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Flug nach Singapur

Scoot setzt auf geringe Konkurrenz in Berlin

Touristen sollen bald die Jets der Billigairline zwischen Berlin und Singapur füllen. Der Chef von Scoot verrät, von wo es mehr Buchungen gibt und wie seine Flottenpläne aussehen.

Scoot/Montage aeroTELEGRAPH

Lee Lik Hsin:  «Die Buchungen laufen gut».

Ab dem 20. Juni verbindet Scoot Berlin vier Mal pro Woche nonstop mit Singapur. «Die Buchungen laufen gut», sagte Geschäftsführer Lee Lik Hsin am Mittwoch (23. Mai) in Berlin bei der Vorstellung der neuen Strecke. Dabei sei die Nachfrage aus Berlin zurzeit größer als die aus Singapur, erklärte der 47-Jährige.

Zielgruppe von Singapore Airlines‘ Billigtochter sind vor allem Touristen. Zwar verfügt Scoots Boeing 787-8 Dreamliner auch über 18 Plätze in der Scoot Biz. «Das ist aber keine Business Class, das ist Premium Economy», so Lee über die Sitze, die sich zum Beispiel nicht in flache Betten verwandeln lassen. «Wir sind wir froh, das Business-Segment anderen zu überlassen», erklärte der Airline-Chef auf Nachfrage von aeroTELEGRAPH. «Denn würden wir alle Segmente anvisieren, würde das unsere Struktur und Prozesse komplizierter machen, die Kosten in die Höhe treiben und wir wären keine Billigairline mehr.»

Kein weiteres Ziel in Deutschland

Ein Grund, warum sich Scoot nach Athen für Berlin als zweites Europa-Ziel entschieden hat, ist die geringe Konkurrenz. «In Städten wie Frankfurt oder Paris wäre der Wettbewerb zu hart gewesen», sagte Lee. Berlin werde im Vergleich dazu kaum angeflogen.

Gegenüber Konkurrenten wie Finnair oder Turkish Airlines, die einen Zwischenstopp einlegen, sieht sich Scoot dagegen gut gewappnet. «Der Vorteil von Nonstopflügen hat sich auf vielen verschiedenen Märkten immer wieder erwiesen», so der Chef. Das geringe Interesse der Lufthansa-Gruppe an Berlin wertet er derweil nicht als schlechtes Zeichen für den Standort. «Uns ist egal, was Deutschlands größte Fluglinie macht», entgegnete Lee Lik Hsin einem Journalisten.

«Keine tief hängenden Früchte»

Welches das nächste Ziel von Scoot Europa wird, will der Chef noch nicht verraten – in Deutschland wird es aber nicht liegen. «Zurzeit ziehen wir neben Berlin keine weiteren Ziele in Deutschland in Erwägung», sagte er. Auf die Frage nach möglichen Destinationen in der Schweiz oder Österreich entgegnete er nur: «Es gibt viele Möglichkeiten. Aber wir haben noch keine Entscheidung getroffen, was unser nächstes europäisches Ziel sein wird.» Mit Blick auf mögliche Partnerschaften mit europäischen Fluggesellschaften sagte Lee, man führe Gespräche. Allerdings nannte er auch hier keine Namen.

Noch zurückhaltend äußerte sich Lee zur Bilanz der Scoot-Langstreckenziele Athen und Hawaii. «Wir wissen, dass es auf diesen Routen keine tief hängenden Früchte gibt. Da geht man nicht rein und macht im ersten Monat Geld», so der Scoot-Chef. «Aber wir haben gute Zeichen gesehen in den ersten Monaten und sich daher zuversichtlich, dass sich diese Strecken auf lange Sicht gut machen werden.»

Absage an 787-10 und andere Jets

Scoots Flotte besteht seit der Fusion mit Tigerair aus Boeing 787-8 und -9 sowie Jets aus der Airbus-A320-Familie. «Die Kurz und Mittelstreckenflieger und die Langstreckenflieger sind ziemlich unabhängig voneinander», so Lee. «Dass die einen von Airbus und die anderen von Boeing stammen, stellt kein Problem dar.» Zu den zurzeit 16 Dreamlinern sollen bis 2019 vier weitere hinzukommen. Zu den derzeit 24 A320-Jets sind 39 A320 Neo bestellt und auf 11 weitere hat der Billigflieger eine Option. Bis 2022/2023 will Scoot rund 70 Flieger haben.

Ein größeres Flugzeug für die Langstrecke ist laut dem Chef zurzeit nicht von Interesse für Scoot. «Wir sind glücklich mit dem Dreamliner und planen nicht, einen anderen Flugzeugtyp anzuschaffen», so Lee Lik Hsin. Auch die Boeing 787-10, auf die der Mutterkonzern Singapore Airlines setzt, sei vorerst keine Option, man wolle bei 787-8 und -9 bleiben.



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