Boeing 777-300 ER von KLM: An Bord solch einer Maschine befand sich die erkrankte Frau kurzzeitig.

In JohannesburgHantavirus-Opfer befand sich auch kurz an Bord einer Boeing 777 von KLM

Die Niederländerin, die in Johannesburg am Hantavirus gestorben ist, wollte eigentlich nach Amsterdam fliegen. Die ehemalige Passagierin der MV Hondius hatte die Boeing 777 von KLM schon betreten. Dank der aufmerksamen Crew durfte sie dann aber nicht mitfliegen.

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An Bord der MV Hondius sind mehrere Reisende und Crewmitglieder am lebensbedrohlichen Hantavirus erkrankt, drei mittlerweile sogar verstorben, darunter ein niederländisches Ehepaar. Der Mann starb noch an Bord, die Frau verließ das Schiff auf St. Helena, um den Leichnam auf Flügen nach Johannesburg und weiter nach Amsterdam zu begleiten.

Allerdings brach die Frau am Flughafen Johannesburg zusammen und verstarb am nächsten Tag im Krankenhaus. So zeigte sich, dass auch sie mit dem Hantavirus infiziert war. Daher startete die Weltgesundheitsorganisation WHO einen dringenden Aufruf, um die 82 weiteren Fluggäste von Airlink-Flug 4Z132 von St. Helena nach Johannesburg am 25. April zu finden.

Crew gestattete der Frau den Mitflug nach Amsterdam nicht

Die 69-jährige Niederländerin hatte nach dem Verlassen des Schiffes über Magen-Darm-Probleme geklagt, schon an Bord der Embraer E190 ging es ihr aber schlechter. Was bisher noch nicht bekannt war: Die Frau landete nicht nur mit dem Airlink-Flug in Johannesburg, brach am Flughafen zusammen und wurde dann ins Krankenhaus gebracht, sondern sie bestieg zwischendurch auch kurzzeitig ein Flugzeug von KLM.

Die Fluggesellschaft teilte am 6. Mai mit, dass die niederländische Gesundheitsbehörde RIVM sie nun darüber informiert habe. «Aufgrund des damaligen gesundheitlichen Zustands der Passagierin entschied sich die Besatzung, der Passagierin die Mitreise auf diesem Flug nicht zu gestatten», so KLM. Die Frau sei später in Johannesburg gestorben. Die Airline spreche den Hinterbliebenen ihr tiefstes Beileid aus und wünsche ihnen viel Kraft.

Boeing 777 mit Platz für 381 Fluggäste im Einsatz

Bei dem betroffenen Flug handelte es sich um KL592. Im Codeshare trug er auch Flugnummern von Air France (AF828), Delta (DL9560) und SAS (SK6855). Er startete am 25. April um 23:15 Uhr Ortszeit von Johannesburg nach Amsterdam. «Nachdem die Passagierin das Flugzeug verlassen hatte, hob die Maschine in Richtung Niederlande ab», so KLM.

Im Einsatz war an diesem Tag die Boeing 777-300 ER mit dem Kennzeichen PH-BVK und dem Taufnamen Yellowstone National Park / Nationaal Park Yellowstone. Das Flugzeug hat 381 Plätze: 35 in der Business Class, 24 in der Premium Economy und 322 in der Economy Class. Wie viele Reisende an diesem Tag an Bord waren, erwähnt KLM nicht.

KLM-Flugbegleiterin mit Symptomen im Krankenhaus

«Als Vorsichtsmaßnahme werden alle Fluggäste, die sich an Bord dieses Fluges befanden, vom Öffentlichen Gesundheitsdienst Kennemerland GGD informiert», schreibt die Fluggesellschaft. Man arbeite eng mit den Behörden zusammen.

Laut niederländischen Medien waren mehr als 300 Reisende an Bord, die mittlerweile alle identifiziert und kontaktiert wurden. Zudem wurde eine KLM-Flugbegleiterin, die mit der infizierten Frau in Johannesburg Kontakt hatte, nun mit leichten Hantavirus-Symptomen in ein Amsterdamer Krankenhaus eingeliefert und dort isoliert, wie das Gesundheitsministerium mit.

Andes-Variante von Mensch zu Mensch übertragbar

Das Hantavirus wird normalerweise vor allem über Ausscheidungen von Nagetieren übertragen. Doch: «Das an Bord des Kreuzfahrtschiffs Hondius nachgewiesene Virus wurde als die Andes-Variante des Hantavirus identifiziert», schreibt das RIVM. «Es kann schwerere Erkrankungen hervorrufen als andere Hantaviren. Bei infizierten Personen können hohes Fieber und Atemnot auftreten; in der Folge kann dies zu ernsthaften pulmonalen und kardialen Komplikationen führen.» Es gebe eine Sterblichkeitsrate von 30 bis 50 Prozent.

«Es gibt Hinweise darauf, dass das Andes-Virus von Mensch zu Mensch übertragen werden kann», so das RIVM. Eine solche Übertragung erfolge jedoch sehr selten, zudem finde eine Übertragung von Mensch zu Mensch typischerweise nur bei sehr engem Kontakt statt.

«Risiko einer Ausbreitung weiterhin sehr gering»

Die Einschätzung der Gesundheitsbehörde: «Das Risiko einer Ausbreitung des Virus innerhalb der Niederlande bleibt weiterhin sehr gering.» Die Tatsache, dass es sich bei dem beteiligten Erreger um das Andes-Virus handele, ändere nichts an dieser Einschätzung.

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