Flieger von Air Baltic in Riga: Zukunft scheint gesichert.

Rettung für Air Baltic

Die Regierung und der renitente Grossaktionär der Fluggesellschaft einigten sich auf eine Kapitalerhöhung.

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Die Drohung wirkte. Die Regierung Lettlands greift nun der angeschlagenen Air Baltic doch mit Steuermillionen unter die Arme. Zuvor hatte sie am 22. September der nationalen Fluglinie und ihrem Firmenchef und Minderheitseigentümer Bertolt Flick gedroht, eine Konkurrenzgesellschaft zu eröffnen. Es war der letzte Schritt in einer langen Reihe von Beschuldigungen und Gegenbeschuldigen und Aktionen und Reaktionen. Wenige Tage davor hatte Flick Air Baltic unter Gläubigerschutz gestellt, um die Airline vor dem Zugriff durch den Staat zu schützen. Seit Monaten waren Riga und Flick im Streit bezüglich der Unternehmensführung.

Doch zur ultimativen Eskalation weit kommt es nun nicht. Die beiden Parteien haben sich an einer Generalversammlung von Air Baltic am Dienstag (29. September) in Grundzügen auf eine Kapitalerhöhung um 153 Millionen Euro geeinigt. Das Aktionärstreffen wurde daraufhin unterbrochen, um die technischen Details der Kapitalerhöhung auszuarbeiten. Am 4. Oktober wollen die beiden Parteien nun den Vertrag unterzeichnen, wie das Nachrichtenportal NRA meldet. Dann sollen auch zentrale Fragen wie die Wahl des Vorstandes, Änderungen der Satzung und der Finanzen abschließend geregelt werden. Gemäß NRA wurde aber bereits vereinbart, dass Flick als Firmenchef abtritt. Transportminister Uldis Augulis erklärte, man sein bereits auf der Suche nach geeigneten Kandidaten für Vorstand und Aufsichtsrat. Die nationale Komponente soll dabei hoch gewichtet werden. Leicht sei es jedoch nicht, geeignete Leute zu finden, die auch etwas vom Fluggeschäft verstünden.

Wichtige Position

Dass die Regierung Air Baltic hilft, ist gut nachvollziehbar. Die Airline ist mit Abstand die größte im Baltikum. Mit wöchentlich 681 abgehenden Flügen liegt Air Baltic weit vor Ryanair mit 181 und Estonian Air mit 150 Flügen, wie Anna.aero errechnete. Mit einer Flotte von 34 Fliegern bedient sie ab Riga, Tallinn und Vilnius Dutzende von Zielen in ganz Europa. Die Fluggesellschaft ist deshalb auch eine wichtige Arbeitgeberin im Land. Der Staat hält 53 Prozent der Anteile, Flick 43 Prozent.

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