Airbus A320 von ITA Airways: Wer bekommt das Sagen?

Schwieriges UmfeldLufthansa und MSC wollen weniger für ITA Airways zahlen

Die Bieter für die italienische Nationalairline mussten ihre Offerten überarbeiten. Jetzt haben auch Lufthansa und MSC ein neues Angebot abgegeben. Es liegt tiefer als noch vor Kurzem.

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So richtig zufrieden war das italienische Wirtschaftsministerium mit den ersten Offerten nicht. Und so gab es den beiden Bieter-Gruppen sechs Tage mehr Zeit, um die Bücher nochmals vertieft zu prüfen und ihre Angebote für ITA Airways zu verfeinern. Am Dienstag (5. Juli) um 23:59 Uhr lief die verlängerte Frist ab.

Beide Bieter-Gruppen, die bereits beim ersten Mal ein Angebot für eine Mehrheitsbeteiligung an der italienischen Nationalairline abgegeben hatten, machten auch jetzt wieder mit. Ihre ursprünglichen Preise haben sie dabei reduziert. Denn der Businessplan von ITA basiert auf einem Ölpreis von 640 Dollar, inzwischen kostet der Rohstoff aber das Doppelte. Zudem zieht sich der Ukraine-Krieg hin und Corona sorgt weiterhin für Probleme in der Luftfahrt.

Abwehrreflexe gegen Lufthansa

Zuerst wollten Lufthansa und MSC gemäß italienischen Medienberichten 1,2 bis 1,4 Milliarden Euro bieten. In der ersten Offerte nannten sie dann noch einen Preis von einer Milliarde für 80 Prozent an ITA Airways. Und jetzt legen sie noch 800 bis 850 Millionen Euro auf den Tisch, wie die Zeitung Corriere della Sera berichtet. Auch ihr Konkurrent, der amerikanische Fonds Certares, der mit Air France-KLM zusammenarbeitet, will nur noch 500 bis 600 Millionen zahlen nach 600 bis 800 Millionen Euro zuvor. Details zu dieser Offerte sind kaum bekannt.

Der Preis alleine wird jedoch nicht den Ausschlag geben. Auch die strategische Perspektive und die Sicherstellung einer weitreichenden italienischen Entscheidungsgewalt werden für die Regierung wichtige Punkte sein. Lufthansa und MSC stehen zwar in der Pole-Position, vor allem weil Air France-KLM noch nicht alle Staatshilfe zurückgezahlt hat und deshalb noch gar nicht investieren darf. Doch es gibt auch Abwehrreflexe in Rom gegen die übermächtigen Deutschen.

Skizzen zur Integration

Als Lufthansa noch an ITA-Vorläuferin Alitalia interessiert war, skizzierte sie einmal den Weg zur Integration. Zuerst wären Codeshare-Flüge aufgenommen und der Ticketverkauf koordiniert worden. Danach hätte die Airline vom Bündnis Skyteam zur Star Alliance wechseln sollen. Es wären die Wechsel zum Vielfliegerprogramm Miles and More und die Zusammenführung der Informatiksysteme gefolgt. Lufthansa betonte dabei stets ihre große Erfahrung bei Integrationen.

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