Unglücksflieger von Metrojet: Was führte dazu, dass er auseinanderbrach?

Absturz im SinaiDiese Theorien gibt es zu Flug 7K9268

Nur eines ist klar: Der Airbus A321 von Metrojet/Kolgalymavia brach in der Luft auseinander. Über die Gründe wird nun heftig diskutiert. Diese sechs Theorien gibt es – und das sagen Experten dazu.

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224 Menschen kamen ums Leben, als ein Airbus A321 der russischen Metrojet am Samstag rund 25 Minuten nach dem Start in Sinai abstürzte. Schnell war klar: Das Flugzeug war in der Luft auseinander gebrochen. Und schnell gelangten die ersten Theorien zur Ursache an die Öffentlichkeit. Doch wie wahrscheinlich sind diese?

Theorie 1: Terroristen schossen den Flieger vom Boden aus ab

Ein Ableger der Terrorgruppe IS erklärte, sie stecke hinter dem Unfall. «Die Kämpfer des Islamischen Staats haben es geschafft, ein russisches Flugzeug  über der Sinai-Provinz abzuschießen», heißt es in einer Nachricht. Doch IS besitzt – zumindest nach bisherigem Kenntnisstand – lediglich schultergestützte Luftabwehr-Waffen. Die reichen maximal 5000 Meter hoch. Der A321 flog mit 31.000 Fuß oder 9480 Meter deutlich höher. Sicherheitsexperten halten einen Abschuss daher für die unwahrscheinlichste Ursache.

Theorie 2: Der Airbus A321 hatte einen strukturellen Schaden aus alten Zeiten

Am 1. November 2001, als der betroffene Flieger für MEA Middle East Airlines im Einsatz war, kam es bei einer wackeligen Landung in Kairo zu einem Tailstrike. Das Heck des Fliegers wurde stark beschädigt. Erst Anfang 2002 konnte er wieder abheben. Sicherheitsexperte Ken Qualls erklärte gegenüber aeroTELEGRAPH, dass es möglich sei, dass der Jet damals nicht entsprechend den Richtlinien repariert worden sei. Nach mehreren Tausend Flugstunden hätte das dann zum fatalen Absturz führen können. Festlegen will er sich auf diese Theorie aber nicht.

Theorie 3: Es gab eine Bombe an Bord

Auch das hält Ken Qualls für möglich. Eine Explosion hätte dazu führen können, dass der Airbus auseinanderbrach. Auch amerikanische Sicherheitsspezialisten sagten, dass diese Möglichkeit besteht. Das denkt man offenbar auch bei der britischen Regierung. Wie Sprecher des Premiers erklärten, «ist es gut möglich, dass eine Bombe den Flieger zum Absturz brachte.» Daher habe man derzeit Flüge an den Abflughafen in Scharm El-Sheik ausgesetzt. An diesem wurden seit dem Absturz die Passagierkontrollen massiv verstärkt. Polizisten mit kugelsicheren Westen überprüfen jedes Fahrzeug und jede Person, die auf das Gebiet will.

Theorie 4: Es gab ein Feuer an Bord

Wie die britische Zeitung The Telegraph von seinem Korrespondenten erfahren haben will, berichtet ein Arzt, der an der Bergung beteiligt war, dass viele Opfer Brandverletzungen aufwiesen. Das würde für ein Feuer an Bord sprechen. Spuren von Sprengstoff habe man an den Leichen nicht gefunden, heißt es laut russischen Medien.

Theorie 5: Ein Triebwerk ist explodiert

Eigentlich dauert die Analyse der Flugdatenschreiber Wochen. Irgendwie wollen ägyptische und russische Medien dennoch ständig an neue Informationen gelangen. Aktuell heißt es «aus informierten Quellen», dass ein Triebwerk des Airbus A321 explodiert sei und das zum Absturz geführt hat. Dafür gibt es aber noch keine offizielle Bestätigung.

Theorie 6: Pilotenfehler

Dass die Crew einen Fehler gemacht hat, wird weitgehend ausgeschlossen. Das sagen die Airline, russische und ägyptische Offizielle. Aber auch die öffentlichen Daten zum Flugverlauf weisen darauf hin, dass ein plötzliches Ereignis den Absturz auslöste und den Piloten daher auch keine Zeit ließ, einen Notruf abzusenden.

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