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Ryanair schließt auch Basis in Nürnberg

Hamburg war nur der Anfang: Ryanair macht auch die Basis in Nürnberg dicht. Der Abschied aus Deutschland ist das aber nicht.

aeroTELEGRAPH

Jets von Ryanair: Der Billigflieger wird zurückhaltender.

Die Ansage war klar: «Wir wollen unseren Marktanteil in den kommenden Jahren vervierfachen – von 5 auf 20 Prozent», sagte vor vier Jahren der damalige Länderchef von Ryanair über Deutschland. Man sehe in der Bundesrepublik großes Potenzial, schließlich sei sie die Heimat der Tiefpreis-Einzelhändler Aldi und Lidl. Discount wolle man nun auch bei Flugtickets einführen. Deutschland sei ganz klar ein «zentraler Wachstumsmarkt».

Zwar hat Ryanair in Deutschland tatsächlich ausgebaut und neue Basen im ganzen Land eröffnet. Heute ist die Billigairline sogar am Flughafen Frankfurt präsent. Vom selbst gesetzten Ziel ist sie aber weit entfernt. Sie liegt heute bei einem Marktanteil von rund 8 Prozent.

Noch eine deutsche Basis auf der Kippe

Doch dieses Niveau wird Ryanair nicht halten können. Denn Mitte Oktober gab die Fluggesellschaft bekannt, ihre Basis in Hamburg am 8. Januar zu schließen. Das war aber erst der Anfang. Sie macht im März 2020 auch die Basis Nürnberg dicht, wie den vor Ort stationierten Piloten am Dienstag (3. Dezember) mitgeteilt wurde. An beiden Flughäfen hatten die Iren je zwei Flieger stehen. Mindestens eine weitere deutsche Basis steht derzeit auf der Kippe.

Das heißt aber nicht, dass Ryanair Deutschland aufgibt. Im Hamburg werden viele Flüge von Lauda übernommen oder von Crews, die anderswo in Europa stationiert sind, etwa in Palma. Sie haben tiefere Löhne als die direkten deutschen Ryanair-Angestellten. Dasselbe passiert in Nürnberg. Die Anzahl der Ziele reduziert sich um rund ein Drittel.

Töchter mit unterschiedlichen Lohnniveaus

Die Iren setzen ihre diversen Töchter seit geraumer Zeit gezielt ein, um ihre Kosten an verschiedenen Basen zu senken. So übernahm etwa die polnische Buzz die Basis in Budapest, wo Ryanair gegen Wizz keine Chance hatte.



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