Eine Spezialeinheit der mexikanischen Armee hat den Drogenboss El Mencho festgenommen und dabei verletzt. Der Anführer des Kartells Jalisco Nueva Generación, dessen richtiger Name Nemesio Oseguera Cervantes lautet, starb laut Angaben der Armee, als er vom Bundesstaat Jalisco in die Hauptstadt geflogen wurde. Die Regierung der USA erklärt, sie habe die mexikanische Regierung mit nachrichtendienstlichen Informationen unterstützt.
Als Reaktion auf den Tod von El Mencho brachen am Sonntag (22. Februar) in mehreren Bundesstaaten Unruhen aus. Anhänger des Kartells errichteten laut mexikanischen Medien mehr als 250 Straßensperren, setzten Autos, Busse, Banken und Geschäfte in Brand.
Auswärtiges Amt rät: Im Hotel bleiben, Fahrten vermeiden
Das hat auch Auswirkungen auf Reisen und Flugverkehr. «Wenn Sie sich an einem sicheren Ort aufhalten, beispielsweise in einem Hotel, bleiben Sie bis auf Weiteres dort und verzichten Sie auf nicht unbedingt erforderliche Fahrten», rät das deutsche Auswärtige Amt in seinen Reisehinweisen. Menschenansammlungen seien zu meiden, bei Straßensperren solle man sich nicht widersetzen oder flüchten. «Der Betrieb an einigen Flughäfen insbesondere im Bundesstaat Jalisco kann zeitweise beeinträchtigt sein», so das deutsche Außenministerium.
Die US-Botschaft in Mexiko teilt mit: «Zwar wurden keine Flughäfen geschlossen, doch haben Straßensperren den Flugbetrieb beeinträchtigt, sodass die meisten Inlands- und Auslandsflüge sowohl in Guadalajara als auch in Puerto Vallarta gestrichen wurden.»
Flug von Atlanta nach Guadalajara weicht nach Texas aus
Die Flughafenbetreiberin Grupo Aeroportuario del Pacífico erklärte für Guadalajara, Puerto Vallarta und Manzanillo, die Sicherheit an den Flughäfen sei gewährleistet. Am kleineren Airport Manzanillo sei aufgrund der Entscheidungen der Fluglinien der kommerzielle Betrieb am Sonntag aber ausgesetzt. Im Internet zirkulieren Videos, die Reisende zeigen, die panisch durch den Flughafen Guadalajara laufen oder sich hinter Check-in-Schaltern zusammenkauern. Die Betreiberin erklärte, bei manchen Fluggästen sei Panik ausgebrochen, es habe aber keinen Sicherheitsvorfall gegeben, der der Grund dafür gewesen seien.
Flug DL1992 von Delta Air Lines von Atlanta nach Guadalajara wurde am Sonntag nach Austin in Texas umgeleitet. Auch am Montag (23. Februar) fallen nach Guadalajara und Puerto Vallarta viele Flüge aus, sowohl im Inland (etwa mit Aeromexico, Viva und Volaris) als auch international (zum Beispiel mit Westjet, Air Canada oder Southwest Airlines).
Delta Air Lines warnt noch bis zum 26. Februar
Delta Air Lines informiert ihre Reisenden auf ihrer Webseite: «Aufgrund von Unruhen im mexikanischen Bundesstaat Jalisco kann es zu Beeinträchtigungen bei Reisen zu, von oder über die unten aufgeführten Ziele kommen.» Betroffen seien Puerto Vallarta und Guadalajara vom 22. bis 26. Februar. Reisende sollen regelmäßig den Flugstatus prüfen. Bei Flügen zu diesen Zielen erlässt die Fluglinie bei Umbuchungen bis zum 7. März zudem die Tarifdifferenz innerhalb derselben Reiseklasse. Wer sein Ticket storniert, erhält eine Gutschrift.
Hinter aeroTELEGRAPH steckt mehr als eine Website: ein Team erfahrener Journalistinnen und Journalisten, das fliegt, recherchiert und einordnet – Tag für Tag. Mit Ihrer Unterstützung bleiben wir unabhängig und Sie lesen werbefrei. Jetzt hier klicken und abonnieren