Blick aus einer Boeing 737 von Lion Air: Dicke Luft zwischen dem Hersteller und der Airline.

Lionair-Gründer Rusdi KiranaBoeing «hat mich verraten»

Lion Air verschärft die Vorwürfe an den Flugzeugbauer. Gründer Rusdi Kirana erklärte nun, Boeing verhalte sich unethisch und unmoralisch - dabei sei er einer der größten Kunden.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Head of Mechanical Final Assembly PC-12 (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker Experimental Shop (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Wenn das Stressniveau extrem ist, kochen die Emotionen hoch und Worte werden nicht mehr so bedacht gewählt wie sonst. Oftmals beruhigen sich danach die erhitzten Gemüter. Nicht so im Fall Lion Air gegen Boeing. Seit dem ungeklärten Absturz einer Boeing 737 Max in die Java-See macht der Gründer der indonesischen Billigairline dem Flugzeugbauer heftige Vorwürfe. Rusdi Kirana droht, die restlichen bestellen Flugzeuge der Amerikaner nicht mehr anzunehmen.

Jetzt hat Kirana die Vorwürfe erneuert. «Ich befand mich in einer schwierigen Lage. Und sie haben sich entschieden, mich zu verprügeln», sagte der Firmengründer dieser Tage der Nachrichtenagentur Bloomberg. Er bezog sich damit auf die unübliche Reaktion von Boeing, in der die Amerikaner die ersten Erkenntnisse der indonesischen Behörden kritisierten. Der Flugzeugbauer wies auf diverse Punkte hin, welche im ersten Untersuchungsbericht zu Unglücksflug JT610 angeblich nicht erwähnt worden seien und sich auf vorangegangene Flüge und die Wartung bei Lion Air beziehen.

«Unethisch und unmoralisch»

«Was wollen sie damit erreichen?», fragte der Lion-Air-Patron. Vielleicht habe Boeing tatsächlich etwas von diesem Verhalten, vielleicht sage man sich in Chicago und Seattle einfach «that's business». Aber der Hersteller müsse auch verstehen, dass er ihr Partner sei und einer der größten Kunden. Boeing habe sich «unethisch und unmoralisch in dieser Beziehung» verhalten, sagt Kirana. Darum trenne man sich jetzt. Seine Anwälte seien bereits an der Arbeit.

Boeing «hat mich verraten», so der indonesische Luftfahrtpionier weiter. Für ihn liegt der Ball jetzt bei Boeing. Der Konzern müsse etwas tun, um die Beziehung noch zu retten. Bisher aber habe sich der Hersteller «unweise» verhalten, so Kirana. Er hat den Chefposten bei Lion Air zwar formell abgegeben und ist mittlerweile Indonesiens Botschafter in Malaysia. Dennoch hält er weiterhin Anteile und ist bei monatlichen Sitzungen anwesend.

Auch Lion Air wurde kritisiert

Die Ermittler hatten indes auch Lion Air scharf kritisiert: Dafür, das Flugzeug nicht am Boden behalten zu haben. Sie fordern die Fluggesellschaft auf, ihre Sicherheitskultur zu verbessern.

Im Streit zwischen der Airline und Boeing geht es um viel. Lion Air hat bei Boeing per Ende November noch Bestellungen über 188 Flugzeuge mit einem Listenpreis von fast 22 Milliarden Dollar offen. Die Order von 201 Boeing 737 Max im Jahr 2011 galt als eine der größten Bestellungen überhaupt. Der damalige US-Präsident Barack Obama war bei der Unterzeichnung des Deals anwesend.

Mehr zum Thema

Taucher an der Unglücksstelle von Flug JT610: Sie halten weiterhin nach der zweiten Black Box Ausschau

Boeing 737 Max von Lion Air war «nicht flugtauglich»

Boeing 737 Max: Der Flugzeugbauer widerspricht den indonesischen Ermittlern.

Boeing kritisiert Bericht zu Unglücksflug JT610

Vertragsabschluss: Was genau heißt das beim Kauf eines Flugzeuges?

Das kleine Einmaleins des Flugzeugkaufs

ticker-boeing-1

Boeing prognostiziert mehr als 4000 Frachtflugzeuge bis 2045

Video

air new zealand syknest
Air New Zealand verschiebt den Start ihrer Schlafkojen für die Economy Class abermals. Eigentlich sollte Syknest 2026 endlich in der Boeing 787 abheben. Doch noch fehlt die Zertifizierung - da erneut eine Behörde bei der Zulassung nicht hinterherkommt.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Gulfstream G400 von Baires Fly: Das Flugzeug mit der Kennung LV-JQW brachte Flavio Bolsonaro in die USA.
Eine rund 22 Jahre alte Gulfstream G400 von Baires Fly brachte Flávio Bolsonaro und seine Familie über Ecuador nach Miami. Die argentinische Charterfirma flog einst auch Javier Milei - und auch ihr Eigentümer hat Ärger mit der Justiz.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
lufthansa fra gate of the future 07
Lufthansa und der Flughafen Frankfurt testen im Terminal 1, wie ein Gate effizienter funktionieren kann und zugleich komfortabler für die Gäste wird. Dabei geht es sowohl um Lounge-Elemente, als auch darum, Bewegungen zu analysieren und einem Software-Wirrwarr Herr zu werden.
Timo Nowack
Timo Nowack