Sydney von oben: Regional Express will ihr Netzwerk ausbauen.

Ausbau nach StaatshilfeRegional Express will Boeing 737 oder Airbus A320

Mit Drohungen sicherte sich die australische Regional Express Rex Hilfen vom Staat. Jetzt will sie mit privaten Geldern Marktanteile erobern.

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Es begann mit einem Paukenschlag. Im März stellte Regional Express Rex dem Staat «ein Ultimatum», wie sie selber formulierte. Sollten bis Ende der Woche nicht die australische Regierung oder die Regierungen der Bundesstaaten bei den Verlusten einspringen, werde man ab dem 6. April den Großteil des Linienverkehrs einstellen. Auch weitere Regionalfluggesellschaften forderten Hilfe. Mit Erfolg.

Die Regierung sicherte der Branche Hilfen in Höhe von 298 Millionen Australischen Dollar oder umgerechnet rund 178 Millionen Euro zu. John Sharp, stellvertretender Verwaltungsratschef von Rex sagte, man sei «äußert dankbar». An dieser Stelle könnte die Geschichte zu Ende sein. Doch stattdessen nahm sie nun erst richtig Fahrt auf.

Ein zweites Ultimatum

Denn schon wenige Tage später wechselte die Fluggesellschaft den Kurs. Sie kritisierte, man kenne immer noch keine Details zum Hilfsplan und es sein noch kein Cent geflossen. Rex drohte im selben Atemzug, den Verkehr aus dem und in den Bundesstaat Queensland zu stoppen.

Erneut stellte Rex ein Ultimatum. Einige Tage später warnte sie, Leben würden in Gefahr geraten, wenn sie nicht fliegen und medizinische Ausrpstung transportieren könnte. Dann floss Geld vom Staat, es gab weitere Zusagen von Bundesstaaten und die Airline präsentierte nach und nach einen immer größeren staatlich unterstützten Flugplan.

Sehr viel Staatshilfe

Erneut könnte man vermuten, dass das Hin und Her an dieser Stelle endet und es ruhig wird um Rex. Doch weit gefehlt. Im Mai kritisierte Aufsichtsratschef Lim Kim Hai öffentlich die Insolvenzverwalter von Virgin Australia. Ihnen sei nur an einem schnellen Verkauf der Airline gelegen, nicht an notwendigen Änderungen am Geschäftsmodell.

Schließlich verkündete die Regionalfluglinie, die mit 67 Millionen australischen Dollar mehr Corona-Staatshilfe bekommen hat als Qantas und Virgin Australia zusammen, auf Angriff zu schalten. Sharp erklärte, eine Reihe von privaten Investmentfirmen und -banken hätten sich gemeldet. Diese würden nicht an eine erfolgreiche Rückkehr von Virgin Australia glauben und seien bereit, Rex mit 200 Millionen australischen Dollar zu unterstützten.

Boeing 737 oder A320 sollen Saabs ergänzen

Mit dem Geld soll Rex ihr Geschäft ausbauen und Marktanteile übernehmen. Dafür will die Fluglinie Anfang 2021 ihr Netz erweitern mit Flügen zwischen den großen Städten Sydney, Melbourne, Brisbane, Adelaide und Perth. Dafür plant sie, zehn Boeing 737 oder Airbus A320 zu leasen. Bisher besteht ihre Flotte aus 43 Saab 340.

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