Maschine von TAP: Bald neue Eigentümer.

Wird TAP brasilianisch?

Portugal will die Nationalairline bis Ende des Jahres verkaufen. Avianca zeigt sich sehr interessiert. Und hat offenbar gute Chancen.

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Luftfahrt

Der neue Besitzer muss einen guten Ruf haben, er muss finanziell stark sein und er muss Erfahrungen in der Luftfahrt mitbringen. So sieht es das Privatisierungsdekret vor, welches die portugiesische Regierung Ende September veröffentlichte. Sie macht dem künftigen Eigentümer von TAP darin eine ganze Reihe weitere Vorschriften. So muss er den Charakter der Fluggesellschaft als Nationalairline erhalten. Die Transportes Aéreos Portugueses - so der offizielle Name - müsste weiterhin «ein Unternehmen sein, welches starke Beziehungen zum Lande besitzt, welche unbedingt zu erhalten sind». Deshalb darf ein Käufer auch nur 49,9 Prozent von TAP kaufen, damit die Airline europäisch bleibt. Zudem muss er eine Sperrfrist für die Aktien von «mindestens fünf und maximal zehn Jahren» akzeptieren.

Das Kabinett unter Premier Pedro Passos Coelho plant, den Verkauf bis Ende des Jahres über die Bühne zu bringen. Gemäß der portugiesischen Tageszeitung Expresso bestellten Delta Air Lines, Etihad, IAG, Lufthansa, Virgin Atlantic sowie ein chinesischer Investor und einer aus der Finanzbranche die Verkaufsunterlagen. Nicht alle hätten in der ersten Runde aber konkrete Offerten eingereicht. Lokale Medien sprechen von drei abgegebenen Geboten. Sich selbst aus dem Rennen nahm IAG. Die Muttergesellschaft von British Airways und IAG ließ kürzlich verlauten, das Interesse habe über die letzten zwölf Monate laufend abgenommen. Und nach vertiefter Prüfung sei man nun zum Schluss gekommen, bei der Privatisierung nicht mitzumachen. Lufthansa-Chef Christoph Franz will derzeit gar keine Airline zukaufen. «Unter unserem Dach ist derzeit kein Platz für zusätzliche Partner», meinte er in der Mitarbeiterzeitschrift «Der Lufthanseat».

Weltumspannendes Netz

Die Chinesen und die Finanzleute kommen aufgrund der Verkaufsbedingungen wohl für die Regierung nicht wirklich in Frage. Und ob Delta und Virgin derzeit wirklich an einer neuen Tochter interessiert sind, ist auch fraglich. Die portugiesische Nationalairline flog zwar anders als viele westliche Konkurrenten im vergangenen Jahr einen Gewinn ein. «Unsere Prognose ist es, auch 2012 ein positives Resultat zu erzielen», meinte TAP-Vorstandsvorsitzender Fernando Pinto kürzlich. Doch sowohl Delta als auch Virgin sind derzeit vollauf damit beschäftigt, ihre Kernoperationen in den schwarzen Zahlen zu halten. Die Amerikaner verloren in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres umgerechnet 34 Millionen Euro. Die Briten mussten im Geschäftsjahr 2011/12 per Ende Februar einen Verlust von 99 Millionen Euro ausweisen. Dennoch hatte das Interesse an der Privatisierung für sie einen Vorteil. Alleine das Studium der Unterlagen ließ sie gewisse Einblicke in die Geschäfte eines Konkurrenten gewinnen, die sie sonst kaum bekommen hätten.

Doch es gibt neben Alleskäufer Etihad durchaus einen ernsthaften Interessenten. Der kolumbianisch-brasilianische Investor Germán Efromovich bestätigte öffentlich, dass er ernsthaft an TAP interessiert ist. «Ich scherze nicht», sagte er vergangene Woche in Bogota zu Journalisten. Mit seiner Synergy Group kontrolliert der 64-Jährige bereits 100 Prozent von Avianca Brasil und mehr als 60 Prozent von Avianca-Taca. Zwischen seiner Gruppe und TAP gebe es keinerlei Überscheidungen. «Da gibt es nur Ergänzungen. Ich kann auf diesem Planeten Erde keine andere Fluglinie erkennen, welche ergänzender zu uns wäre», sagte er gemäß Se depender de mim, o nome TAP não muda" Efromovich: "Se depender de mim, o nome TAP não muda" Ler mais: http://expresso.sapo.pt/efromovich-se-depender-de-mim-o-nome-tap-nao-muda=f759381#ixzz29GVxcRoh" href="http://expresso.sapo.pt/efromovich-se-depender-de-mim-o-nome-tap-nao-muda=f759381">Expresso

Mit Hilfe von Euroatlantic

Den Schritt über den Atlantik will Efromovich nicht unbedingt alleine machen. Er habe bereits mit europäischen Partnern gesprochen. Die portugiesische Euroatlantic Airways beispielsweise sei bereit, bei einer Übernahme mitzumachen, erklärte er. Für portugiesische Medien ist der Südamerikaner bereits der einzige valable Interessent. Ob er am Ende bei weiteren Gebotsrunden auch wirklich noch mitmacht, ließ Efromovich noch offen. Das hänge von den Details ab. Scheitert der Verkauf an einen Investor, will die Regierung die Fluggesellschaft an die Börse bringen.

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