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C-Series: Großerfolg für Bombardier

Die kanadische Regionalfluggesellschaft Porter Airlines ordert bis zu 30 Stück des neuen Flugzeugs von Bombardier. Sie expandiert damit kräftig.

Bombardier

Vorstellung des ersten Prototypes der C-Series: Neu Kunden für das neue Flugzeug.

Mann kennt sich bereits bestens. Porter Airlines stammt nicht nur aus derselben Region in Kanada wie der Flugzeugbauer. Die Regionalfluglinie mit Basis am Billy Bishop Toronto City Airport setzt auch seit jeher auf die Produkte von Bombardier. 26 Dash 8-400 befinden sich inzwischen in ihrer Flotte. Damit fliegt Porter 19 Ziele in Kanada und den Vereinigten Staaten an. Und das äußerst erfolgreich. Letztes Jahr transportierte die nur sechs Jahre alte Fluggesellschaft bereits 2,45 Millionen Passagiere – 15 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Regelmässig wird sie für ihren guten Service von Skytrax mit vier Sternen ausgezeichnet. Die Passagiere geben Porter 7,8 von 10 maximal Punkten.

Nun setzt Porter Airlines zu einem weiteren Wachstumssprung an. Die Fluglinie bestellt bis zu dreißig neue Jets der C-Series von Bombardier. In der vergangenen Nacht habe man den Vertrag unterzeichnet, gaben die beiden Unternehmen am Mittwoch bekannt. Damit outet sich Porter als der anonyme Erstkunde, der im vergangenen Dezember von Bombardier genannt wurde und über dessen Identität man in der Branche seither spekulierte. Zusätzlich sicherte sich Porter Kaufrechte für sechs weitere Q400. Die Bestellung ist 2,3 Milliarden Dollar wert.

Die Flügel ausbreiten

Für Porter ist es ein Meilenstein. «Es ist Zeit, dass Porter die Flügel ausbreitet», kommentiert Geschäftsführer Robert Deluce. Die Q400 habe bisher optimal für die Ziele von Porter Airlines genügt. «Sie ist leise und effizient», so Deluce, «Und damit optimal geeignet. Doch nun sei es Zeit, das Streckennetz auf neue Ziele auszuweiten.

Die Bestellung ermöglicht es Porter Airlines, eine ganze Reihe neuer Destinationen anzufliegen. Die bisherigen Flieger haben eine Reichweite von etwa 2500 Kilometern. Damit kann Porter Ziele im Osten Kanadas und einige in den USA anfliegen. Für eine Durchquerung des Landes reicht es allerdings nicht. Mit der C-Series wäre das möglich, sie hat eine Reichweite von 5400 Kilometern. «Wir wollen nach Calgary und Vancouver, nach Miami, Los Angeles oder Orlando fliegen», erklärte Deluce bei einer Pressekonferenz.

Mehr Komfort

Für die Passagiere wolle man ein ganz neues Niveau an Komfort bieten. Um das zu veranschaulichen, fertigte Porter Airlines bereits eine Demonstrationskabine an, die nun präsentiert wurde. Auch für die Basis am Toronto City Airport sei die C-Series optimal geeignet. «Sie ist viermal leiser als vergleichbare Flieger», so der Airlinechef.

Für den Flughafen und die Stadt Toronto biete die Flottenergänzung große wirtschaftliche Verbesserungen. Der leise Betrieb ist wichtig, weil Porter Airlines sich in der Verantwortung gegenüber den Bürgern sieht, die Lärmbelastung am Stadtflughafen so gering wie möglich zu halten. Die C-Series soll im Juni zum ersten Mal fliegen. 2016 tritt sie für Porter als Erstkunden in den Dienst.

Flughafen muss umgemodelt werden

Die Bestellung muss allerdings noch von anderen Vertragspartnern abgesegnet werden. Das sieht eine Abmachung der Airline mit Flughafenbetreibern und Regierung von Toronto so vor. Und Porter Airlines braucht die Unterstützung dringend. Für die C-Series sind nämlich die Pisten am Stadtflughafen zu kurz. Eine «gemäßigte Verlängerung» von 168 Metern an beiden Seiten der Piste und die Erlaubnis für Starts und Landungen von Jets verlange man daher. Doch daran, dass das klappt, hat Deluce keine Zweifel. «Bald wird unser goldener Plan Wirklichkeit.»



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