Indisches Luftfahrt-MysteriunSeit 56 Jahren tauchen neue Absturzopfer im Eis auf

Im Februar 1968 stürzte ein Militärflugzeug mit 102 Soldaten im Himalaya ab. Erst 35 Jahre später wurde die erste Leiche entdeckt. Das indische Militär sucht bis heute.

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Es gilt als eines der größten Mysterien in der indischen Luftfahrtgeschichte: Am Nachmittag des 7. Februar 1968 startete eine Antonov An-12 der indischen Luftwaffe zu einem Routineflug über die Ausläufer des Himalayas. An Bord waren vier Besatzungsmitglieder und 98 Soldaten, die in ihre Kasernen nahe der chinesischen Grenze zurückkehren sollten.

Die Route führte von Chandigarh, der Hauptstadt der beiden nordindischen Bundesstaaten Punjab und Haryana nach Leh. Leh liegt auf einer Höhe von 3500 Metern und gehört zu den höchstgelegenen, ständig bewohnten Orten der Welt. Die Soldaten haben ihr Ziel nie erreicht. Viele von ihnen sind bis heute verschollen.

Schlechtes Wetter zwingt zur Umkehr

Am Morgen des 7. Februar hatte die Luftwaffe bereits einen Umlauf auf der Strecke bei klarer Sicht und bestem Wetter problemlos durchgeführt. Der zweite Flug des Tages mit der Flugnummer BL 534 startete um 13.56 Uhr. Das Wetter verschlechterte sich zunehmend und kurz vor der Landung in Leh meldete der Pilot, dass er aufgrund des schlechten Bedingungen umkehren und nach Chandigarh zurückkehren werde.

Nachdem das Flugzeug den 4000 Meter hohen Rohtang-Pass überflogen hatte, verschwand es vom Radar. Panik brach in der Flugsicherung in Chandigarh aus.  Schnell stellte sich heraus: Das Flugzeug war abgestürzt.

Eis gibt den ersten Toten frei

Die Behörden leiteten sofort Such- und Rettungsaktionen ein, doch die extremen Wetterbedingungen und die Unzugänglichkeit des Absturzgebiets erschwerten es den Behörden, das Wrack zu finden und zu bergen. Schließlich wurde die Rettungsaktion eingestellt. Die 102 Menschen und das Flugzeug wurden für vermisst erklärt.

Es dauerte 35 Jahre, bis das Unglücksflugzeug wieder auftauchte. Eine private Expedition entdeckte im Juli 2003 zufällig Trümmerteile und den ersten Toten. Nach dieser Entdeckung startete die indische Armee zusammen mit der Luftwaffe die Operation Punaruthan-1, was übersetzt Auferstehung bedeutet. Bei mehreren Suchaktionen konnten acht weitere Tote geborgen werden.

2019 wird das Flugzeug gefunden

2019 wurde das Wrack geborgen. Die Absturzstelle liegt in der vergletscherten Chandrabhaga 13 Gebirgskette auf einer Höhe zwischen rund 4400 und knapp 5200 Metern. Das Gelände ist voller Gletscherspalten. Der nächstgelegene Hubschrauberlandeplatz ist etwa 65 Kilometer von dem Gebiet entfernt, in dem die Überreste entdeckt wurden.

Ein Foto der Unglücksmaschine. (Bild: Youtube/DefenceAnalysis)

Satellitenbilder und mehrere Drohnenflüge wurden genutzt, um das Gelände zu kartieren und eine präzise Suche zu planen. Dabei kam auch das Recco-Radar zum Einsatz, eine spezielle Technologie, die metallische Objekte aufspüren kann, selbst wenn sie bis zu 20 Meter tief im Schnee begraben sind.

Ende September vier weitere Leichen gefunden

Das Mysterium beschäftigt Indien noch heute. Ende September hat das Militär einen weiteren Erfolg gemeldet. Das Team konnte vier weitere Leichen bergen, drei davon wurden in Gletscherspalten gefunden, berichtet unter anderem die BBC. Eine der Leichen wurde als die von Thomas Cherian identifiziert, ein damals 22-Jähriger Soldat. Das Team hat in seiner Tasche Ausweisdokumente gefunden. Für die Familien ist es eine große Erleichterung, weil sie nach 56 Jahren endlich abschließen können, sagte die Schwester von Cherian der BBC.

Die Ursache für den Absturz der Antonov An-12 bleibt weiterhin ungeklärt, doch es gibt zwei Haupttheorien: Eine besagt, dass die begrenzte Sauerstoffversorgung zur Handlungsunfähigkeit der Piloten führte, nachdem die Maschine umdrehen musste und der Sauerstoff knapp wurde. Die zweite Theorie besagt, dass starke Winde das Flugzeug unbemerkt vom Kurs abbrachten und es so zur Kollision mit einem Berg kam.

Längste Suchaktion in Indiens Geschichte

Die Suchaktion nach der Antonov An-12 bleibt bis heute die längste in der indischen Geschichte. Abgeschlossen ist sie aber nicht. Von den 102 vermissten Personen konnten bislang nur 13 gefunden und beerdigt werden.

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