Die PH-GOV: Noch keine acht Jahre alt soll das Flugzeug ausgemustert werden.

Statt KLMCorendon und Tui wollen den niederländischen Regierungsjet betreiben

Mit dem Abschied der Boeing 737 bei KLM wird auch der niederländische Regierungsflieger ein Thema. Während ein neuer Airbus teuer wäre, melden sich nun gleich zwei Airlines zu Wort: Corendon und Tui wollen den bestehenden Jet übernehmen – und würden sogar König Willem-Alexander einen Platz im Cockpit anbieten.

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Fast genau fünf Jahre ist es her, dass Air France-KLM zur allgemeinen Überraschung 160 Kurz- und Mittelstreckenjets bei Airbus und nicht bei Boeing bestellt hat. Naheliegend wäre Letzteres gewesen, denn die niederländische Tochter galt als treue Boeing-Kundin. Sie setzt schon seit den 1980er-Jahren auf die Boeing 737. Mit den Airbus A320 Neo und A321 Neo ersetzt der Konzern die knapp 50 Boeing 737 von KLM sowie die älteren Boeing 737 der französischen und der niederländischen Billigtochter Transavia.

Mit dem Aus der Boeing 737 bei KLM gerät auch der niederländische Staat unter Zugzwang. Er braucht einen Ersatz für seinen Regierungsflieger, die Boeing 737-700 BBJ mit dem Kennzeichen PH-GOV. Denn Eigentümerin des Flugzeugs ist zwar der Staat. Betrieben wird es aber im Auftrag der Regierung von KLM. Laut dem Infrastrukturministerium sei sie die einzige Fluggesellschaft, die die Sicherheitsanforderungen für den Transport von Kabinettsmitgliedern und der königlichen Familie erfüllen könne, schreibt die Zeitung De Telegraaf.

Corendon-Chef nennt KLM-Monopol «absurd»

Doch genau dagegen gibt es jetzt Widerstand. «Es ist absurd, dass KLM die einzige Fluggesellschaft in den Niederlanden sein könnte, die die PH-GOV fliegen darf», sagt Corendon-Airlines--Gründer Atilay Uslu gegenüber der niederländischen Zeitung. «Wir fliegen die Boeing 737 und könnten Betrieb und Wartung des Regierungsflugzeugs übernehmen. Das würde dem Kabinett und den niederländischen Steuerzahlern viel Geld sparen», sagt er.

Fachleute rechnen damit, dass die vorzeitige Ausmusterung der PH-GOV rund 20 Millionen Euro kosten würde, der Kauf eines neuen Regierungsjets von Airbus wird mit weiteren 100 Millionen Euro veranschlagt. Doch nicht nur Corendon Dutch Airlines - die niederländische Fluglinie der Gruppe - wirft ihren Ring in den Hut, um den Regierungsflieger zu betreuen. Auch der niederländische Ableger der Tui Airlines könnte sich vorstellen, den Jet zu betreiben.

Auch Tui wirft ihren Hut in den Ring

Zur Flotte von Tuifly Netherlands gehören sechs Boeing 737 Max 8. Laut Arjan Kers, Direktor für die Niederlande und Belgien, verfüge der Konzern über Piloten, Techniker und Besatzungsmitglieder mit «großer Erfahrung» auf diesem Flugzeugtyp, schreibt De Telegraaf. Die niederländische Regierung sei bei Tuifly herzlich willkommen und würde bestens betreut, heißt es weiter.

Fokker 70 mit der Kennung PH-KBX: Der Flieger war ab 1996 der Regierungsflieger der Niederlande.

Es ist noch nicht so, dass bisher alle Regierungsflieger der Niederlande immer von KLM betrieben wurden. Vor der Boeing 737-700 setzten die Niederlande auf eine Fokker 70 als Regierungsjet. Übernommen wurde das Flugzeug mit der Kennung PH-KBX, in Anlehnung an die damalige Königin Beatrix, im Jahr 1996. Betrieben wurde sie zunächst von Martinair.

Tui und Corendon bieten König Willem-Alexander Job an

Laut Corendon-Gründer Uslu ist es auch kein Hindernis, dass König Willem-Alexander künftig als Gastpilot bei KLM einen Airbus fliegt. Der König sei bereits Boeing-Pilot. Viele Piloten hätten Lizenzen für mehrere Flugzeugmodelle. Er könne also weiterhin im Cockpit der PH-GOV sitzen, so Uslu.

Und auch Tui würde sich freuen, wenn der König auch bei ihnen als Gastpilot fliegen würde, so wie jetzt bei KLM. «Ich würde mich sehr freuen, das Cockpit mit einem erfahrenen Piloten wie dem König zu teilen», sagt Tui-Flottenmanager Robbert Gijsbertse laut De Telegraaf.

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