Airbus A350-900 von Lufthansa: Spannende Order-Historie.

Zurück zu 45 JetsLufthansas gar nicht mal so neue Airbus-A350-Order

Die deutsche Fluglinie kündigte im Mai eine Bestellung von fünf Airbus A350 an. Tatsächlich bekommt sie aber nur zwei zusätzliche Jets - und auch dabei handelt es sich lediglich um eine Rückkehr.

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Im Mai 2021 gab Lufthansa bekannt, neben fünf zusätzlichen Boeing 787 auch fünf weitere Airbus A350 zu kaufen. Mit den «fünf neu bestellten Airbus A350-900» erhöhe sich die Anzahl der Festbestellungen von A350 «auf insgesamt 45 Flugzeuge», so die deutsche Fluggesellschaft.

Auch wenn es so klang: Um eine Aufstockung der Order um fünf Airbus A350 handelt es sich nicht. Um das zu verstehen, muss man zurückblicken auf Ende 2019. Damals standen bereits 45 fest bestellte A350-900 für Lufthansa in Airbus′ Büchern. Auch der Geschäftsbericht 2019 des Luftfahrtkonzerns sprach von 15 bereits gelieferten und 30 weiteren fest bestellten Jets - insgesamt also 45.

Orders, die Bestätigung brauchen

Im Januar 2020 änderte sich in der Orderübersicht des Herstellers allerdings: Dort waren plötzlich nur noch 43 statt vorher 45 A350 für Lufthansa aufgeführt. Was wie eine Stornierung von zwei fest bestellten Jets aussehe, sei aber gar keine, sagte ein Lufthansa-Sprecher damals. Fünf Orders seien «reconfirmable» gewesen, erklärte er, also rückbestätigbar. Bei dieser Form des Auftrages kann der Kunde innerhalb eines festgelegten Zeitraums von der Bestellung zurücktreten. Das hatte Lufthansa bei zwei Flugzeugen getan.

Die Bestellung war zuvor in zwei Schritten erfolgt: Im Jahr 2013 orderte die deutsche Fluggesellschaft 25 Airbus A350-900. Davon waren fünf rückbestätigbar. 2019 bestellte die Fluglinie dann 20 weitere A350, verzichtete in diesem Zuge anschließend aber auf zwei der fünf Flugzeuge aus der vorherigen Order, die eine Rückbestätigung brauchten.

Netto nur zwei weitere Flieger

Lufthansa und der Flugzeugbauer führten fortan nur noch 43 fest bestellte A350 auf, allerdings waren drei davon immer noch reconfirmable. An welche Fristen dies gekoppelt war und ob sich der Status der Orders im Hintergrund womöglich änderte, ist unklar.

Im Mai 2021 ist nun aber etwas Ähnliches passiert wie 2019. Lufthansa hat eine neue Order über fünf A350 aufgegeben, ist dafür aber offenbar von den drei alten, rückbestätigbaren Bestellungen zurückgetreten. Das zeigt Airbus' am Montag (7. Juni) aktualisierte Orderübersicht. Dort sind fünf neue Bestellungen aufgeführt, aber auch drei Stornierungen. Netto steigt die Anzahl der bestellten A350 von Lufthansa lediglich um zwei von 43 auf 45.

Rückkehr zu 45 Airbus A350-900

Unter den Vorzeichen der Krise scheint es nicht unwahrscheinlich, dass Lufthansa bei der neuen Bestellung bessere Konditionen aushandeln konnte. Die Airline selber äußert sich nicht dazu. Sie verweist zu den Bestellungen und Stornierungen lediglich auf «vertragliche Gründe». Ein Airbus-Sprecher sprach gegenüber aeroTELEGRAPH mit Blick auf die fünf A350 für Lufthansa von drei «wieder geöffneten» Verträgen sowie zwei «hinzugefügten».

Unter dem Strich bleibt: Zwar hat Lufthansa im Mai angekündigt, die Flottenmodernisierung voranzutreiben, unter anderem durch «fünf neu bestellte» und «hocheffiziente» Langstreckenjets vom Typ A350-900. Doch eigentlich kehrt sie nur dorthin zurück, wo sie vor der Krise schon einmal offiziell stand: zu 45 fest bestellten A350.

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