Der Airbus A320 mit dem Kennzeichen YL-LCP: Das Flugzeug der lettischen Wet-Lease-Anbieterin Smart Lynx...

Rothenburg/GörlitzAm deutschen Mini-Flugplatz erwartet den A320 das Ende

Am Flugplatz Rothenburg/Görlitz landen normalerweise nur Privatflugzeuge. Nun hat dort ein Airbus A320 aufgesetzt - um vor Ort recycelt zu werden.

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Am 27. August 2019 reiste eine hochrangige Delegation in die Oberlausitz. Am Flugplatz der Kleinstadt Rothenburg trafen sich der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer und der Görlitzer Landrat Bernd Lange mit Andreas Sperl, Chef der EFW Elbe Flugzeugwerke. Sie unterzeichneten eine Absichtserklärung zur Etablierung eines Zentrums für Flugzeugrecycling auf dem ehemaligen sowjetischen Militärgelände.

Passiert ist danach lange nichts, auch wenn die Beteiligten von Anfang an ein großes Potenzial sahen. Bis 2026 würden weltweit rund 4000 Schmalrumpfflugzeuge wie Airbus A320 und Boeing 737 ausgemustert, rechneten sie vor. Das zeige, welche großen Bedarf es für Firmen gebe, die Komponenten wie Trieb- oder Fahrwerke ausbauen und wieder in Schuss bringen sowie andere Teile umweltgerecht verwerten.

Flugplatz ist vorbereitet

Der Flugplatz Rothenburg/Görlitz, gleich an der deutsch-polnischen Grenze gelegen, kann dabei mit einer Start- und Landebahn von 2500 Metern Länge punkten. Und im Hinblick auf das Projekt hat er bereits einige Vorarbeiten geleistet. Wie Geschäftsführer Thomas Rublack kürzlich der Sächsischen Zeitung erklärte, habe man Landegenehmigungen besorgt, die feuerwehrtechnische Absicherung verbessert und den Hangarbereich erneuert.

Dies wurde nun belohnt. Am Montag (23. November) landete der Airbus A320 mit dem Kennzeichen YL-LCP kurz nach Mittag am Flugplatz Rothenburg/Görlitz. Die 18-jährige Maschine der lettischen Wet-Lease-Anbieterin Smart Lynx wird nun als erste überhaupt vor Ort entsorgt, wie das Portal TAG 24 berichtet.

Krise vergrößert Marktpotenzial

Der Airbus A320 soll nur der Anfang sein. Als Folge der Corona-Krise erwarten die Elbe Flugzeugwerke ein deutlich höheres Marktpotenzial für die Flugzeugentsorgung. Und die neue Tochterfirma in Rothenburg soll sich von diesem wachsenden Kuchen ein großes Stück abschneiden.

Der Flugplatz Rothenburg/Görlitz wurde 1954 von der Sowjetarmee gebaut. Ab 1961 war er Standort des Fliegerausbildungsgeschwaders 15 der Nationalen Volksarmee der DDR, bis diese 1990 aufgelöst wurde. Seither wird er privat genutzt.

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