Die Boeing 737 Max von Flydubai nach der Landung in Saudi-Arabien: Schaden am Heck zu sehen.

Flug nach Tel AvivCrewmitglied soll Kapitän von Flydubai angegriffen und versucht haben, Flugzeug zum Absturz zu bringen

Erst sendete ein Flydubai-Flug nach Tel Aviv einen Notfall- und dann einen Entführungscode, zeitweise brach der Kontakt zum Flugzeug ab, Israel schickte Kampfjets. Offenbar hatte ein Crewmitglied den Kapitän der Boeing 737 Max mit einem Messer angegriffen.

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An Bord eines Fluges von Flydubai von Dubai nach Tel Aviv haben sich am Mittwochmorgen (30. September) dramatische Szenen abgespielt. Flug FZ1073 war um 07:05 Uhr am Airport Dubai International gestartet und sollte gegen 09:30 Uhr am Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv landen. Doch dort kam die Boeing 737 Max mit dem Kennzeichen A6-FKF nicht an.

Das Flugzeug mit 174 Menschen an Bord sendete zunächst den allgemeinen Notfallcode 7700 und anschließend den Transpondercode 7500. Letzterer steht für einen unrechtmäßigen Eingriff in einen Flug und kann etwa bei einer Entführung verwendet werden. Zeitweise konnten die Behörden zudem keinen Kontakt zur Cockitcrew der Boeing 737 Max der Fluglinie aus Dubai herstellen. Israel ließ deshalb zwei Kampfjets aufsteigen.

Boeing 737 Max von Flydubai verlor schnell an Höhe

Zu diesem Zeitpunkt befand sich das Flugzeug im jordanischen Luftraum. Es drehte dann um und flog zurück nach Saudi-Arabien. Dabei verlor die Boeing 737 Max sehr schnell an Höhe: Sie sank laut der Zeitung Times of Israel innerhalb von weniger als einer Minute von rund 10.400 auf etwa 5200 Meter. Schließlich landete sie sicher in Tabuk in Saudi-Arabien.

Inzwischen zeichnet sich ein erschreckendes Bild von den Ereignissen an Bord ab: Passagiere berichten laut israelischen Medien, dass ein Mitglied der Crew, womöglich der Kopilot, den Kapitän angegriffen und verletzt haben soll. Der Mann soll den Kapitän mit einem Messer verletzt und womöglich versucht haben, das Flugzeug zum Absturz zu bringen.

Passagiere des Fluges von Flydubai griffen ein

Mehrere Passagiere sollen daraufhin eingegriffen und den mutmaßlichen Angreifer überwältigt haben. Auf einem von der Times of Israel beschriebenen Video ist der verletzte Kapitän außerhalb des Cockpits am Boden zu sehen. Fluggäste kümmern sich um ihn. Daneben liegt ein gefesseltes Besatzungsmitglied, das offenbar bewusstlos ist.

Laut unmittelbar nach dem Zwischenfall aufgenommenen Videos gingen die Menschen an Bord zunächst von einer Entführung aus. Ein Passagier erklärte darin, man habe den Angreifer überwältigt und benötige Hilfe. Ein anderer sagte, jemand habe versucht, den Piloten zu töten.

Boeing 737 Max von Flydubai am Heck beschädigt

Auch das Flugzeug selbst weist nach der Landung sichtbare Schäden auf. Auf Bildern der Boeing 737 Max in Tabuk ist zu erkennen, dass am Seitenruder ein Stück fehlt. Wie dieser Schaden entstand, ist bislang nicht geklärt. Ein ehemaliger Leiter der Flugsicherheit beim israelischen Inlandsgeheimdienst Shin Bet brachte gegenüber dem Sender Channel 12 den schnellen Sinkflug als mögliche Erklärung ins Spiel. Das ist allerdings lediglich seine Einschätzung und keine bestätigte Ursache für den Schaden.

Die Fluggäste konnten das Flugzeug nach der sicheren Landung in Saudi-Arabien verlassen. Was genau sich zuvor im Cockpit abgespielt hat und weshalb das Flugzeug so rapide an Höhe verlor, ist noch nicht abschließend geklärt.

Stoppt Israel bald alle Flydubai-Flüge

Die Times of Israel berichtet unter Berufung auf hebräisch-sprachige Medien allerdings, Verkehrsministerin Miri Regev fordere die Aussetzung aller Flüge von Flydubai nach Israel . Zudem soll Regev die Zivilluftfahrtbehörde angewiesen haben, zu prüfen, ob die Vereinigten Arabischen Emirate gegen das Luftverkehrsabkommen mit Israel verstoßen haben. Dieses Abkommen schreibt vor, dass nur Piloten, die einen Pass eines Staates mit diplomatischen Beziehungen zu Israel besitzen, im Land landen dürfen. Hintergrund ist, dass der Angreifer nach unbestätigten Berichten der Kopilot mit omanischer Staatsbürgerschaft sein soll.

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