Pilotinnen von Akasa Air: Das Cockpitpersonal hat zahlreich gekündigt.

Akasa Air«Demoralisierend und feindselig»: Pilotinnen und Piloten rebellieren gegen Management

Akasa Air hat große Pläne, aber aktuell Probleme mit ihrem Cockpitpersonal. In einem Brandbrief sprechen Pilotinnen und Piloten der indischen Billigairline von Schikanen und unfairen Praktiken.

Top-Jobs

LBV Logo

Sachbearbeiter:in Betriebssicherheit

Schönefeld (bei Berlin)
Feste Anstellung
Luftfahrtbehörde
Landesamt für Bauen und Verkehr
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

VIP Flight Attendant (f/m/d) (full time)

Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
LBV Logo

Sachbearbeiter:in Luftaufsicht, Erlaubnisse

Schönefeld (bei Berlin)
Luftfahrtbehörde
Landesamt für Bauen und Verkehr
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
LBV Logo

Sachbearbeiter:in örtliche Luftaufsicht (2 Stellen)

Feste Anstellung
Luftfahrtbehörde
Landesamt für Bauen und Verkehr
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Schönefeld (bei Berlin)

Es war das letzte große Projekt ​​von Rakesh Jhunjhunwala vor seinem Tod: die Gründung der Billigfluglinie Akasa Air. Jhunjhunwala galt wegen seiner zahlreichen Investitionen als Warren Buffett Indiens. So steckte er unter anderem rund 400 Millionen Dollar in Akasa Air und war zuletzt mit einem Anteil von 46 Prozent größter Anteilseigner.

Kurz nach dem Erstflug der Airline im August 2022 starb Jhunjhunwala mit 62 Jahren an multiplem Organversagen. Der Aufstieg ging weiter. Akasa Air bestellte bei Boeing in zwei Tranchen 226 Flugzeuge. Neben der Max 8 und Max 10 auch die dichter bestuhlte Billigfliegervariante 737 Max 200. Die Maschinen sollen in den kommenden acht Jahren zur Flotte stoßen.

Brandbrief an Ministerium für Zivilluftfahrt

Mit 26 Flugzeugen bedient Akasa Air im Dezember 2024 rund 64 Routen in fünf Ländern. Doch nun droht der Höhenflug ins Stocken zu geraten. Laut indischen Medien hat eine Gruppe von Piloten am 10. Dezember einen Brandbrief an das Ministerium für Zivilluftfahrt verfasst, in dem sie auf schwerwiegendes Fehlverhalten des Managements aufmerksam machen.

Im Zentrum der Kritik steht Floyd Gracious, der für den Flugbetrieb zuständige Manager und Pilot der Airline. Wegen seines Verhaltens sollen inzwischen über 80 Pilotinnen und Piloten bei Akasa Air gekündigt haben. Der Vorwurf: Gracious habe durch voreingenommenes und unprofessionelles Verhalten eine demoralisierende und feindselige Trainingsumgebung geschaffen.

Schikanen, ungleiche Behandlung und Sicherheitspobleme

Die Verfasser machen drei Hauptproblembereiche auf. Schikanen und unfaire Trainingspraktiken. Die Piloten berichten von Schikanen und Erniedrigungen durch Prüfer und Ausbilder, denen voreingenommene Beurteilungen, unhöfliches Verhalten und eine unprofessionelle Einstellung vorgeworfen werden, was ein demoralisierendes Arbeitsumfeld geschaffen habe.

Der zweite Punkt betrifft eine hohe Durchfallquote bei Pilotentrainings. So sollen 216 Pilotinnen und Piloten bei Simulator- und Flugzeugprüfungen durchgefallen sein. Die Verfasser des Briefs merken kritisch an, dass Mitarbeitende aus dem Umfeld von Floyd Gracious verschont geblieben sind - ein Vorwurf, der Zweifel an der Fairness und Objektivität der Bewertungsverfahren aufwirft.

Piloten fordern Untersuchung

Die Autoren werfen der Airline vor, gegen Sicherheitsvorschriften der indischen Luftfahrtbehörde verstoßen zu haben, indem unerfahrenes Cockpitpersonal trotz früherer Vorfälle befördert wurde, und fordern eine unabhängige Untersuchung der Managementpraktiken, Ausbildungsmethoden und Sicherheitsstandards.

Ein Sprecher von Akasa Air wies die Vorwürfe daraufhin entschieden zurück und erklärte: «Wir weisen diese Vorwürfe kategorisch zurück, da sie unbegründet und unwahr sind. Sie spiegeln auch nicht die Ansichten der Akasa-Piloten wider», zitiert die indische Nachrichtenagentur den Sprecher.

Mehr zum Thema

Boeing 737 Max von Akasa Air: Die Airline will mehr.

Akasa Air kauft 150 Boeing 737 Max

Akasa Air hat ihren ersten Flug absolviert

Akasa Air hat ihren ersten Flug absolviert

Die Produktion von Embraer in São José dos Campos: Bald auch ein Werk in Indien.

Embraer lässt seine Regionaljets künftig auch in Indien bauen

ticker al hind air

Al Hind Air und Fly Express: Zwei neue Fluglinien können in Indien starten

Video

Airbus A350 von Air France nach der Landung in Abidjan: Die Passagiere konnten das Flugzeug über Treppen verlassen.
Kleiner Fehler mit großer Wirkung: Ein Airbus A350 von Air France bog nach der Landung in Abidjan falsch ab und blieb stecken. Er musste aufwändig geborgen werden.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Tu-214 in einer Halle: S7 Airlines steht kurz vor der Bestellung von 100 Exemplaren.
Russlands Fluglinien brauchen dringend neue Flugzeuge. Die beiden größten des Landes, Aeroflot und S7 Airlines, reagieren nun mit Großbestellungen - sie wollen 190 Tupolev Tu-214 und Yakovlev MS-21 ordern.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
vueling airbus a320 mann auf flugzeug
Sicherheitsvorfall am Flughafen Valencia. An dem spanischen Airport ist am Wochenende ein junger Mann auf ein Flugzeug von Vueling geklettert.
Timo Nowack
Timo Nowack