeit erhöhen und den Übergang zu westlichen Standards langfristig absichern.

Zugleich will die Luftwaffe die vorhandenen Lockheed Martin F-16 Fighting Falcons modernisieren. In Gesprächen mit dem US-Hersteller ging es um Reparaturen, Wartung und mögliche Leistungsverbesserungen der bereits gelieferten Vipers, wie sie auch genannt werden, der älteren Block-15-Version.

Instandhaltungsbedarf wächst durch den Krieg rasant

Aufgrund des Kriegseinsatzes steigt der Instandhaltungsbedarf rasant. Nach Angaben von Yurii Ihnat setzte Russland allein im September 2026 rund 3500 düsentriebwerksgetriebene Drohnen gegen die Ukraine ein. Die Abwehr dieser schnellen Flugkörper (unbemannte Kampdrohnen und Kamikazedrohnen) stellt die ukrainische Luftwaffe vor zusätzliche Herausforderungen.

Langfristig bevorzugen ukrainische Piloten die moderneren F-16 Block 70/72, die laut Sprecher Ihnat bessere Möglichkeiten im Abwehrkampf gegen Moskaus Sukhoi Su-35 bieten würden.

So lief der Übergang in Polen

Der Übergang von sowjetischen auf westliche Flugzeugmuster und Organisationsstandards ist ein langfristiger Prozess. Die Slowakei nahm ihre MiG-29 bereits 2022 außer Dienst.

Polen hat seine Kampfflugzeugflotte ebenfalls schrittweise modernisiert und 2023 14 MiG-29 an die Ukraine abgegeben. Die ersten Fulcrums erhielten die polnischen Luftstreitkräfte 1989, also im Jahr des Mauerfalls und zwei Jahre vor dem Ende der Sowjetunion und des Warschauer Pakts. Die letzten verbliebenen Jagdbomber des sowjetischen Typs Suchoi Su-22 (Nato-Codename «Fitter») wurden in Polen erst im September 2025 offiziell aus dem aktiven Dienst verabschiedet.

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