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Rex steigert Umsatz in Krise

Das Wunder von Australien

Rex Regional Express hat in der Corona-Krise den Umsatz gesteigert. Möglich macht das Staatshilfe. Und das passt Nationalairline Qantas gar nicht.

Aero Icarus/Flickr/CC-BY-SA 2.0 (bearbeitet)

Saab 340 von Rex Regional Express: Die Fluglinie hat die Pandemie ganz gut überstanden.

Die Luftfahrt steckt in der tiefsten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg. Mehr als 84 Milliarden Dollar an Einnahmen gehen der Branche dieses Jahr wegen der Covid-19-Pandemie verloren, schätzt die Internationale Luftverkehrsvereinigung Iata. Und die Aussichten für die kommenden Jahre sind ebenfalls nicht rosig.

Doch es gibt auch Fluggesellschaften, die in dieser Krise zulegen. Zu ihnen gehört Rex Regional Express. Die australische Fluggesellschaft weist für das von Ende Juni bis Ende gegangene Geschäftsjahr 2019/20 einen Umsatz von 321 Millionen australischen Dollar oder umgerechnet 198 Millionen Euro aus. Im Vorjahr waren die Einnahmen noch vier Millionen Dollar tiefer ausgefallen. Ohne außerordentliche Posten schrieb sie sogar einen minimalen Gewinn.

Pläne für Airbus A320 oder Boeing 737

Möglich macht dieses Wunder von Australien Hilfe vom Staat. Im März hatte Rex der Regierung ein Ultimatum gestellt. Falls sie nicht Verluste für regionale Strecken übernehme, stelle man den umfangreichen Linienverkehr in allen Bundesstaaten außer Queensland ein, so das Management der Fluglinie, deren Flotte aus 44 Saab 340 besteht. Das wirkte. Aus Canberra kamen Hilfszusagen.

Rex Regional Express alleine bekam 62,1 Millionen Dollar. Deshalb kann die Fluggesellschaft trotz gesunkener Einnahmen aus dem Passagierverkehr eine Umsatzsteigerung ausweisen. Gestärkt mit dem staatlichen Geld gab das Management bekannt, es hätten sich private Investoren gemeldet, die Rex mit 200 Millionen Dollar unterstützen wollten. Und derart beflügelt will Rex sich größere Flugzeuge wie Airbus A320 und Boeing 737 zulegen.

Etwas anderes zu behaupten sei «boshaft»

Das gefällt Qantas gar nicht. Chef Alan Joyce beklagt sich, Rex finanziere mit staatlichen Mitteln die Expansion. Mit den Jets würde die Regionalfluglinie nämlich zur Konkurrentin der Nationalairline.

Dagegen wehrt sich wieder die Führung von Rex. Die Anschaffung der größeren Flugzeuge finanziere man ausschließlich mit den Mitteln von Investoren. Die Vergabe der Staatshilfe sei auch an strikte Bedingungen geknüpft und werde kontrolliert. Etwas anderes zu behaupten sei «boshaft», so die Airline in einer Mitteilung.



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