Pilotinnen von Akasa Air: Das Cockpitpersonal hat zahlreich gekündigt.

Akasa Air«Demoralisierend und feindselig»: Pilotinnen und Piloten rebellieren gegen Management

Akasa Air hat große Pläne, aber aktuell Probleme mit ihrem Cockpitpersonal. In einem Brandbrief sprechen Pilotinnen und Piloten der indischen Billigairline von Schikanen und unfairen Praktiken.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker Experimental Shop (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Es war das letzte große Projekt ​​von Rakesh Jhunjhunwala vor seinem Tod: die Gründung der Billigfluglinie Akasa Air. Jhunjhunwala galt wegen seiner zahlreichen Investitionen als Warren Buffett Indiens. So steckte er unter anderem rund 400 Millionen Dollar in Akasa Air und war zuletzt mit einem Anteil von 46 Prozent größter Anteilseigner.

Kurz nach dem Erstflug der Airline im August 2022 starb Jhunjhunwala mit 62 Jahren an multiplem Organversagen. Der Aufstieg ging weiter. Akasa Air bestellte bei Boeing in zwei Tranchen 226 Flugzeuge. Neben der Max 8 und Max 10 auch die dichter bestuhlte Billigfliegervariante 737 Max 200. Die Maschinen sollen in den kommenden acht Jahren zur Flotte stoßen.

Brandbrief an Ministerium für Zivilluftfahrt

Mit 26 Flugzeugen bedient Akasa Air im Dezember 2024 rund 64 Routen in fünf Ländern. Doch nun droht der Höhenflug ins Stocken zu geraten. Laut indischen Medien hat eine Gruppe von Piloten am 10. Dezember einen Brandbrief an das Ministerium für Zivilluftfahrt verfasst, in dem sie auf schwerwiegendes Fehlverhalten des Managements aufmerksam machen.

Im Zentrum der Kritik steht Floyd Gracious, der für den Flugbetrieb zuständige Manager und Pilot der Airline. Wegen seines Verhaltens sollen inzwischen über 80 Pilotinnen und Piloten bei Akasa Air gekündigt haben. Der Vorwurf: Gracious habe durch voreingenommenes und unprofessionelles Verhalten eine demoralisierende und feindselige Trainingsumgebung geschaffen.

Schikanen, ungleiche Behandlung und Sicherheitspobleme

Die Verfasser machen drei Hauptproblembereiche auf. Schikanen und unfaire Trainingspraktiken. Die Piloten berichten von Schikanen und Erniedrigungen durch Prüfer und Ausbilder, denen voreingenommene Beurteilungen, unhöfliches Verhalten und eine unprofessionelle Einstellung vorgeworfen werden, was ein demoralisierendes Arbeitsumfeld geschaffen habe.

Der zweite Punkt betrifft eine hohe Durchfallquote bei Pilotentrainings. So sollen 216 Pilotinnen und Piloten bei Simulator- und Flugzeugprüfungen durchgefallen sein. Die Verfasser des Briefs merken kritisch an, dass Mitarbeitende aus dem Umfeld von Floyd Gracious verschont geblieben sind - ein Vorwurf, der Zweifel an der Fairness und Objektivität der Bewertungsverfahren aufwirft.

Piloten fordern Untersuchung

Die Autoren werfen der Airline vor, gegen Sicherheitsvorschriften der indischen Luftfahrtbehörde verstoßen zu haben, indem unerfahrenes Cockpitpersonal trotz früherer Vorfälle befördert wurde, und fordern eine unabhängige Untersuchung der Managementpraktiken, Ausbildungsmethoden und Sicherheitsstandards.

Ein Sprecher von Akasa Air wies die Vorwürfe daraufhin entschieden zurück und erklärte: «Wir weisen diese Vorwürfe kategorisch zurück, da sie unbegründet und unwahr sind. Sie spiegeln auch nicht die Ansichten der Akasa-Piloten wider», zitiert die indische Nachrichtenagentur den Sprecher.

Mehr zum Thema

Boeing 737 Max von Akasa Air: Die Airline will mehr.

Akasa Air kauft 150 Boeing 737 Max

Akasa Air hat ihren ersten Flug absolviert

Akasa Air hat ihren ersten Flug absolviert

Air India One Flugverlauf nach Tashkent: Indiens Premierminister musste einen großen Umweg nehmen.

Indiens Premierminister muss 6200 Kilometer langen Umweg nach Usbekistan fliegen

Dassault Rafale C der Indian Air Force: Die Armee will sich modernisieren.

Indiens Milliarden-Poker um eine schlagkräftigere Luftwaffe

Video

latam airbus a320 lima feuer
Notfall am Flughafen Lima: Aus einem Triebwerk eines Airbus A320 schlugen so lange Zeit Flammen, dass auch eine Tragfläche des Jets von Latam Feuer fing.
Timo Nowack
Timo Nowack
Die D-AIHW von Lufthansa: Der Airbus A340-600 machte die Derière.
Jetzt ist es vorbei mit Airbus A340-600 bei Lufthansa. Zum Abschied des letzten Exemplares des Vierstrahlers blicken wir auf fünf Besonderheiten zurück, die ihn zu einem der faszinierendsten Langstreckenjets machten.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
airbus a321 p2f qantas
Einst beförderten sie Fluggäste für China Southern: Jetzt erweitert Qantas mit umgebauten A321 ihre Frachterflotte und fliegt mit den Airbus-Jets für die australische Post. Es ist die Ablösung für die BAE 146-300.
Timo Nowack
Timo Nowack