Firmengebäude von Boeing: Verzicht auf Steuererlässe sollen Strafzölle mildern.

Handelsstreit mit EUWashington will Boeing Steuervorteile entziehen - um zu helfen

Im Subventionsstreit plant die EU ebenfalls Strafzölle gegen Flugzeuge aus den USA einzuführen. Ein neuer Gesetzesentwurf soll die Folgen für Boeing mildern.

Top-Jobs

Sparfell Logo

CAMO Engineer f/m/d (full time) in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
DERTOUR Logo

Reiseleiter (m/w/d)

Reiseveranstalter
DERTOUR Destination Services AG
Griechenland
Spanien
Portugal
Top jobs
logo aerotelegraph rund

Journalist:in Militärluftfahrt und Verteidigung

Medien
aeroTELEGRAPH
Top jobs
Home Office
Lübeck

Safety Manager (m/w/d) am Flughafen Lübeck

Lübeck
Feste Anstellung
Flughafen Lübeck
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Bei Jungfernflügen eines Rivalen geben sich Airbus und Boeing gerne als wohlgesinnte Gegenspieler. Gern bekundet der Konkurrent auf seinen Social-Media-Kanälen seine Glückwünsche. Umso verbissener wird abseits von Social Media gestritten.

Seit mehreren Jahren werfen sich die Europäische Union und die Vereinigten Staaten gegenseitig vor, mit Subventionen den Wettbewerb zwischen den beiden größten Flugzeugherstellern der Welt zu verzerren. Im Februar gaben die USA eine Erhöhung der im Oktober 2019 eingeführten Strafzölle auf EU-Flieger von 10 auf 15 Prozent bekannt. Dass die EU mit Strafzöllen nachziehen wird, gilt als wahrscheinlich.

Einsparung von beinahe 100 Millionen US-Dollar

Im Bundesstaat Washington bereitet die Regierung dagegen jetzt Maßnahmen vor. In Everett bei Seattle betreibt Boeing das größte und wichtigste Werk. Zwei Abgeordnete des Senats des von Washington haben vergangene Woche einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der die Abschaffung von Steuerbegünstigungen für Boeing beinhaltet, wie die Zeitung Seattle Times berichtet.

Vor 16 Jahren befreite der Bundesstaat den Flugzeugbauer von einer Steuer für Luft- und Raumfahrtkonzerne. Etwa 99,5 Millionen Dollar oder rund 91,7 Millionen Euro sparte Boeing beispielsweise im Jahr 2018 durch Steuervorteile. Laut dem Bericht begrüßt Boeing den neuen Gesetzesentwurf in einer Mitteilung.

Gewerkschaften hoffen auf Besserungen

Der Grund: Die Aufhebung der Steuervorteile könnte sich im Handelsstreit zwischen den USA und der EU bei der Welthandelsorganisation WTO zugunsten von Boeing auswirken. Womöglich darf die EU ihre angedrohten Vergeltungszölle auf Flugzeuge aus den USA wie auch andere amerikanische Produkte dann nicht so hoch wie gewollt ansetzen. Boeing könnte das unter dem Strich weniger teuer zu stehen kommen als die Aufhebung der Steuer.

Doch noch gilt es viele für Boeing viele Fragen mit der Politik zu klären, ehe das neue Gesetz durchgewunken werden kann. Sollten die USA und die EU sich im Handelsstreit einigen, sehen aktuelle Gesetzesvorlagen in den Vereinigten Staaten die Möglichkeit zur Wiedereinführung der Steuernachlässe für Boeing vor. Genau wie bei der ersten Einführung wären die Steuernachlässe für Boeing nicht an ein bestimmtes Beschäftigungsniveau gebunden.

Ersatzleistungen stehen im Weg

Für viele Gewerkschafter und Politiker ist dies ein Problem, das sie dieses Mal gelöst sehen wollen. Sie wollen, dass Boeing sich zu einer Mindestanzahl an Angestellten verpflichtet.

Ebenso Probleme macht eine andere Klausel der Steuervergünstigungen. Diese sichert Boeing im Falle einer Aufhebung eine gleichwürdige Entschädigung zu. Das heißt, dass der Staat die wegfallenden Steuervorteile auf eine andere Weise wieder wettmachen würde. Erst wenn Boeing sich zum Verzicht auf diese Ersatzleistung bereit erklärt, gilt die Zustimmung des Senats zum neuen Gesetzesentwurf als wahrscheinlich.

Mehr zum Thema

Cockpit einer Boeing 737: Piloten werden genauer überprüft.

Boeing beginnt bei NMA von vorne

Boeing 737 Max: In den Tanks in den Tragflächen wurden mitunter Fremdobjekte entdeckt.

Boeing findet Werkzeuge und Lumpen in 737-Max-Tanks

Cockpit einer Boeing 737: Der Flugzeugbauer startete schlecht ins neue Jahr.

Eine Null für Boeing im Januar

ticker-boeing-1

Boeing lieferte im November 44 Flugzeuge aus

Video

alaska airlines
Die amerikanische Fluggesellschaft ist Boeing-Kundin durch und durch. Das zeigte sie bisher auch auf jedem ihrer Flugzeuge - mit der Aufschrift Proudly All Boeing. Nun hat Alaska Airlines ihren Slogan angepasst.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
alaska airlines 1282 ntsb boeing 737 max 9
Obwohl im Flug ein Loch im Rumpf einer Boeing 737 Max 9 von Alaska Airlines klaffte, landete die Crew das Flugzeug im Januar 2024 sicher. Jetzt klagt der Kapitän gegen den Flugzeughersteller.
Timo Nowack
Timo Nowack
amsterdam schiphol schneemann
Der Schnee sorgt für Chaos und Hunderte Flugausfälle am größten Flughafen der Niederlande. Trotz der harten Bedingungen hat das Bodenpersonal in Amsterdam offenbar Spaß bei der Arbeit.
Timo Nowack
Timo Nowack