Europa brennt. Teile von Frankreich und Spanien erleben die schlimmsten Waldbrände der jüngeren Geschichte, aber auch in Italien brennt es. Und die Flammen breiten sich immer weiter aus. Hunderttausende Menschen sind auf der Flucht. Besonders bedroht ist Bordeaux, die Brände kommen immer näher. Der Flughafen der Stadt musste in den vergangenen Tagen zeitweise wegen der dichten Rauchentwicklung geschlossen werden.
Allein im Südwesten Frankreichs kämpfen rund 1400 Feuerwehrleute, 1500 Soldaten und 1700 Sicherheitskräfte gegen die Waldbrände. Unterstützung erhalten sie aus der Luft von der Löschflugzeugflotte der Sécurité Civile, bestehend aus zwölf Canadair CL-415 und acht Dash 8 Q400MR. Frankreich bekommt sowohl bilaterale Hilfe als auch zusätzlich Unterstützung über den EU-Katastrophenschutzmechanismus Resc EU.
Frankreich und Spanien erhalten EU-Hilfe
Bilateral verlegte die Bundeswehr auf Anfrage der französischen Behörden zwei CH-53-Transporthubschrauber sowie Löschgerät zur Militärbasis Cazaux. Der Einsatz ist zunächst auf fünf Tage begrenzt. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte am Samstag (25.07.), aus der Resc-EU-Flotte seien fünf Flugzeuge und zwei Hubschrauber nach Frankreich geschickt worden, berichtet Euro News.
Auch in Spanien soll nach Angaben des Innenministeriums der Katastrophenschutz der EU mehrere Mittel bereitgestellt haben, um die Löscharbeiten zu unterstützen. Doch was verbirgt sich hinter Resc EU? Die EU-Kommission hatte 2013 einen Katastrophenschutzmechanismus eingerichtet, der auf freiwilligen Beiträgen der teilnehmenden Staaten beruhte. Weil das System angesichts des Klimawandels mit immer häufigeren Waldbränden und Überschwemmungen zunehmend an seine Grenzen stieß, reformierte die Kommission den Schutzmechanismus.
Resc EU gibt es seit 2019
Das Ergebnis heißt Resc EU: eine strategische, vollständig von der EU finanzierte Reserve, die für weit mehr als nur Waldbrände gedacht ist. Resc EU soll im Notfall auch bei chemischen, biologischen, radiologischen und nuklearen Notfällen helfen können. Dazu werden Feldlazarette, Transportmittel, Energie- und Unterkunftsgüter, kritische medizinische Ausrüstung sowie entsprechendes Material vorgehalten. Dem Katastrophenschutz stehen dafür 400 bis 500 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung.
Einen besonders wichtigen Teil macht die Brandbekämpfung aus, mit einer eigenen Flotte an Löschflugzeugen und -hubschraubern. Die Flotte umfasst 22 Löschflugzeuge. 14 mittlere Amphibienflugzeuge und acht Leichtflugzeuge sowie fünf Hubschrauber, stationiert in Zypern, Tschechien, Griechenland, Spanien, Frankreich, Kroatien, Italien, Rumänien, Portugal, Schweden, Slowakei und Nordmazedonien.
Klassischen gelbe Löschflugboote
Den größten Teil der Flotte machen mit 14 Exemplaren die klassischen gelben Löschflugboote vom Typ Canadair CL-215 beziehungsweise CL-415 aus. Die Flugzeuge sind speziell als Löschflugzeuge konzipiert und können innerhalb von 10 bis 12 Sekunden aus Gewässern über 6000 Liter Wasser aufnehmen und über dem Brandherd abwerfen. Zudem setzt die EU auf acht kleinere Air-Tractor AT-802 Fire Boss, die rund 3000 Liter Wasser aufnehmen können, sowie auf fünf Hubschrauber.
Problematisch ist nur, dass die Flugzeuge im Schnitt mehr als 30 Jahre alt sind. Die CL-215 wird bereits seit 1990 nicht mehr gebaut, die Produktion des Nachfolgemodells CL-415 lief 2015 aus. Mit der Folge, dass die Ersatzteile knapp werden. Allein bei der französischen Sécurité Civile sind deshalb meist zwei bis drei Flugzeuge am Boden.
Erste neue Löschflugzeuge kommen 2028
Dazu kommen fünf neue Sikorsky S-70 Black Hawk-Hubschrauber, von denen je einer fest der Slowakei, Tschechien und Rumänien zugeordnet ist. Der erste Black Hawk wurde bereits im Winter an Rumänien ausgeliefert und soll im Laufe dieses Jahres einsatzbereit sein. Die neuen Canadair 515 lassen dagegen noch auf sich warten: Die ersten Maschinen werden frühestens zur Waldbrandsaison 2028 erwartet.
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