Prototyp des Mitsubishi Spacejet im Flug: Wird nichts als eine Erinnerung bleiben.

Nach MilliardenverlustenMitsubishi begräbt den Spacejet definitiv

Nun steht es endgültig fest: Mitsubishi baut den Spacejet nicht. Damit bleibt Japans Traum, wieder zum Hersteller von Verkehrsflugzeugen zu werden, unerfüllt.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Head of Mechanical Final Assembly PC-12 (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker Experimental Shop (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland

Mit dem Transporter Kawasaki XC-2 und dem Seeaufklärer Kawasaki P-1 ist Japan auf dem Markt für militärische Flugzeuge präsent. Mit der Shinmaywa US-2 bietet die Industrie des Landes auch ein Amphibienflugzeug zur Luft- und Seerettung an. Und mit dem Hondajet steht auch ein Businessjet im Angebot.

Doch bei den Verkehrsflugzeugen konnte sich Japan bisher nicht als eigenständiger Anbieter etablieren, auch wenn die japanische Industrie durchaus ein wichtiger Zulieferer von Airbus und Boeing ist. Das war früher mal anders. Von 1962 bis 1974 produzierte die Nihon Aircraft Manufacturing Company die NAMC YS-11. Ein großer Erfolg war das zweimotorige Turboprop-Passagierflugzeug für bis zu 64 Passagiere allerdings nicht. Nur 182 Exemplare wurden gebaut.

Erfolg mit zweimotorigem Turboprop-Hochdecker

Mehr Glück hatte Mitsubishi mit der MU-2. Der zweimotorige Turboprop-Hochdecker bot je nach Version Platz für sieben bis elf Reisende. Von 1963 bis 1986 wurden mehr als 700 Exemplare gebaut. An diesen Erfolg wollte der japanische Industrieriese 2008 anknüpfen, als er den Bau eines neuen Regionaljets bekannt gab.

Mitsubishi MU-2: Ein japanischer Erfolg. Bild: Tis Meyer/Planepics.org

Doch bei der Entwicklung gab es immer wieder Probleme. Zwar hob der Mitsubishi Regional Jet nach mehrmaliger Verschiebung im November 2015 doch noch zum Erstflug ab. Aber reif zur Serienproduktion war er immer noch nicht. Die einst für 2013 anvisierte erste Auslieferung musste zuletzt auf 2022 verschoben werden.

Gigantische Verspätung und hohe Verluste

Die gigantische Verspätung führte dazu, dass potenzielle Kunden abwarteten und keine Bestellungen platzierten. 2019 versuchte Mitsubishi Aircraft das schlechte Image noch durch eine Umbenennung des Flugzeugs in Spacejet zu korrigieren. Doch auch das reichte nicht mehr, um das Steuer herumzureißen.

Die Entwicklung riss immer größere Löcher in die Bilanz des Mutterkonzerns Mitsubishi Heavy Industries. Die einst auf 150 Milliarden Yen geschätzten Kosten waren auf rund 1 Billion Yen angestiegen - mehr als sieben Milliarden Euro. Und so stoppte er zuerst das Projekt der kleineren Variante des Spacejets.

Flugzeugbau-Tochter wird aufgelöst

Im August 2020 wurde schließlich das gesamte Programm auf Eis gelegt. Nur noch die wichtigsten Arbeiten wurden weitergeführt. Und jetzt zieht Mitsubishi Heavy Industries einen definitiven Schlussstrich unter das Projekt, wie die Zeitung Nikkei Asia berichtet.

Zugleich wird gemäß dem Bericht die Tochter Mitsubishi Aircraft aufgelöst. Der Spacejet wird damit nie gebaut werden und ein neuer Versuch des Einstiegs in den Bau von Verkehrsflugzeugen scheint ausgeschlossen. Zuletzt standen 247 Orders in den Büchern, Die größten stammten von ANA All Nippon Airways, Japan Airlines, Mesa Airlines und Skywest.

Markt gut erschlossen

Der Traum Japans vom Aufstieg zum Hersteller von Verkehrsflugzeugen ist damit für längere Zeit wieder ausgeträumt. Mit den Produkten von Airbus und Boeing, Embraer, ATR, Comac und UAC ist der Weltmarkt aber auch bereits gut erschlossen.

Mehr zum Thema

Spacjet M90 von Mitsubishi Aircraft: Neuer Zweck?

Wird aus dem Mitsubishi Spacejet ein Militärflugzeug?

Mitsubishi Spacejet: Ob jemals ein Kunde damit abhebt, ist fraglich.

Mitsubishi stoppt Entwicklung des Spacejets - vielleicht für immer

Mitsubishi Spacejet M90: Vorerst die einzige Variante.

Mitsubishi legt Projekt des kleinen Spacejets auf Eis

ticker lufthansa group

Lufthansa kehrt mit Boeing 787 nach Nagoya zurück und fliegt täglich nach Tokio-Narita - auch Swiss stockt auf

Video

6767 bitte? Der Wunsch wurde dem Piloten erfüllt.
Ein Privatpilot in den USA wollte beim Funken offenbar ein bisschen Spaß haben. Also fragte er die Flugsicherung nach einem ganz bestimmten Transpondercode: 6767. Der Fluglotse verstand die Anspielung auf das Internet-Meme Six Seven und musste lachen.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Anflug auf Tel Aviv mit Airbus A330 von Swiss: Vorerst nicht mehr möglich.
Jahrelang gehörte der Airbus A330 auf der Strecke zwischen Zürich und Tel Aviv zum gewohnten Bild. Doch damit ist vorerst Schluss: Swiss stellt im Sommer 2027 sämtliche Flüge auf Airbus A321 Neo um.
Luca La Rocca
Luca La Rocca
latam airbus a320 lima feuer
Notfall am Flughafen Lima: Aus einem Triebwerk eines Airbus A320 schlugen so lange Zeit Flammen, dass auch eine Tragfläche des Jets von Latam Feuer fing.
Timo Nowack
Timo Nowack