Zwei Tage nach dem Zwischenfall an Bord von Flydubai-Flug FZ1073 hat sich Kapitän Smit Machchhar erstmals zum Hergang geäußert. Aus seinem Krankenbett in den Vereinigten Arabischen Emiraten sprach er rund zehn Minuten per Videotelefonat mit Indiens Premierminister Narendra Modi. Die Nachrichtenagentur ANI veröffentlichte das Gespräch.
Machchhar saß am 30. September im Cockpit der Boeing 737 Max 8 von Dubai nach Tel Aviv, als ihn sein Erster Offizier aus heiterem Himmel angriff. Womit, ist offiziell nicht bestätigt. Berichten zufolge könnte er die Crashaxt aus dem Cockpit verwendet haben. In einem Video aus der Kabine, das kurz nach dem Angriff entstand, sagt der blutende Kapitän zu einem Passagier, sein Kollege habe ihn sehr oft getroffen.
Es hing alles davon ab, die Tür zu öffnen
Das Problem: Niemand konnte ihm zu Hilfe kommen, denn die gepanzerte Cockpittür lässt sich von außen nur öffnen, wenn im Cockpit der Zugang erlaubt wird. Im Gespräch mit Modi schilderte Machchhar, er habe um sein Leben gekämpft. Dabei sei ihm klar geworden, dass er nur noch eine Chance hatte und schnell handeln musste.
«Ich fliege seit 17 Jahren, seit elf Jahren als Kapitän, und weiß selbst mit geschlossenen Augen, was im Cockpit vor sich geht», sagte er. Als er am Boden lag, habe er gemerkt, dass die Boeing 737 Max abzustürzen begann. Ihm sei klar gewesen, dass alles von einem letzten Versuch an der Tür abhing.
Religion gab ihm Kraft
«Dann habe ich die Schmerzen ertragen und die Tür einfach geöffnet», so Machchhar. Kraft habe ihm in diesem Moment sein Glaube gegeben. Wenn er Schmerzen habe, rezitiere er die Hanuman Chalisa, ein hinduistisches Gebet. Das habe er auch im Cockpit getan und sich so dazu gebracht, die Tür zu öffnen.
Premier-Modi lobte seinen Mut
Modi lobte den Kapitän für seinen Mut, seine Geistesgegenwart und seine Ruhe. Damit habe er viele Leben gerettet. «Das ganze Land betet für Sie», sagte der Premierminister. Indien könne stolz sagen, dass Inder keine Leben nehmen, sondern bereit seien, ihr eigenes zu riskieren, um andere zu retten.
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