Letzte Aktualisierung: um 17:40 Uhr

Neue Fluggeräte für die Stadt

Mit dem Elektroflieger zum Geschäftstermin

Kurzstrecke ganz anders: Auch innerhalb des städtischen Raums wird es künftig Verkehr in der Luft geben. Über diesen Elektrotrend debattiert sogar die Businessjet-Branche.

Presented by Pilatus - Swiss manufacturer of the PC-12 & PC-24
aeroTELEGRAPH/Robert Erenstein

Lufttaxi der Linz AG: Künftig zwischen Wolkenkratzern unterwegs?

Wer an Geschäftsluftfahrt denkt, hat wahrscheinlich Bilder von einem schicken Businessjet von Gulfstream, Bombardier oder Pilatus im Kopf. Doch auf der diesjährigen Branchenshow Ebace 2022 in Genf wurde deutlich: Auch kleinere elektrische Fluggeräte werden in Zukunft ihren Platz in diesem Sektor einnehmen. Grund ist der starke Verkehr in vielen Städten.

Viele Menschen haben das Warten, Pendeln, lange Bahn- oder teure Taxifahrten satt, nur um zum Beispiel zu einem Meeting zu fahren. Darüber hinaus strebt die Europäische Union an, bis 2050 klimaneutral zu sein, mit einer Wirtschaft mit Netto-Null-Treibhausgasemissionen und nachhaltiger und intelligenter Mobilität.

Stark genug für Vogelschlag

Einst in ein unbemanntes Flugtaxi zu steigen, ist für die meisten Menschen aber immer noch ein unangenehmer Gedanke. Wie sicher ist das? Können die Propeller aussetzten? Was passiert, wenn der Strom ausfällt oder ein großer Vogel mit dem Fluggerät kollidiert?

Viele Firmen planen, vorerst nur mit bemannten Fluggeräten zu fliegen. Für diese werden zudem sehr strenge Regeln und Vorschriften der Luftfahrtbehörden gelten. Das bedeutet etwa, dass sie stark genug gebaut sind, um einem Vogelschlag standzuhalten. Darüber hinaus sind sie mit einer Bodenstation verbunden, die in Echtzeit nicht nur den Zustand des Fluggerätes, sondern auch der Passagiere plus Pilot messen. Außerdem wird viel Redundanz mit zusätzlichen Rotoren und Batterien verbaut.

Frage der Luftraumregulierung

Die teuren Energiespeicher sind aber auch immer noch eine Herausforderung, da es noch keine speziellen langlebigen Flugbatterien auf dem Markt gibt. Manche Flugzeughersteller entwickeln diese nun selber. Und das Unternehmen Volt Aero hat sich beim Bau ihres Hybridflugzeuges namens Cassio dafür entschieden, dass von einem elektrischen, aber auch von einem Verbrennungsmotor angetrieben werden kann.

Die größte Herausforderung ist dennoch nicht die Technik, sondern die Luftraumregulierung. Sobald sich Flugtaxis in Städten einmal durchsetzen, könnte dort bald ziemlich viel los sein. An Landeplätzen könnte es zu Staus kommen. Traditionelle Flugzeuge viel weiter oben bringt die Flugsicherung in solchem Fall in eine Warteschleife, aber was geschieht mit den neuen Fluggeräten im niedrigen städtischen Luftraum? Auch eine Koordinierung zwischen herkömmlicher und neuer Luftfahrt wird nötig sein.

Was sagen Anwohner zu neuen Fluggeräten?

Andere Bedenken liegen bei den Anwohnern, die sich durch Fluggeräte nahe an den Häusern gestört oder beobachtet fühlen könnten. Auch Cybersicherheit und die Gefahren des Terrorismus dürfen nicht außer Acht gelassen werden.

Es wird wahrscheinlich weitere 10 bis 15 Jahre dauern, bis alle Bedingungen, Regeln und Vorschriften und betrieblichen Probleme geklärt und umgesetzt sind. Langsam aber sicher werden sie kommen und «The Jetsons», eine von Hanna-Barbera produzierte Fernsehserie, die zwischen 1962 und 1987 ausgestrahlt wurde, kommen modern angezogen zurück.