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737-200

Nolinor Aviation verstärkt sich mit einem Boeing-Oldie

Jung ist sie nicht. Die Boeing 737-200-Reihe feierte vor 56 Jahren ihren Erstflug, trotzdem verstärkt Nolinor Aviation ihre Flotte mit dem Boeing-Oldie - aus gutem Grund. 

Der Klimawandel verschärft sich. 2023 war das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Im Vergleich zum vorindustriellen Niveau ist die globale Temperatur im vergangenen Jahr um beinahe 1,5 Grad Celsius gestiegen. Mit drastischen Auswirkungen auf viele Regionen der Welt.

Auch die 40.000 Einwohnerinnen und Einwohner des kanadischen Arktisterritoriums Nunavut spüren die steigenden Temperaturen. Und ebenso der Bergbau im knapp zwei Millionen Quadratkilometer umfassenden Gebiet, das besonders reich an Bodenschätzen wie Gold, Diamanten, Eisen, Kobalt und Seltenerdmetallen ist. Einige Minen laufen Gefahr, dass Säure ausläuft, wenn der Permafrost schmilzt. Stärkere Regenfälle belasten Dämme und ausbleibender Regen erschwert den Abbau.

Nolinor Aviation baut wieder aus

Dennoch steigt die Nachfrage nach den Rohstoffen aus Nunavut, weil sie in vielen Anwendungen zur Elektrifizierung gebraucht werden. Das spürt auch Nolinor Aviation. Sie hat sich auf Flüge zu entlegenen Flughäfen in der Wildnis Kanadas spezialisiert. Und sie spürt nun eine vermehrte Nachfrage.

Und deshalb nimmt Nolinor Aviation ein ziemlich altes Flugzeug in die Flotte auf – es ist der erste Ausbau seit drei Jahren. Es handelt sich um eine Boeing 737-200. Sie wurde sieben Monate lang für drei Millionen Dollar auf den Einsatz in der kanadischen Wildnis vorbereitet.

Während Corona Kapazität angepasst

Die Boeing 737-200 kann aufgrund der schmalen Bauweise der alten Triebwerke auf Schotterpisten landen. Zudem werden sie mit sogenannten Gravel Kits ausgestattet. Dazu gehören Ablenkungsvorrichtungen (Nose-Gear Gravel Deflector), die verhindern sollen, dass Dreck in die Triebwerke gelangen kann. Zusätzlich gibt es kleinere Vorrichtungen am Hauptfahrwerk, um Schäden an den Landeklappen zu vermeiden. Auch schützende Gitter im Radkasten zum Schutz der Bauteile sind Teil von Gravel Kits.

Die kanadische Airline betreibt laut dem Luftfahrtdatenportal CH Aviation derzeit vier Boeing 737-200, die im Schnitt 43 Jahre alt sind, sowie eine Boeing 737-300. Hinzu kommen neun inaktive Flieger. Mit der Widerinbetriebnahme eines weiteren Exemplars schließt sich für den Nolinor-Chef Marco Prud’Homme ein Kreis: «Während der Pandemie haben wir unsere Flottengröße strategisch angepasst, aber jetzt kehren wir zu unserer früheren Kapazität zurück.»

Nolinor Aviation plant mit weiteren 25 Jahren

2018 hat die Nolinor Aviation beschlossen, ihre Flugzeuge insgesamt zu modernisieren, um sie noch weitere 25 Jahre einsetzen zu können. Aktuell sind weltweit noch 48 Boeing 737-200 aktiv.