SSJ 100 von Aeroflot: Vier müssen am Boden bleiben

Flugverbot für Aeroflots Superjets

Der Superjet 100 machte Hersteller Sukhoi und seinen Betreibern schon länger Sorgen. Nun erteilte die russische Aufsichtsbehörde vier Stück sogar ein Flugverbot.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Für Sukhoi fängt das Jahr 2013 alles andere als erfreulich an. Nicht genug damit, dass Russlands Nationalairline Aeroflot den Hoffnungsflieger Superjet 100 öffentlich als unzuverlässig kritisiert. Nun entzog die Luftfahrtbehörde Rosawiatsia auch vier Maschinen des Typs von Aeroflot die Fluglizenz. Insgesamt befinden sich zehn Superjets in der Flotte der russischen Nationalairline. Grund sei, dass es mit Fahrwerk und Flügelklappen der Maschinen Probleme gebe, berichtet die russische Zeitung Wedomosti.

Ein Sukhoi-Sprecher bestätigte die Meldung gegenüber der Nachrichtenagentur Ria Novosti am Dienstag (12. Februar). Man habe die Ursachen für das Problem allerdings bereits erkannt und arbeite an einer Lösung. Schon Ende Februar sollen die Superjets wieder abheben können. «Wir reparieren die Flieger momentan», so der Sprecher. «Die ersten beiden werden Ende der Woche wieder abheben, der Rest Ende des Monats.» Die vier betroffenen Flieger sind die ersten vier, die an Aeroflot ausgeliefert wurden.

Sukhoi will entschädigen

Von Sukhoi hieß es außerdem, man werde Aeroflot für sämtliche finanziellen Lasten, die sich aus technischen Fehlern und Groundings der Flieger ergeben, entschädigen. Und das könnte teuer werden. Denn laut einem Bericht über die Flugsicherheit im Jahre 2012 ist die Zuverlässigkeit des Superjets alles andere als vorbildlich. Von 60 Zwischenfällen im Vorjahr sei die Zahl auf 90 gestiegen, so Aeroflot. Die meisten Zwischenfälle davon – insgesamt 24 – wurden bei Superjets registriert. Mit 40 Prozent der Superjets habe es Probleme gegeben.

«Wenn irgendein Fehler am Superjet entdeckt wird, machen wir uns mit den Zulieferern sofort daran, diesen zu beheben», erklärte Sukhoi in einer Medienmitteilung. Man sei nach und nach daran, die Kinderkrankheiten des Jets zu beheben. Diese waren unter anderem Falschalarme im Leckerkennungssystem, Nichtausfahren der Flügelklappen und Nichteinfahren des Fahrgestells beim Start.

Auch Armavia beschwerte sich

Der Regionalflieger kann 95 Passagiere rund 3000 Kilometer weit transportieren, mit erhöhter Reichweite sind es rund 4600 Kilometer. Erstkunde war die armenische Fluglinie Armavia. Auch sie beschwerte sich wiederholt über die mangelnde Zuverlässigkeit der Maschinen. Wartung und Reparatur würden so viel höhere Kosten aufkommen lassen, dass sich der Betrieb nicht mehr lohnte. Daher legte die Airline noch ausstehende Bestellungen auf Eis. Der Streit mit Sukhoi dauert an.

Mehr zum Thema

Zweiter Prototyp der Yakovlev MS 21-310:  Russland will neue Gebühr zur Finanzierung.

Passagiere sollen teure Flugzeuge aus russischer Produktion bezahlen

Embraer E190 von Wideroe: Mit diesem Flugzeugtyp wurden die Russinnen und Russen Richtung Heim geflogen.

Widerøe fliegt Russen im Spitzbergen-Eklat zurück nach Hause

Airbus A330 von Aeroflot: Bald mit iranischen Teilen?

Von der Airbus-A330-Wartung zur Teilefertigung: So weit gingen Russlands Pläne mit Iran

ticker-russland

Russland plant milliardenschweren Ausbau seiner Flughäfen

Video

Airbus A350 F Erstflug in Toulouse: Der Frachter war vier Stunden in der Luft.
Vier Stunden, 220 Gigabyte Daten und ein Start ohne elektronische Schutzfunktionen: Der Airbus A350 F ist zum ersten Mal geflogen. Was die Crew testete und was den Frachter besonders macht.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
airbus a350 f erstflug 01
Am Dienstag ist der Airbus-A350-Frachter zum ersten Mal abgehoben. Ende 2027 will der Flugzeugbauer den ersten A350 F aus der Serienproduktion ausliefern. Zwei Kunden kommen für die Premiere infrage.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Timo Nowack
Timo Nowack
Ex-Swissair-Sprecher Urs Peter Naef: «»
Als die Nachricht vom Absturz vor Halifax eintraf, war das Krisenhandbuch der Swissair-Kommunikationsabteilung noch nicht fertig. Medienverantwortlicher Urs Peter Naef musste improvisieren - und zugleich die Angehörigen vor aufdringlichen Medien schützen. Seine wichtigste Lehre aus der Katastrophe: «Steh zu dem, was passiert ist, und zeig Flagge.»
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier