MCAS in Boeing 737 MaxFünf Piloten warnten vor umstrittenem System

In den USA haben mehrere Piloten vor Problemen mit den Boeing 737 Max 8 gewarnt - lange, bevor sich der tödliche Crash von Ethiopian Airlines ereignete.

Top-Jobs

IFFD Flugdienste

Piloten/ First Officer (m/w/d)

IFFD GmbH
Graz/Klagenfurt
Feste Anstellung
NCC-Betrieb
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Flight Operations Officer in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Compliance Monitoring Manager – Flight Operations

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs

Wie andere Länder auch betreiben die USA ein System, über das Mitarbeiter aus der Luftfahrtbranche anonym und ohne Angst vor persönlichen Konsequenzen Vorfälle oder Abläufe melden können, die sie für gefährlich halten. Aviation Safety Reporting System nennt es sich und soll die Sicherheit erhöhen. Es richtet sich an Piloten, Fluglotsen, Mechaniker, Flugbegleiter oder Flugdienstberater (Englisch: Dispatcher).

Alle Meldungen werden von zwei Experten analysiert und allenfalls an die Behörden weitergeleitet. Gleich fünf Mal bekamen sie in den vergangenen Monaten Hinweise auf Probleme mit der Boeing 737 Max 8, wie die Zeitung Dallas Morning News berichtet. Alle drehen sich um das sogenannte Maneuvering Characteristics Augmentation System MCAS, das seit dem Lion-Air-Crash letzten Oktober umstritten ist.

Eigentlich für mehr Sicherheit

Ein Pilot erklärte beispielsweise, es sei «unvernünftig», dass die Luftfahrtbehörde FAA Piloten ohne angemessene Ausbildung zum MCAS und ohne genügende Informationen über dessen Funktionalität fliegen lasse. Ein anderer schrieb: «Wir wissen jetzt, dass die eingesetzten Systeme fehleranfällig sind. Selbst wenn die Piloten nicht sicher sind, was diese Systeme genau sind, welche Redundanzen gibt es und welcher Fehlermodi?». Und weiter: «Ich frage mich: Was sonst weiß ich noch nicht?»

Das MCAS wurde in die Boeing 737 Max eingebaut, weil sie größere Triebwerke hat, die etwas weiter vorne und höher angebracht sind als bei der bisherigen Boeing 737. Das verändert in gewissen Situationen das Flugverhalten. Um einen Strömungsabriss zu verhindern, drückt das MCAS unter bestimmten Umständen die Nase des Fliegers automatisch nach unten, indem es das Höhenruder entsprechend trimmt.

Probleme bei Lion Air

Im Falle des Lions-Air-Unglücks im Oktober 2018 besteht der Verdacht, dass ein kaputter Anstellwinkel-Sensor das MCAS durch falsche Daten aktiviert haben könnte. Die Piloten wussten aber offenbar nichts von diesem System und seiner Funktionalität und versuchten, es zu übersteuern, statt es auszuschalten. Später meldeten sich auch in den USA diverse Piloten, die sich beklagten, zu wenig oder nichts über das MCAS gewusst zu haben.

Boeing hat inzwischen eine Software-Verbesserung für die Boeing 737 Max angekündigt. Sie beinhaltet MCAS-Updates, die etwa die Trimmbefehle im Falle von falschen Anstellwinkel-Sensor-Daten begrenzen. Auch gebe es Änderungen bei Cockpitanzeigen, Betriebshandbüchern und Crew-Training. Der Hersteller betont, man habe bei der Entwicklung, Planung und Zertifizierung der Verbesserungen eng mit der amerikanischen Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration FAA zusammengearbeitet.

Mehr zum Thema

Boeing 737 Max 8 im Flug: Viele Passagiere sind zurzeit skeptisch.

Was Passagiere über die Boeing 737 Max wissen müssen

Boeing 737 Max 8 von China Southern Airlines: Am Boden.

Stritten Boeing und FAA zu lange über Änderungen?

Boeing 737 Max 8: Inzwischen in vielen Ländern mit einem Flugverbot belegt.

Hier darf die Boeing 737 Max 8 nicht mehr fliegen

ticker-boeing-1

Boeing startet mit 46 Auslieferungen und netto 112 Bestellungen ins Jahr

Video

Boeing 777 von Emirates in Dubai: Der Betrieb wurde kurzzeitig gestoppt.
Einen großen Teil ihres Streckennetzes will die Golfairline wieder bedienen – auch Ziele wie Frankfurt, München oder Zürich. Doch ein Drohneneinschlag beim Flughafen Dubai International führte zu einem kurzfristigen Stopp aller Flüge von Emirates. Die Folge sind mitunter große Verspätungen.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
ilyushin il 114 300 kaelte
Das neue russische Turboprop-Flugzeug wird in den eisigen Bedingungen des Fernen Ostens dringend benötigt - auch von Polar Airlines. Doch dafür ist noch eine Anpassung an der Ilyushin Il-114-300 nötig.
Timo Nowack
Timo Nowack
wizz air airbus a321 neo madeira
Es kommt zwar immer wieder vor, dass Flugzeuge aufgrund starker Winde nicht direkt auf Madeira landen können. Die Passagiere eines Wizz-Air-Fluges aus Wien erlebten nun aber eine besondere Warteschleifen-Odyssee.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies