Internationaler Flughafen Kyjiw-Boryspil: So voll war der Airport vor dem Krieg.

Flughafen Liviv zuerstDie Ukraine arbeitet an einem Plan zur Rückkehr von zivilen Flügen

Der ukrainische Luftraum ist seit vier Jahren geschlossen. Nun lässt die Regierung prüfen, ob und wie ziviler Flugbetrieb künftig trotz des Krieges wieder stattfinden könnte. Die eingesetzte Arbeitsgruppe dürfte dabei auch auf Dubai und Abu Dhabi schauen.

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Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine dauert mittlerweile seit vier Jahren an. Seit Beginn der Invasion am 24. Februar 2022 ist auch der zivile Luftverkehr in der Ukraine zum Erliegen gekommen. Der Luftraum ist geschlossen, die 29 Verkehrsflughäfen des Landes liegen brach. Fast alle wurden durch den Krieg beschädigt, einige nur leicht, andere schwer.

Dennoch bleibt die Ukraine für Airlines ein interessanter Markt, der im Vorkriegsjahr 2021 insgesamt 16,2 Millionen Fluggäste zählte, davon alleine 9,4 Millionen am Flughafen Kyjiw-Boryspil. 14,7 der 16,2 Millionen Reisenden waren mit internationalen Flügen unterwegs. Vor der Covid-Pandemie waren es im Jahr 2019 insgesamt sogar mehr als 24 Millionen Reisende.

Wizz Air und Ryanair spielen Szenarien durch

Einige Fluggesellschaften spielen auch Szenarien durch und kommunizieren öffentlich, wie sie in das Land zurückkehren könnten. Gegenüber der Zeitung Financial Times sagte Wizz-Air-Chef József Váradi im Dezember 2025, die Wiedereröffnung des ukrainischen Luftraums wäre eine «große Chance» für sein Unternehmen. Der ungarische Billigflieger werde sich so schnell wie möglich positionieren, sobald eine Öffnung absehbar sei.

Bereits im Sommer 2023 war Michael O’Leary in die Ukraine gereist und hatte angekündigt an, dass seine Ryanair als erste ausländische Fluggesellschaft zurückkehren werde, sobald der Krieg beendet sei. Er versprach, 30 neue Boeing 737 Max in Kyiv, Lviv und Odesa zu stationieren. Doch der Krieg dauert an, und ein Ende ist nicht absehbar. Trotzdem macht die die Ukraine den Fluglinien weiterhin Hoffnung auf eine baldige Rückkehr in das Land.

Ukraine setzt Kommission zur Wiedereröffnung ein

Das Ministerium für Gemeinde- und Gebietsentwicklung hat eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die einen Plan für die schrittweise Wiedereröffnung der Flughäfen erarbeiten soll. Initiator ist Oleksiy Kuleba, stellvertretender Ministerpräsident der Ukraine. Die Arbeitsgruppe soll Empfehlungen für den Betrieb des Luftverkehrs unter Kriegsbedingungen entwickeln. Das Portal FL360 veröffentlichte auch ein Dokument der Regierung mit weiteren Details.

Die Arbeitsgruppe setzt sich zusammen aus Vertretern des Staatlichen Katastrophenschutzdienstes, der Wiederaufbauagentur, der Luftwaffe, des Staatlichen Luftfahrtdienstes und des Entwicklungsministeriums sowie aus Verantwortlichen von großen Flughäfen wie etwa Kyjiw-Boryspil. Zudem sollen auch die US-Botschaft sowie internationale Organisationen wie die Icao und die Iata eingebunden werden, um gemeinsam Lösungen für eine sichere und koordinierte Wiederaufnahme des zivilen Flugbetriebs zu erarbeiten.

Flughafen Lviv könnte zuerst wiedereröffnet werden

Der Plan sieht vor, dass der Airport Lviv, der nahe an Polen liegt, zuerst wiedereröffnet wird. Grundsätzlich gilt die Öffnung von Flughäfen in der Westukraine als wahrscheinlicher.

Das Portal PYOK berichtet, dass die ukrainische Regierung vorrangig den Flughafen Kyiv-Boryspil wiedereröffnen möchte. Der Flughafenchef erklärte, dass der Betrieb bereits innerhalb eines Monats nach Freigabe des Luftraums wieder Passagierflüge aufnehmen könne. Allerdings hat sich die ukrainische Luftwaffe skeptisch geäußert, ob der zivile Flugverkehr in der Ukraine während des Kriegsrechts wieder aufgenommen werden kann.

Vereinigte Arabische Emirates als Vorbild

Die Beteiligten dürften dabei auch auf die Vereinigten Arabischen Emirate schauen. Dort haben die Airlines Emirates und Etihad an ihren Drehkreuzen Dubai und Abu Dhabi einen eingeschränkten Flugbetrieb wiederaufgenommen, obwohl es aufgrund des Iran-Krieges immer wieder Angriffe gibt. Dies geschieht durch spezielle Korridore im eigentlich gesperrten Luftraum.

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