Obradors Nachfolgerin Claudia Sheinbaum setzt beim Reisen ebenfalls auf Bescheidenheit. Schon kurz nach ihrem Amtsantritt sorgte die Präsidentin für Aufsehen, als sie zu internationalen Treffen nicht mit einem Staatsflugzeug, sondern regulär in der Economy Class reiste. Auch auf dem jüngsten Flug nach Barcelona und zurück nach Mexiko-Stadt blieb sie diesem Muster treu. Videos zeigen, wie sie ganz selbstverständlich in einen Dreamliner von Aeromexico einsteigt, mit Crew und Mitreisenden spricht und während des Fluges arbeitet.
Sheinbaum nutzt Economy Class auch als Botschaft
Diese Form des Reisens hat natürlich Symbolkraft. Sheinbaum setzt bewusst auf Nähe und ein Bild von Bescheidenheit. Beobachter sehen darin mehr als nur persönliche Präferenz, sondern auch ein politisches Signal an die eigene Bevölkerung und an die internationale Gemeinschaft.
Allerdings bleibt die Wirkung ambivalent. Für viele ist die Präsidentin damit «eine von uns», andere halten ihre bescheidene Art zu reisen für Inszenierung für kalkulierte Kommunikation. Doch eines steht fest: In einer Zeit, in der politische Gesten oft stärker wirken als Worte, kann selbst ein Sitzplatz in der Economy Class zur Bühne werden.