Letzte Aktualisierung: um 11:04 Uhr

Handgepäckregeln

Mallorca streitet mit Ryanair um Schmalzschnecken

Ensaimadas de Mallorca sind ein beliebtes Mitbringsel. Die Inselregierung der Balearen streitet mit Ryanair um die kostenlose Mitnahme der Schmalzschnecken.

Sie sind ein traditionelles und sehr populäres Gebäck und ein beliebtes Mitbringsel: die Ensaimadas de Mallorca. Die handtellergroßen Schnecken werden aus Hefeteig und jeder Menge Schweineschmalz hergestellt. Und jetzt ist das Gebäck zum Politikum geworden. Ryanair und die Inselregierung streiten darum.

Der Vorwurf der Regierung: Ryanair sei die einzige Fluggesellschaft, die die Mitnahme von Ensaimadas, die außerhalb des Flughafens gekauft wurden, im Handgepäck nicht akzeptiere. Nur Ensaimadas, die im Duty-Free-Bereich gekauft wurden, können bei Ryanair kostenlos mit an Bord genommen werden.

Treffen einberufen

Der Tourismusminister der Balearen sieht in der Praxis eine «Diskriminierung» und hat zur Klärung ein Treffen der irischen Billigfluggesellschaft und dem örtlichen Konditorenverband einberufen, berichtet der Guardian. Bäckereien auf Mallorca sprechen sogar von «unlauterem Wettbewerb» und der Konditorenverband der Insel sieht eine massive Benachteiligung anderer Lieferanten.

Erst kürzlich verlangte der Billigflieger von zwei Reisenden nach Frankfurt 45 Euro Aufschlag pro Schmalzgebäck. Statt nach Deutschland mitgenommen zu werden, verschenkten die Passagiere die Ensaimadas an das Reinigungspersonal des Flughafens.

Air Europa entspannter

Andere Fluggesellschaften sehen die Mitnahme der Schmalzschnecken entspannter: Bei Air Europa können zwei Ensaimadas, die in Bäckereien außerhalb des Airports gekauft wurden, kostenlos im Handgepäck mitgenommen werden. Einzige Bedingung: Die Schmalzkringel müssen zu einem einzigen Paket zusammengeschnürt sein.

Dahinter steht die Frage, was als Handgepäck gilt. Ryanair erlaubt nur die kostenlose Mitnahme einer kleinen Tasche. Im vergangenen Jahr hat die Verbraucherschutzbehörde der Balearen Klage gegen Easyjet, Eurowings und Volotea wegen zu hoher Handgepäckgebühren eingereicht. Die Behörde forderte Bußgelder in Höhe von 20.000 Euro.