Airbus A350 von Qatar Airways: Die Fluglinie muss umdisponieren.

Beschwerden über QualitätQatar Airways will vier Airbus A350 nicht mehr

Qatar Airways ist nicht zufrieden: Die Fluggesellschaft bestellt vier Airbus A350-900 ab.

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Qatar Airways ist kein einfacher Kunde – und das ist wohl noch eher nett ausgedrückt. Immer wieder ließ sich Airline-Chef Akbar Al Baker öffentlich über einzelne Flugzeugmodelle aus und kritisierte die Hersteller offen.

In letzter Zeit trifft es immer häufiger Airbus. Aktuell ist es der A350, mit dem Al Baker nicht zufrieden ist. Qatar hat darum vier georderte Airbus A350-900 abbestellt. Die vier Abbestellungen von A350 sind in Airbus' Bestell-Statistik für den Monat Juni enthalten, die am Donnerstag (6. Juli) veröffentlicht wurde. Der Hersteller bestätigt, dass Qatar Airways von dem Recht Gebrauch gemacht habe, die «vertraglichen Auslieferungsslots nicht wahrzunehmen».

Größter Kunde

Der Grund für die Annullierungen: Es habe im vergangenen Jahr Verspätungen beim Hochfahren der Produktion gegeben, «hauptsächlich wegen bereits bekannten Problemen bei Zulieferern», so ein Airbus-Sprecher.  Die Fluglinie habe laut Vertrag das Recht, im Fall von solchen Verspätungen die Annahme abzulehnen. Die Golfairline ist der größte Kunde des A350 und war auch dessen Erstbetreiber. «Qatar Airways ist immer noch ein wichtiger Kunde», so der Sprecher weiter.

Auch mit den vier abbestellten Jets bleibe die Airline aus Katar mit 15 bereits fliegenden und insgesamt 76 georderten Airbus A350 der größte Kunde des Fliegers. Bis zum 5. Juli habe man 95 A350 an 13 Kunden ausgeliefert, die alle absolut zufrieden mit dem Flugzeug seien. Die Produktion sei nun stabilisiert, was die Zahl von 31 ausgelieferten A350 im Jahr 2017 beweise.

Nicht unschuldig

Es ist nicht das erste Mal, dass die Airline die Annahme eines Airbus-Fliegers verweigert. Eigentlich hätte Qatar auch Erstkunde des A320 Neo werden sollen. Doch weil es Probleme mit den Triebwerken gab und diese nicht die gewünschte Leistung erbrachten, verzichtete die Fluglinie und überließ Lufthansa das Feld. In der Folge bestellte sie eine kleine Zahl an Airbus A320 Neo wieder ab und wartet mit der Abnahme noch immer ab.

Bereits beim Airbus A380 hatte sich die Auslieferung immer wieder hinausgezögert. Damals war Qatar Airways mit der Innenausstattung nicht zufrieden, Airbus musste sie mehrfach anpassen. Auch die Erstauslieferung des A350 lief nicht ganz reibungslos. Die feierliche Zeremonie fand neun Tage später statt als geplant. Airbus machte dafür zusätzlich nötig gewordene Tests verantwortlich. Doch auch Qatar selbst dürfte an der Verzögerung nicht ganz unschuldig gewesen sein.

Golfkrise drückt auf Umsatz

Die Gründe von Qatar sind nicht bekannt. Die Nachrichtenagentur Bloomberg zitiert interne Quellen damit, dass Qatar sich über Probleme bei der Qualitätskontrolle beschwert hatte. Bei der Golfairline kommt aber derzeit noch hinzu, dass sie mit einer diplomatischen Krise im Golf zu kämpfen hat. Die Nachbarstaaten verweigern Jets der Fluggesellschaft die Überflüge. Das führt zu Einbußen. Immerhin kann so wichtiger Zubringerverkehr aus den Nachbarländern nicht mehr stattfinden. Zudem müssen Flieger teilweise Umwege fliegen.

Auch Boeing hat Qatars Zorn übrigens schon zu spüren bekommen. «Wir kaufen doch keine Flieger, um sie dann gleich ins Museum zu stellen», wütete er etwa nachdem die ersten Boeing 787 in seiner Flotte gleich wiederholt Pannen hatten. Und über eine längere Dreamliner-Version, die 787-10, sagte er:  «Ganz ehrlich erscheint der A350-1000 mir heute als der bessere Jet.»

Schnell versöhnt

Das Beispiel Boeing zeigt aber auch, dass der Airline-Chef auch wieder umzustimmen ist. «Boeing baut einfach die besten Flugzeuge», erklärte Al Baker erst im vergangenen Herbst – wohl auch, um einen Seitenhieb an die Europäer zu verteilen. Immerhin helfen solche Druckmittel manchmal auch, um bessere Preise zu verhandeln.

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