Maschine von Small Planet Airlines: Bald auch in Deutschland aktiv.

Small Planet Airlines«Vorerst zwei Airbus A320 für Deutschland»

Small Planet Airlines expandiert nach Deutschland. Im Interview spricht Geschäftsführer Vytautas Kaikaris über weitere Details, Pläne in Asien und über Langstreckenflüge.

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Vergangenes Jahr haben Sie das Wachstum zurückgefahren. Warum?

Vytautas Kaikaris: Nach vier Jahren sehr starken Wachstums war es unsere Plan, ein Jahr lang das Erreichte zu konsolidieren und uns voll auf die Qualität des Flugbetriebs zu konzentrieren. Wir wollten alles richtig machen. Das hat sich ausbezahlt. Der Gewinn hat sich 2014 bei nur 9 Prozent gestiegenem Umsatz vervierfacht.

Zugleich geben Sie in Ihrer Vision aber an, dass sie die Größe von Small Planet Airlines alle zwei Jahre verdoppeln wollen. Gilt das nicht mehr?

Doch, das gilt nach wie vor. Wir haben unsere Flotte von 2012 bis 2014 beinahe verdoppelt, von 6 auf 11 Flieger. Von 2013 bis 2015 wird das Wachstum größer sein, wir nehmen von 8 auf 18 Flugzeuge zu. Wir rechnen damit, dass wir die Verdoppelung auch von 2014 bis 2016 beinahe erreichen werden.

Der Chartermarkt gilt als sehr schwierig, die Margen sind tief. Warum setzen sie dennoch genau auf dieses Geschäft?

Unsere betriebliche Marge betrug 2014 fast 6 Prozent. Wir können das erreichen, weil wir sehr tiefe Kosten haben. Wir sind die Billiganbieterin im Chartermarkt.

Dass es dennoch nicht ganz einfach ist, erlebte Small Planet in Italien. Sie verkauften Ihre Tochter, dann ging sie ein.

Das stimmt. Italien war keine gute Erfahrung. Das lag daran, dass wir nicht die richtigen Partner ausgewählt hatten. Das Timing war auch sehr schlecht. Aber man lernt aus dem Scheitern mehr als aus den Erfolgen.

Das Timing in Italien war auch sehr schlecht.

2015 will Small Planet vor allem in Großbritannien und Polen wachsen. Was sind da die Ziele?

In Polen wollen wir Nummer eins oder zwei im Chartergeschäft sein. In Großbritannien wollen wir ein Ganzjahresgeschäft aufbauen. Momentan fliegen wir dort nur im Sommer. In der Hauptsaison wollen wir auf der Insel fünf Flugzeuge stationieren.

Zugleich starten Sie in Deutschland. Warum?

Nachdem wir 2011 erfolgreich in Polen gestartet waren, schrieben wir einen Businessplan mit vier Kernmärkten: Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien. Wir sind bereits im Vereinigten Königreich und auch in Italien sind wir wieder aktiv. Wir waren in Frankreich – und könnten dorthin auch wieder zurückkehren. Deutschland ist der einzige Zielmarkt, in dem wir noch nicht sind. Dabei ist er der größte von allen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, das nachzuholen. Nach dem Aus von Hamburg Airways und XL Germany gibt es eine kleine unbesetzte Nische. Zudem haben wir in Deutschland starke lokale Partner, die gut zu Small Planet passen.

Sie haben bereits Verträge mit deutschen Reiseveranstaltern abgeschlossen. Wann geht es los – und mit wem?

Für diese Frage übergebe ich an Andreas Wobig, unseren neuen Geschäftsführer für Deutschland und früheren Germania-Chef. Er weiß da viel mehr darüber.

Andreas Wobig: Wir beginnen die Zusammenarbeit mit Involatus auf Vollcharterbasis. Für den Airbroker bieten wir im Winter 2015/16 Flüge ab deutschen Flughäfen nach Fuerteventura und Gran Canaria auf den Kanarischen Inseln an. Dafür werden wir zwei Flieger auf den Inseln stationieren. Wir fliegen die ersten Aufträge im Winter 2015/16 noch mit litauischem AOC, also litauischer Betriebslizenz. Die deutsche Betriebsbewilligung erwarten wir im Frühjahr 2016.

 Flüge ab Düsseldorf, Frankfurt, Hannover und München.

Wie viele Flugzeuge werden sie dann in Deutschland stationieren?

Andreas Wobig: Unser Businessplan sieht vor, im Sommer 2016 mit zwei in Deutschland registrierten Airbus A320 zu starten. Wir sprechen mit diversen Reiseveranstaltern. Die Gespräche konzentrieren sich aber auf Flüge ab Düsseldorf, Frankfurt, Hannover und München. Köln/Bonn und Berlin Tegel sind ebenso ein Thema. Wir haben viele Ideen und hören auf unsere Kunden. Wir befinden wir uns aber noch im Status der Absichtserklärung. Dazu können wir darum noch nichts verraten.

Und welche Länder wollen Sie nach Deutschland angehen?

Vytautas Kaikaris: Wir werden vorläufig in keine weiteren Länder in Europa expandieren. Zuerst wollen wir das volle Potenzial der Märkte ausschöpfen, in denen wir schon sind. Unser Fokus liegt eher auf Asien.

Warum Asien?

Das ist ganz einfach. Wir schauten früh nach einer Möglichkeit, die Flugzeuge im Winter zu nutzen, die sonst wegen der tieferen Nachfrage nur herumgestanden wären. Wir machen damit das, was andere als zu riskant anschauen. Wir haben hart an der Expansion in Asien gearbeitet und hatten wohl auch etwas Glück. Wir wollen nun weitere Aufträge in Kambodscha holen und starten bald in Thailand.

Sie waren auch in Bhutan aktiv. Wie kam es dazu?

Das war ein einmaliger Auftrag im Jahr 2013. Doch beim Fliegen für Bhutan Airlines gewannen wir Erfahrung in Asien. So konnten wir in Kambodscha und Thailand Fuß fassen.

Wann geht es denn los mit Small Planet Thailand?

Wir stehen im Zertifizierungsprozess. Es hängt davon ab, wie schnell die thailändischen Behörden ihre Probleme mit der Icao lösen.

Sie setzen inzwischen fast ausschließlich auf Airbus. Bleibt das so oder schaut sich Small Planet Airlines Alternativen an?

Nein, wir arbeiten mit dem Airbus A320. Wir schauen uns vielleicht andere Modelle der A320-Familie an, etwa A319 oder A321. Modelle anderer Hersteller sind aber kein Thema. Wir lieben die Einfachheit.

Ist die Langstrecke für Sie ein Thema?

Das ist eine Option, aber nicht in der näheren Zukunft.

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