Monitore in der Passenger Service Unit: Bestimmte Modelle in älteren Boeing 737 müssen nachgerüstet werden.

Anweisung der US-LuftfahrtbehördeGefahr von oben: Hunderte Boeing 737 müssen wegen herabfallender Monitore umgerüstet werden

Sie hängen über den Köpfen der Passagiere und könnten bei einer harten Landung zur Gefahr werden: Bestimmte Kabinenmonitore in älteren Boeing 737 sind nicht ausreichend gegen Herabfallen gesichert. Nun müssen sie gesichert werden.

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Eine Boeing 737 setzt hart auf, ein Ruck geht durch die Kabine. Meist ist das nicht mehr als ein Schreckmoment. Doch bei einer harten Landung haben sich bereits Bildschirme gelöst, die an den sogenannten Passenger Service Units hängen, also am Bedien- und Versorgungsmodul, das sich in Verkehrsflugzeugen direkt über jeder Sitzreihe an der Kabinendecke befindet.

Die Monitore könnten sich «vollständig lösen oder in unsicherer Höhe hängen bleiben», warnt die US-Luftfahrtbehörde FAA. Sie könnten dann auf die Passagiere fallen oder im Notfall den Gang versperren. Um das zu verhindern, hat die Behörde am Montag (19. Oktober) eine Lufttüchtigkeitsanweisung (im Englischen Airworthiness Directive oder kurz AD) für bestimmte Boeing 737-600, -700, -700C, -800, -900 und -900ER veröffentlicht. Die Boeing 737 Max ist nicht betroffen. Betreiber müssen demnach alle Monitore an den Bedien- und Versorgungsmodulen ersetzen, die keine zusätzliche Sicherungsleine haben. Diese wird an der Schiene befestigt, an den Modulen montiert sind. Löst sich die eigentliche Halterung, soll die Leine verhindern, dass der Monitor herunterfällt oder in die Kabine hängt.

Knapp 460 Flugzeuge in den USA betroffen

Betroffen sind vor allem Monitore von Panasonic und Burrana. In den USA geht es um 459 registrierte Flugzeuge. Bei 342 davon sind Geräte von Panasonic verbaut, bei 62 Geräte von Burrana. Hinzu kommen 55 Flugzeuge, bei denen die Monitore anders verbaut wurden. Die Anweisung tritt am 23. November in Kraft. Für die meisten Jets gelten die Fristen aus den Vorgaben von Boeing. Flugzeuge, die dort nicht erfasst sind, müssen innerhalb von 60 Monaten umgerüstet werden.

Welche Airlines betroffen sind, teilt die FAA nicht mit. Klar ist dagegen, dass es nicht ganz billig wird. Pro Monitor rechnet die FAA mit 524 Dollar bei Geräten von Panasonic, umgerechnet etwa 450 Euro, und mit 2904 Dollar bei Burrana, also rund 2500 Euro. Umgerechnet habe ich mit demselben Kurs wie bei deinen 15,6 Millionen Dollar und 13,4 Millionen Euro weiter unten, damit die Zahlen zusammenpassen.

Panasonic sieht keinen Mangel

Ganz ohne Widerspruch ging das Verfahren nicht über die Bühne. Panasonic störte sich an der Formulierung der FAA. Diese könne den Eindruck erwecken, die eigenen Monitore hätten sich bei der harten Landung gelöst. Bei den Panasonic-Geräten gehe es aber um eine «Verbesserung des ausfallsicheren Designs», nicht um die Behebung eines Mangels, so der Hersteller. Die FAA räumte ein, ihr seien keine Fälle bekannt, in denen sich Monitore des Herstellers gelöst hätten. Geändert wurde die Anweisung nicht.

Ganz neu ist das Thema übrigens nicht. Boeing hatte die Betreiber bereits im Dezember 2023 in einem Bulletin auf das Problem hingewiesen und zum Austausch der Monitore aufgefordert. Mit der Lufttüchtigkeitsanweisung macht die FAA das nun verbindlich. Airlines, die die Monitore bereits getauscht haben, müssen das in der Regel nicht wiederholen. Bei einem Teil der Flugzeuge mit Panasonic-Geräten ist aber eine zusätzliche Inspektion nötig.

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