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Boeing 747 geht in Rente

Der Flieger, der für El Al einen Weltrekord brach

Auch bei der israelischen Nationalairline hat der Jumbo-Jet ausgedient. El Al führt Ende Oktober den letzten Flug mit einer Boeing 747 durch.

El Al

Boeing 747 von El Al: Jetzt sind es nur noch drei.

Eben erst verabschiedete El Al ein Flugzeugmodell, das ihr jahrzehntelang treue Dienste geleistet hatte. Im Februar führte die israelische Nationalairline ihren letzten Flug mit einer Boeing 767 durch. 36 Jahre hatte sie auf den Zweistrahler gesetzt, den es inzwischen nur noch als Frachter und Militärtransporter zu kaufen gibt.

Bald schickt El Al schon das nächste Langstreckenmodell in Rente. Ende Oktober wird die Fluggesellschaft letztmals eine Boeing 747 einsetzen, wie sie am Montag (15. Juli) bekannt gab. Die Jumbo-Jets werden wie die 767 durch Dreamliner ersetzt. Zehn Boeing 787-9 besitzen die Israeli bereits, sechs weitere Exemplare sollen bis 2020 folgen.

Symbol für Aufbruch Israels

Nachdem kürzlich der Fracht-Jumbo-Jet mit dem Kennzeichen 4X-ELF stillgelegt wurde, flottete El Al jetzt auch die Passagier-747 mit dem Kennzeichen 4X-ELB aus. Am 9. Juli führte sie ihren letzten regulären Flug durch. Damit besitzt die Fluggesellschaft noch drei 747-400. Sie tragen die Taufnamen Beer Sheva, Tel Aviv-Jaffa und Jerusalem. Mit je 403 Sitzplätzen fliegen sie hauptsächlich zwischen Tel Aviv und Barcelona, Bangkok, New York, London und Paris.

Das Flugzeug mit dem auffälligen Buckel ist für El Al nicht irgendein Flugzeug. Als die Airline im Mai 1971 ihren ersten Jumbo-Jet übernahm, war das auch ein Symbol für den Aufbruch. Der Sieg im Sechstage-Krieg von 1967 hatte die junge Nation selbstbewusster gemacht und sie auch näher an die USA heranrücken lassen. Die Folge war, dass mehr Israeli ins Ausland reisen wollten und mehr Juden aus den USA das gelobte Land besuchen wollten. Zwei Boeing 747 orderte El Al damals – zum Preis von je 30 Millionen Dollar.

1086 Menschen an Bord

Doch ihren ganz großen Auftritt hatte die Boeing 747 von El Al erst 20 Jahre später. Vom 23. bis zum 25. Mai 1991 führte Israel die Operation Salomon durch. Mehr als 14.000 äthiopische Juden wurden damals mit 35 militärischen und zivilen Flugzeugen vom Horn von Afrika nach Israel ausgeflogen. Mit dabei waren auch Jumbo-Jets. Und einer davon startete in Addis Abeba mit 1086 Passagieren an Bord*. Selbst Boeing konnte das damals offenbar kaum glauben, wie die Zeitung Haaretz schreibt.

So viele Reisende hatte eine Boeing 747 vorher und nachher nie mehr befördert. Eigentlich hatten die Organisatoren eine Beladung mit 760 Menschen vorgesehen. Doch es strömten immer mehr Leute zum Flughafen. Da sie aber allesamt leicht und viele Kinder dabei waren, sah der Pilot kein Risiko, so zu starten. Viele der äthiopischen Juden saßen im Gang oder in den Bordküchen. Ausgestiegen sind übrigens 1088 Passagiere. Denn an Bord wurden zwei Babys geboren.

* Zur genauen Zahl existieren unterschiedliche Angaben. Wir verwenden die offizielle, die auch israelische Quellen verwenden.



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