MCAS in Boeing 737 MaxFünf Piloten warnten vor umstrittenem System

In den USA haben mehrere Piloten vor Problemen mit den Boeing 737 Max 8 gewarnt - lange, bevor sich der tödliche Crash von Ethiopian Airlines ereignete.

Top-Jobs

LBV Logo

Sachbearbeiter:in Betriebssicherheit

Schönefeld (bei Berlin)
Feste Anstellung
Luftfahrtbehörde
Landesamt für Bauen und Verkehr
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

VIP Flight Attendant (f/m/d) (full time)

Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
LBV Logo

Sachbearbeiter:in Luftaufsicht, Erlaubnisse

Schönefeld (bei Berlin)
Luftfahrtbehörde
Landesamt für Bauen und Verkehr
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
LBV Logo

Sachbearbeiter:in örtliche Luftaufsicht (2 Stellen)

Feste Anstellung
Luftfahrtbehörde
Landesamt für Bauen und Verkehr
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Schönefeld (bei Berlin)

Wie andere Länder auch betreiben die USA ein System, über das Mitarbeiter aus der Luftfahrtbranche anonym und ohne Angst vor persönlichen Konsequenzen Vorfälle oder Abläufe melden können, die sie für gefährlich halten. Aviation Safety Reporting System nennt es sich und soll die Sicherheit erhöhen. Es richtet sich an Piloten, Fluglotsen, Mechaniker, Flugbegleiter oder Flugdienstberater (Englisch: Dispatcher).

Alle Meldungen werden von zwei Experten analysiert und allenfalls an die Behörden weitergeleitet. Gleich fünf Mal bekamen sie in den vergangenen Monaten Hinweise auf Probleme mit der Boeing 737 Max 8, wie die Zeitung Dallas Morning News berichtet. Alle drehen sich um das sogenannte Maneuvering Characteristics Augmentation System MCAS, das seit dem Lion-Air-Crash letzten Oktober umstritten ist.

Eigentlich für mehr Sicherheit

Ein Pilot erklärte beispielsweise, es sei «unvernünftig», dass die Luftfahrtbehörde FAA Piloten ohne angemessene Ausbildung zum MCAS und ohne genügende Informationen über dessen Funktionalität fliegen lasse. Ein anderer schrieb: «Wir wissen jetzt, dass die eingesetzten Systeme fehleranfällig sind. Selbst wenn die Piloten nicht sicher sind, was diese Systeme genau sind, welche Redundanzen gibt es und welcher Fehlermodi?». Und weiter: «Ich frage mich: Was sonst weiß ich noch nicht?»

Das MCAS wurde in die Boeing 737 Max eingebaut, weil sie größere Triebwerke hat, die etwas weiter vorne und höher angebracht sind als bei der bisherigen Boeing 737. Das verändert in gewissen Situationen das Flugverhalten. Um einen Strömungsabriss zu verhindern, drückt das MCAS unter bestimmten Umständen die Nase des Fliegers automatisch nach unten, indem es das Höhenruder entsprechend trimmt.

Probleme bei Lion Air

Im Falle des Lions-Air-Unglücks im Oktober 2018 besteht der Verdacht, dass ein kaputter Anstellwinkel-Sensor das MCAS durch falsche Daten aktiviert haben könnte. Die Piloten wussten aber offenbar nichts von diesem System und seiner Funktionalität und versuchten, es zu übersteuern, statt es auszuschalten. Später meldeten sich auch in den USA diverse Piloten, die sich beklagten, zu wenig oder nichts über das MCAS gewusst zu haben.

Boeing hat inzwischen eine Software-Verbesserung für die Boeing 737 Max angekündigt. Sie beinhaltet MCAS-Updates, die etwa die Trimmbefehle im Falle von falschen Anstellwinkel-Sensor-Daten begrenzen. Auch gebe es Änderungen bei Cockpitanzeigen, Betriebshandbüchern und Crew-Training. Der Hersteller betont, man habe bei der Entwicklung, Planung und Zertifizierung der Verbesserungen eng mit der amerikanischen Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration FAA zusammengearbeitet.

Mehr zum Thema

Boeing 737 Max 8 im Flug: Viele Passagiere sind zurzeit skeptisch.

Was Passagiere über die Boeing 737 Max wissen müssen

Boeing 737 Max 8 von China Southern Airlines: Am Boden.

Stritten Boeing und FAA zu lange über Änderungen?

Boeing 737 Max 8: Inzwischen in vielen Ländern mit einem Flugverbot belegt.

Hier darf die Boeing 737 Max 8 nicht mehr fliegen

alaska airlines

Alaska Airlines ist nun anders stolz auf Boeing

Video

Airbus A350 von Air France nach der Landung in Abidjan: Die Passagiere konnten das Flugzeug über Treppen verlassen.
Kleiner Fehler mit großer Wirkung: Ein Airbus A350 von Air France bog nach der Landung in Abidjan falsch ab und blieb stecken. Er musste aufwändig geborgen werden.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Tu-214 in einer Halle: S7 Airlines steht kurz vor der Bestellung von 100 Exemplaren.
Russlands Fluglinien brauchen dringend neue Flugzeuge. Die beiden größten des Landes, Aeroflot und S7 Airlines, reagieren nun mit Großbestellungen - sie wollen 190 Tupolev Tu-214 und Yakovlev MS-21 ordern.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
vueling airbus a320 mann auf flugzeug
Sicherheitsvorfall am Flughafen Valencia. An dem spanischen Airport ist am Wochenende ein junger Mann auf ein Flugzeug von Vueling geklettert.
Timo Nowack
Timo Nowack