In Dehli wird ein Straßenhund vermisst: Das ist einer von zahlreichen Tweets.

Politische Debatte in IndienDer Flughafen Delhi hat ein Problem mit bissigen Straßenhunden

Am Flughafen Delhi leben mehrere Straßenhunde, die immer wieder Reisende und Angestellte beißen. Ein verschwundener Hund sorgt in Indien für eine Debatte über den richtigen Umgang mit den Tieren.

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Es ist bekannt, dass in Indien Kühe als heilig gelten, vor allem im Hinduismus. Sie stehen auf Autobahnen, in engen Gassen, vor Tempeln, an Stränden und mitten im dichten Stadtverkehr. Anders als Kühe gelten Hunde in Indien nicht als heilig, aber es gibt positive Assoziationen. Der Gott Bhairava wird oft als Hund dargestellt. Und es gibt viele Hunde. Allein in Delhi sollen laut Schätzungen der Behörden zwischen 800.000 und einer Million streunende Hunde leben.

In Delhi, wo rund 30 Millionen Menschen leben, sorgt das aber auch für Probleme: Von Januar bis August 2025 wurden 26.000 Hundebisse gemeldet. Das Oberste Gericht der Stadt ordnete an, die Tiere in Tierheime zu bringen und nicht mehr freizulassen. Doch nach wochenlangen Protesten von Hundefreunden wurde das Urteil gekippt: Die Hunde dürfen zwar eingefangen, müssen aber kastriert, geimpft und wieder in ihr Revier gebracht werden.

Schicksal von Kadu erregt die Gemüter

Ähnlich wie Kühe sind Hunde in Indien überall zu finden: vor Häusern, auf Märkten, an Schulen und sogar am Flughafen. Allein am Indira Gandhi Airport in Delhi leben seit Jahren mehrere Straßenhunde in den drei Terminals. Immer wieder kommt es dort seit Jahren zu Hundebissen – sowohl bei Passagieren als auch bei Mitarbeitenden. Um das Problem einzudämmen, haben die Behörden beschlossen, streunende Hunde in der Nähe von Schulen, Regierungsgebäuden und Flughäfen umzusiedeln.

Am Flughafen Dehli ist die Situation nun eskaliert: Auslöser ist das Verschwinden von Hund Kadu. Kadu soll ein 14 Jahre alter, zahnloser Hund sein, der seit 14 Jahren am Flughafen Dehli lebt. Hundeliebhaber und Tierschutzaktivisten suchen in den sozialen Medien nach ihm. Er wurde zuletzt am 26. März in Terminal 3 gesehen. Die Aktivisten werfen dem Flughafen vor, die Hunde brutal entfernt zu haben. Es gibt auch Theorien, dass Reinigungskräfte den Hund mitgenommen hätten.

30 Hundebisse am Flughafen in den ersten drei Monaten

Das Thema ist so emotional, dass sich der Flughafen Delhi auf X mit sechs Tweets dazu geäußert hat. So teilt der Flughafen mit, dass man aus den sozialen Medien vom Verschwinden des Hundes Kadu erfahren habe und hoffe, dass er in Sicherheit sei. Zudem betonte der Flughafen, dass mehrere Straßenhunde in den drei Terminals leben. Diese würden regelmäßig vom Flughafen-Team versorgt und gefüttert. Dabei halte man sich strikt an tierärztliche Vorgaben, um die Gesundheit und das ausgeglichene Verhalten der Hunde zu gewährleisten.

Gleichzeitig appellierte der Flughafen an alle Reisenden und Besuchende, die Tiere nicht in der Öffentlichkeit zu füttern oder Handlungen vorzunehmen, die sie unbeabsichtigt provozieren könnten. Allein in diesem Jahr sei es bereits zu 30 Hundebissen gekommen. Zuletzt habe ein brauner Hund zwei Menschen gebissen. Laut Tweets sei der Hund «vorsichtig behandelt, beruhigt und sanft in sein gewohntes Gebiet zurückgebracht» worden.

Hunde könnten Touristen verprellen

Mittlerweile hat sich sogar der ehemalige indische Minister Vijay Goyal auf X geäußert. Er warf dem Flughafen vor, die Hunde weiter zu füttern. Außerdem wies er darauf hin, dass Touristen das Land meiden könnten, wenn streunende Hunde frei auf dem Flughafengelände herumlaufen dürften.

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