Boeing 737-300 von Magnicharters: Der Pilot eines Fluges war unzufrieden.

Magnicharters in MexikoPilot verbarrikadiert sich im Cockpit - um Zahlung von ausstehenden Löhnen zu erzwingen

Ein Pilot machte in Mexiko seine Forderungen über die Lautsprecheranlage an Bord publik. Und er weigerte sich zu fliegen, solange die Charterairline Magnicharters nicht endlich zahlt. Doch am Ende kam es anders.

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Wer vorn im Cockpit sitzt, braucht einen klaren Kopf. Pilotinnen und Piloten müssen auch in Extremsituationen Ruhe und einen klaren Kopf bewahren. Gefühlswelten, die am Boden belasten, sollten eigentlich nicht mitfliegen. Doch so einfach ist das nicht. Das zeigt auch ein aktueller Fall aus Mexiko. Ein Pilot von Magnicharters verweigerte am Freitag (19. Dezember) den Abflug, machte seine Forderungen über die Kabinenlautsprecher öffentlich und schloss sich dann im Cockpit ein.

Augenzeugenberichten und Videoaufnahmen zufolge wandte sich der Kapitän der Charterfluggesellschaft zunächst direkt an die Passagiere, berichtet das Portal The Cancun Sun. «Dieses Flugzeug startet nicht, bevor sie uns nicht gezahlt haben, was sie uns schulden», sagte er demnach über seinen Arbeitgeber. Er erklärte, seit rund fünf Monaten kein Gehalt mehr erhalten zu haben. Danach verriegelte er die Cockpittür der Boeing 737. Der Vorfall ereignete sich an Bord von Flug GMT780 von Mexiko-Stadt nach Cancún.

Pilot von Magnicharters wurde festgenommen

Der Pilot sprach auch von fehlenden Spesenvergütungen, mangelnder gewerkschaftlicher Vertretung und unzureichenden Arbeitsbedingungen. In sozialen Netzwerken verbreiteten sich seine Aussagen rasch. Magnicharters selbst äußerte sich bislang weder zu dem Vorfall noch zu den Vorwürfen. So oder so löste seine extreme Handlung das Protokoll aus, was auch bei einer Flugzeugentführung greift. Der Flughafen löste Sicherheitsalarm aus, die Behörden stuften den Vorfall als Entführungsversuch ein.

Nach etwa einer Stunde griffen Sicherheitskräfte ein. Spezialeinheiten öffneten das Cockpit, der Pilot wurde abgeführt. Die Passagiere mussten das Flugzeug verlassen, der Flug wurde annulliert. Die mexikanische Zivilluftfahrtbehörde AFAC hat eine Untersuchung eingeleitet.

Kleine Flotte von Boeing 737-300

Magnicharters ist eine mexikanische Charterfluggesellschaft, die sich auf touristische Verbindungen innerhalb des Landes spezialisiert hat. Sie bedient vor allem klassische Ferienziele wie Cancún und arbeitet häufig mit Reiseveranstaltern zusammen, die Flug und Hotel als Paket anbieten. Das Geschäftsmodell richtet sich vor allem an preisbewusste Urlauberinnen und Urlauber.

Die Airline betreibt eine kleine Flotte von fünf Boeing 737-300. Die Flugzeuge gehören zu einer älteren Generation und werden im Charterverkehr eingesetzt.

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